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Namensfrage: Westfalen statt Hindenburg? Voter stimmen für alten Namen

Klaus Baumeister

Münster - Dortmund hat einen Westfalenpark, einen Westfalendamm, ein Westfalentor, eine Westfalenhalle, eine Philharmonie Westfalen und ein Westfalenstadion, auch wenn dieses im Zeitalter des Fußball-Sponsorings offiziell Signal-Iduna-Park heißt. Und Münster? Münster hat nur eine Westfalenstraße.

Kurz und gut: Die Dortmunder weisen bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf die Region hin, in der sie leben, die Münsteraner nicht. „Der Bezug zu Westfalen ist den Münsteranern zu selbstverständlich“, sieht Raimund Pingel von der Westfalen-Initiative hier ein Problem. Gemeinsam mit seinen Kollegen Prof. Klaus Anderbrügge und Dr. Niels Lange plädiert er dafür, einen „zentral gelegenen Platz“ in Münster den Titel „Westfalenplatz“ zu geben.

Mit dieser Idee ging Pingel, wie er gegenüber unserer Zeitung berichtet, zu Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe. Und siehe da, es passierte etwas, was die Westfalen-Lobbyisten geradezu elektrisierte: „Ich hatte bis dahin nicht einmal gewagt daran zu denken“, so Pingel.

Sprich: Lewe empfahl dem Trio, einen öffentlichen Diskurs über eine Umbenennung des Hindenburgplatzes in Westfalenplatz zu initiieren.

Das lassen sich Pingel, Anderbrügge und Lange natürlich nicht zwei Mal sagen. „Münster ist auf Westfalen angewiesen“, weist Anderbrügge auf den Umstand hin, dass ein in Westfalen weithin bekannter (Park-)Platz diesen Namen erhalten würde. „Send auf dem Westfalenplatz“, klinge viel besser als „Send auf dem Hindenburgplatz“, ergänzt Pingel. Nach Ansicht von Dr. Lange könnte man die jahrelangen Debatten über die Person Hindenburgs und dessen Rolle beim politischen Aufstieg Hitlers beenden.

„Die Idee hat Charme“, lautet die Reaktion des Bezirksbürgermeisters Peter Fischer-Baumeister. Die Bezirksvertretung Mitte ist zuständig für die Namensnennung von Straßen und Plätzen in der City. Die zunächst von der Westfalen-Initiative ins Spiel gebrachte Umbenennung der Stubengasse hatte Fischer-Baumeister abgelehnt, weil der Name Stubengasse „eine historische Ortsbezeichnung“ sei. Beim Hindenburgplatz, der diesen Namen seit 1927 trägt, „sehe ich das anders“. Wegen der überregionalen Bedeutung des Platzes, schränkt Fischer-Baumeister seine Kompetenzen etwas ein, „wird sich sicherlich der Rat der Sache annehmen“.

Auf einen Punkt legt die Westfalen-Initiative großen Wert: „Uns geht es um den Namen des Platzes, nicht um die Nutzung.“ Sollten die Münsteraner, die 2008 per Bürgerentscheid eine Bebauung des Hindenburgplatzes mit einer Musikhalle verhindert haben, die bisherige Nutzung dauerhaft so beibehalten wollen, so würde es künftig heißen: „Parken auf dem Westfalenplatz.“

Die Voter in unserem Online-Angebot haben eine klare Tendenz: 68,65 Prozent (Stand: 16. Mai, 14.30 Uhr) sprechen sich für den aktuellen Namen Hindenburgplatz aus, nur 23,24 Prozent für Westfalenplatz. Knapp acht Prozent sind der Ansicht, einen Platz nach Hindenburg zu benennen, sei nicht mehr zeitgemäß, weswegen eine Umbenennung in die "alte" Bezeichnung Neuplatz hersollte.

» Stimmen Sie der geforderten Umbenennung zu? Oder sollte der bisherige Name bleiben? Im Internetportal unserer Zeitung können Sie abstimmen.

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