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Karneval im Tecklenburger Land

Narren klagen: „Obersteinbeck ist kneipenlos“

wn

Obersteinbeck. Da hat es Petrus mit den Obersteinbeckern Narren noch mal gut gemeint. Trotz dicker grauer Wolken, blieb der große Regen am Sonntagnachmittag beim Karnevalsumzug des Obersteinbecker Carnevalsvereins (OCV) in der Hörsteler Straße aus. Knapp 60 Gruppen, davon 42 Wagen, beteiligten sich an dem Zug durch die von mehr als 10 000 Zuschauern gesäumte Straße und warfen kräftig Kamelle. Mit dabei natürlich auch der Prinzenwagen des amtierenden Prinzenpaares der Session, Prinzessin Gaby II. und Prinz Andreas IV.

Allen voran wurde der Zug, der sich pünktlich um 14.30 Uhr am Gasthaus Zumwalde in Bewegung setzte, von der Gruppe „Schwatz-Crew“ angeführt, die die Kneipenlosigkeit in Obersteinbeck aufs Korn nahm. Mit Schriftzügen wie „Zum Waldes Fass ist leer, doch wir wollen immer mehr“ machten sie auf den gastronomischen Mangel aufmerksam und rollten mit ihrer mobilen Kneipe durch die Menge. „Wo sollen die Obersteinbecker denn auch bloß hin“, kommentierte Peter Junk die Situation vom Balkon des Friseursalons „Büscher“ aus. Auch die anstehende Kommunalwahl inspirierte die Wagenbauer. So zog die Fußtruppe um Dieter Bode mit einem kleinen Bürgermeisterwägelchen durch die Narrenschar, auf dem neben den Köpfen von Peter Leistner und Eckhard Kellermeier der Spruch „Das alles und noch viel mehr würd ich machen, wenn ich Bürgermeister von Recke wär“ prangte.

Doch auch landes- und bundesweite Themen wie die Finanzkrise, der Schäfer Heinrich, Kochshows im Fernsehen und der 50-jährige Geburtstag der Schlümpfe ließen die Narren kreativ werden. Bereits 20-jähriges Zugjubiläum feierte in diesem Jahr die Gruppe „Ringstraße“, die auf ihrem Wagen alle Themen der vergangenen Sessionen präsentierte.

„Mindestens seit zehn Jahren steht der Umzug bei uns fest im Terminkalender“, sagte Obersteinbeckerin Rosemarie Sievers. Zusammen mit ihrer Familie stand sie jubelnd am Straßenrand. „Der Wagen des Prinzenpaares und der Wagen zum Marinahafen mit dem Leuchtturm hat mir am besten gefallen“, sagt Vivien Sievers. Mit ihrer Schwester Lenja Sievers hat sie bereits kräftig Kamelle gesammelt.

Unschöne Begleiterscheinung am Sonntag war der mehrfache Einsatz des Rettungsdienstes aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums.

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