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Junge Szene AZC

Nasebohren statt Lernen

Hellena Kestermann

Alle Klausuren sind schon längst geschrieben, die mündliche Prüfung hat man mit viel Reden und noch mehr Angstschweiß auch hinter sich gebracht – und jetzt steht man da als Abiturient und weiß nichts anzufangen mit der freien Zeit.

Im Angesicht der Freizeit scheint das geballte Wissen, das man sich vorher noch über Stunden hinweg angeeignet hat, nicht mehr viel zu nützen. Lesen, Computer spielen und Fernsehen sind auch keine adäquaten Ersatzbeschäftigungen.

Daher heißt die neue Abiturdiszipling – ganz neudeutsch formuliert – „Extrem-Ablenking“.

Wie wäre es denn mit einem Kurs: „Gehe in dich! Und bleib da!“ für die stressigen Zeitgenossen unter uns. Gekoppelt mit Extrem-Naseboren á la „Wer kommt am tiefsten?“ geht schnell ein freier Tag um, habe ich mir sagen lassen.

Nur: Was machen wir mit den restlichen geschätzten und gefühlten tausend freien Tagen?

Wie wäre es mit Pubertieren? Einfach mal wieder das kleine, picklige, quenglige Kind in sich raus lassen. Rumschreien, Rumzicken, Pickel-Wettausdrücken veranstalten und sich mal wieder in einen Star verlieben und seine Trotzphase vollkommen ausleben. Bis die Eltern nicht mehr können, und man wahrscheinlich auch selbst von sich so dermaßen angenervt ist, dass man sich das „Fast-Erwachsen-Sein“ zurückwünscht.

Nicht zu empfehlen ist übrigens Kaffee-Wettrinken mit Freundinnen oder Kumpels. Denn Herzrasen und Blut im Koffeinkreislauf können durchaus Folgen davon sein!

Aber egal, was man auch macht: Alles ist besser als Lernen, denn davon hatten wir auf jeden Fall genug die letzten Wochen!

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