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Nationalteam bezwingt Weißrussland - Münster siegt ein bisschen mit

Michael Schulte

Münster - Sie hatten alle Spaß. Die Spieler, die Trainer, die Besucher, sogar die Verlierer. Und sie waren auch alle gekommen. Die Basketballer und Schwimmer, die Fuß- und Volleyballer, die Hockeyspieler und natürlich die Handballer aus der Region.

Die sportliche Führung der Stadt war komplett angetreten. Ehrensache! Und auch diejenigen, die es mehr mit dem Fahrrad, dem Ruderboot oder dem Sportschau gucken halten, auch die waren am Dienstagabend am Berg Fidel. Showtime zur besten Sendezeit. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft holte sich ihren Feinschliff vor der EM in Münster und tat das standesgemäß. Mit 28:20 (14:10) besiegte das Team von Heiner Brand die Auswahl Weißrusslands und begeisterte die 3200 Besucher am ausverkauften Berg Fidel.

„Wir kommen immer gerne nach Münster“, verriet Horst Bredemeier, Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes vor dem Länderspiel. Und nach dem Abpfiff sagte er: „Und wir kommen gerne wieder.“ Auch er war angetan von dem, was er in den 60 Minuten erlebt hatte. Da ging die Welle durch die Halle, da wurde rhythmisch geklatscht, da wurde immer wieder angefeuert und auch schon mal mit einem lauten Seufzen getröstet. Da wurden Namen skandiert und Paraden bejubelt, Spielzüge beklatscht und vor allem der Bundestrainer gefeiert. Die Besucher gingen richtig mit, das übertrug sich auf die Akteure auf dem Feld.

„Ich kann nur sagen, riesig“, sagte Kiels Linksaußen Dominik Klein. Und der Mann ist im Tollhaus Ostseehalle daheim so einiges gewöhnt. „Die Zuschauer haben Ahnung und eine Menge Emotionen reingebracht. Klasse“, bedankte sich Oliver Roggisch, das Abwehrbollwerk in Person, bei dem Publikum.

Die deutsche Mannschaft kam etwas schleppend ins Spiel, übernahm dann die Initiative und hatte ab der 15. Minute keine großen Probleme mehr. Zur Pause war die Führung beruhigend, am Ende der Sieg deutlich. Zwar brannten Kapitän Holger Glandorf & Co. nicht gerade 60 Minuten ein Feuerwerk ab, aber so mancher Kracher wurde schon gezündet in der Stunde, die wie im Flug verging. Bester Werfer in der DHB-Auswahl war Lars Kaufmann mit fünf Treffern, die der Hüne aus Göppingen allesamt aus dem linken Rückraum erzielte.

„Da geht einem das Herz auf“, sagte Diethard von Boenigk und schaute in die brechend volle Halle. Der Co-Trainer der Spartaner fand es wieder mal bemerkenswert, was sich in Sachen Handball in Münster alles realisieren ließe. Michael Mierzowski legte selbst Hand an. Gemeinsam mit der zweiten Sparta-Mannschaft und einer Abordnung von Westfalia Kinderhaus war er bei den Helfern. „Und wegen meiner überragenden weißrussischen Sprachkenntnisse hat man mich zum Betreuer der Gäste gemacht“, lachte der Coach der Sparta-Reserve.

Lachende Gesichter auch nach dem Abpfiff. Denn Handballer flüchten nicht vor ihren Fans, sie bleiben bei ihnen. Sie schreiben Autogramme, lassen sich gemeinsam ablichten antworten sogar auf Fragen, können lachen und haben es gar nicht eilig, unter die Dusche zu kommen. „Saucool die Jungs“, sagte ein kleiner Handballfan mit leuchtenden Augen und vollgeschriebenem Trikot. Auch er hofft auf ein nächstes Mal.

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