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Neue Ermittlungen gegen verurteilten Ex-NPD-Schatzmeister

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Hamburg/Münster – Nach seiner Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe droht dem früheren Bundesschatzmeister der rechtsextremen NPD, Erwin Kemna, neuer Ärger. Gegen ihn liefen weitere, aus dem alten Verfahren abgetrennte Ermittlungen, sagte Münsters Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer am Samstag und bestätigte einen Bericht des Magazins „Der Spiegel“. Ermittelt werde wegen Verdachts der Untreue auch zum Nachteil der NPD „und anderer“.

Kemna war am Freitag vom Landgericht Münster wegen Veruntreuung von Parteigeldern zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der 57-Jährige hatte zugegeben, 700 000 Euro aus der Parteikasse auf seine Privatkonten und auf Konten seiner Firma im münsterländischen Lengerich umgeleitet zu haben. Vor dem Geständnis hatte das Gericht ihm in Aussicht gestellt, dass ihn nicht mehr als drei Jahre Haft erwarteten.

Die Fahnder prüfen Verdachtsmomente, wonach Kemna seine „dubiosen Finanztransaktionen, die angeblich weder den NPD-Wirtschaftsprüfern noch Parteichef Udo Voigt aufgefallen waren“, wesentlich länger praktizierte als bekannt, schreibt „Der Spiegel“ unter Berufung auf Justizkreise. Anders als im ersten Verfahren würden auch Verstöße gegen das Parteiengesetz untersucht. Kemna ist seit 1974 NPD-Mitglied.

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