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Neuer Hort der Moderne

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München - Das neue Museum Brandhorst wird München nach Ansicht von Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) zur Pilgerstätte für Fans zeitgenössischer Kunst aus der ganzen Welt machen. „München soll an der Weltspitze ankommen“, sagte Heubisch zur Eröffnung des Museums am Montag. Deshalb werde das Kunstareal auch in Zukunft weiter ausgebaut. Das neue Haus für die Sammlung Brandhorst zeigt 180 Bilder, Skulpturen und Installationen von Künstlern wie Sigmar Polke oder Georg Baselitz.

Stifter Udo Brandhorst hatte seine Sammlung 1999 kurz nach dem Tod seiner Ehefrau Anette dem Freistaat übergeben. Bedingung war allerdings, dass ein eigenes Haus für die rund 700 Kunstwerke, deren Wert auf mehr als 100 Millionen Euro geschätzt wird, entstehen sollte. Im August 2005 begannen die Bauarbeiten für das vom Architekten-Ehepaar Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton entworfene Gebäude. Von außen ist der 48 Millionen Euro teure Bau mit bunten Keramikstäben besetzt. Innen sorgt ausgeklügelte Technik für viel Tageslicht.

„Es ist ein Glücksfall“, sagte Klaus Schrenk, Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die das Museum nun betreibt. Mit dem Museum Brandhorst und der gleich daneben liegenden Pinakothek der Moderne habe München jetzt den „Anschluss an internationale Großstädte“ gefunden.

Die Auswahl, die Museumsdirektor Armin Zweite für die Ausstellung getroffen hat, spiegelt die Schwerpunkte der ursprünglichen Privatsammlung Brandhorst wider. Im Mittelpunkt stehen die völlig unterschiedlichen Werke von Pop-Ikone Andy Warhol und des US-Malers Cy Twombly. Twomblys lyrischen, meist großformatigen Gemälden ist die gesamte obere Etage gewidmet. Nirgendwo sonst außerhalb der USA sind so viele Arbeiten des mittlerweile 81-Jährigen zu sehen - 59 der insgesamt 80 Werke der Sammlung hat Zweite ausgestellt.

Im Kontrast zu Twomblys Bildern, die häufig historische Themen aufgreifen, stehen die knalligen, ganz auf die Gegenwart gerichteten Bilder Andy Warhols. Ein Warhol ist auch das größte Bild im Museum, ein elf Meter breites Jesus-Porträt aus dem Zyklus „Last Supper“. Zu sehen sind aber auch einige Selbstporträts Warhols. Ins Auge stechen außerdem die Installationen des Briten Damien Hirst. Die Brandhorsts hatten offenbar eine Hirst-Vorliebe für Stücke, die sich mit dem Thema Medizin auseinandersetzen, denn zu sehen sind etwa ein Medikamentenschrank und eine Installation mit Tabletten.

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