1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Neuer Schwung mit Brei

  6. >

Archiv

Neuer Schwung mit Brei

Alexander Heflik

Münster. Einer dürfte wirklich froh darüber gewesen sein, dass das Punktspiel der Fußball-Oberliga zwischen Preußen Münster und dem SC Wiedenbrück 2000 ausgefallen war und am kommenden Freitag nachgeholt wird: Carlos Castilla. „Ich sehe ihn als dritten Neuzugang der Winterpause“, scherzt Wiedenbrücks Trainer Dieter Brei. Denn: „Ich bin seit Oktober in Wiedenbrück, aber Carlos hat praktisch nur eineinhalb Partien für uns bestritten und dabei immerhin drei Tore erzielt.“ Soll heißen, Castilla, der Ex-Preuße, ist gesetzt.

Dieter Brei hat einen eigenartigen Job beim Aufsteiger angetreten. Irgendwie durch die Hintertür gelang den Ostwestfalen der Aufstieg als Verbandsliga-Vizemeister. Der SCW profitierte, weil Borussia Dortmund 2 und SF Siegen am letzten Spieltag der abgelaufenen Regionalliga-Saison den Klassenerhalt überraschend schafften. Wiedenbrück, eigentlich mit einigen guten Namen besetzt, trudelte aber dennoch direkt in den Keller der Oberliga. Erst unter Brei, der Jürgen Gessat ablöste, kam wieder Schwung in die Bude.

„Die NRW-Liga bleibt unser erklärtes Ziel“, sagt Brei. Und das verwundert, schließlich hat Wiedenbrück auf Rang 17 bereits neun Zähler Rückstand auf die Qualifikationsränge für die zukünftige fünfte Liga. Wertvoller als die aktuelle Verbandsliga, nicht ganz so hochklassig wie die Oberliga, so könnte die eingleisige NRW-Liga umschrieben werden. Elfter müsste Wiedenbrück am Ende der Saison mindestens sein. Und, so Brei: „Dafür müssen wir in der zweiten Saisonhälfte praktisch wie eine Spitzenmannschaft punkten – so wie Münster, Schalke, Bochum oder Lotte.

Der 57-Jährige hat seinen Kader umgebastelt. Zwei Verletzte, vier Akteure an die Reserve abgegeben, Sebastian Veith ging zum SV Lippstadt, dafür mit Torwart Michael Strysz und Angreifer Gökhan Özdemir (beide SpVgg. Erkenschwick) zwei Position neu besetzt, alles in allem mit einem gestrafften 18-köpfigen Aufgebot will der frühere Bundesliga-Profi von Fortuna Düsseldorf „das Unmögliche möglich machen“.

Allerdings verlief die Vorbereitung nicht gerade prächtig. Gerade einmal drei Testspiele wurden bestritten, alle wurden auf Kunstrasen ausgetragen. „Wir haben eher Frühling als Winter, aber wir konnten bislang nicht ein Mal auf Rasen trainieren. Unter diesem Aspekt ist die Partie in Münster für uns ein klarer Nachteil“, schimpft Brei. Dennoch glaubt er, dass Wiedenbrück eine Chance auf ein Erfolgserlebnis in Münster hat. In der Oberliga würden die Teams sehr eng beieinander liegen. Münsters Auftritt bei RW Ahlen 2 habe er sich angeschaut und seine These damit bestätigt gesehen. Und außerdem: „Unentschieden helfen uns wenig weiter. Uns bleibt nichts anderes übrig, als zu gewinnen. Da kommt Münster als vielleicht stärkster Gegner der Oberliga gerade recht. Aus so einem Spiel kann man viel Selbstvertrauen schöpfen.“ Außer, der Schuss geht nach hinten los.

Startseite