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Neuer Störfall in Uranfabrik in Gronau

wn

Gronau - Knapp drei Monate liegt der letzte Zwischenfall zurück, jetzt gab es in der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau erneut eine Panne: Bei einer routinemäßigen Überprüfung sprang ein Diesel-Notstromaggregat nicht an. Ursache für den Vorfall – der als meldepflichtiges Ereignis der Kategorie N (normal) eingestuft wird und binnen fünf Tagen zu melden ist – war ein defektes Ventil im Leitungssystem. Das berichtete am Dienstag die atomrechtliche Aufsichtsbehörde im NRW-Wirtschaftsministerium. Der Vorfall ereignete sich bereits am 5. Januar, heißt es weiter. Und: Die Sicherheit der Anlage als auch die von Personen seien zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen, radioaktive Stoffe nicht freigesetzt worden. Eine Medienmitteilung des Unternehmens gab es am Dienstag aber erst eine Stunde nachdem das Ministerium die Öffentlichkeit bereits informiert hatte. Auch die Stadt erfuhr erst am Dienstag von dem Zwischenfall, so Stadtpressesprecherin Lena Flucht auf Anfrage. Bereits im Oktober 2010 hatte es einen Zwischenfall gegeben, als ein Portalkran auf dem Gelände nicht durch seine Bremsen, sondern erst durch ein mechanisches Endlager gestoppt wurde. Nach diesem Zwischenfall hatte die Urenco die Medien nicht über den Vorfall informiert. Geschäftsführer Dr. Joachim Ohnemus seinerzeit zur Begründung: „Weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass unser Ansinnen, durch Presseveröffentlichungen für Transparenz zu sorgen, gerade von BBU, AKU und anderen gegen uns missbraucht wird, um Dinge zu verdrehen, zu dramatisieren und die Bevölkerung zu verängstigen. Und weil dies auf eine Art und Weise geschieht, die der Sache nicht mehr gerecht wird, haben wir in einer Veröffentlichung keinen Sinn gesehen.“ Vor knapp einem Jahr wurde ein Mitarbeiter der Urananreicherungsanlage kontaminiert, nachdem er einen Transportbehälter für Uranhexafluorid (UF 6) für einen Drucktest geöffnet hatte. Die Ermittlungen gegen die Urenco als Betreiberin der Anlage wurden ein halbes Jahr später eingestellt.

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