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Katastrophe von Japan

News-Ticker vom Mittwoch: Deutsche sollen Tokio verlassen

Tokio - In Japan hat es ein weiteres starkes Nachbeben gegeben. Die Erdstöße hätten am Mittwochmittag (Ortszeit) eine Stärke von 6,0 gehabt, teilte die US-Erdbebenwarte mit. Das Epizentrum habe 95 Kilometer östlich der Hauptstadt Tokio gelegen, berichtete die Behörde auf ihrer Internetseite.

wn

Auch in der Millionenmetropole waren starke Erdstöße zu spüren. Nach Angaben des Pazifischen Tsunamiwarnzentrums bestand aber keine neue Gefahr für Riesenwellen. Das meldete auch die Nachrichtenagentur Kyodo. Wir berichten über die Geschehnisse in Japan in unserem News-Ticker. 21:00 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt am Donnerstag um 9.00 Uhr im Bundestag eine Regierungserklärung zu den Folgen der Reaktor-Katastrophe in Japan ab. Danach wird eine Debatte über die Auswirkungen des dreimonatigen Atom-Moratoriums erwartet, das Merkel nach dem Atomunfall überraschend verkündet hat. Die rechtliche Wirksamkeit dieser Entscheidung ist heftig umstritten. 20:46Uhr: Trotz des Reaktorunfalls in Japan sind in Deutschland bisher keine radioaktiv belasteten Fische oder andere Lebensmittel aufgetaucht. „Da kann man eindeutig sagen, dass die katastrophalen Ereignisse in Japan keine Auswirkungen haben auf den Lebensmittelbereich (in Deutschland)“, sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) am Mittwoch in Berlin. Derzeit gebe es keine Anzeichen für radioaktive Belastung von Lebensmitteln. Weil aber auch die Region um Japan betroffen sein könne, werde die Entwicklung sorgfältig beobachtet. Aus Sicherheitsgründen sollen alle Lebensmittel aus Japan auf mögliche Strahlenbelastung untersucht werden - vor allem Fisch und Fischprodukte wie zum Beispiel Sushi. 19:55 Uhr: Die baden-württembergische Landesregierung hat nun auch formell die Abschaltung der Atomkraftwerke Neckarwestheim I und Philippsburg I angeordnet. Damit werde das in Berlin beschlossene Moratorium umgesetzt, die sieben ältesten Atommeiler als Folge der nuklearen Katastrophe in Japan vom Netz zu nehmen, teilte das Umweltministerium am Mittwochabend in Stuttgart mit. Wann genau die beiden Anlagen in Baden-Württemberg vom Netz gingen, entscheide aber der Betreiber EnBW, sagte ein Ministeriumssprecher. 19.45 Uhr: Die US-Regierung legt amerikanischen Staatsbürgern im Umkreis von 80 Kilometern um das japanische Unglücks-AKW Fukushima das Verlassen der Region ans Herz. Zumindest sollten die Menschen in ihren Häusern bleiben: „Auf der Basis unserer Analyse ist es das, was wir tun würden, wenn sich dieser Vorfall in den USA ereignen würde“, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Mittwoch in Washington. Die japanische Regierung hat zum Schutz vor radioaktiver Strahlung bisher nur Gebiete im Umkreis von 20 Kilometern evakuiert. Wer zwischen 20 und 20 Kilometer entfernt wohnt, soll sich nicht im Freien aufhalten. Nach Angaben des Washingtoner Außenministeriums haben die US-Atomregulierungsbehörde NRC, das Energieministerium und andere Experten wissenschaftliche und technische Informationen über die Atomkatastrophe in Fukushima geprüft und auch Angaben der Regierung in Tokio in Betracht gezogen. In Übereinstimmung mit den NRC-Richtlinien für derartige Situationen in den USA empfehle man vorsichtshalber eine Evakuierung. 19.48 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich verwundert gezeigt über die Irritationen zu der von ihr angekündigten Aussetzung der verlängerten Atomlaufzeiten. „Wir haben da jetzt eine Diskussion, die etwas spitzfindig ist“, sagte Merkel bei einem Wahlkampfauftritt am Mittwoch im baden-württembergischen Waldshut-Tiengen. Der Plan der Regierung sei durch das Atomgesetz gedeckt. Dort gebe es einen Artikel, der den Fall regele. „Wenn bestimmte Sicherheitsfragen auftreten, dann kann es eine Anordnung geben der jeweiligen Bundesländer, das Kraftwerk vorübergehend auszuschalten“, sagte Merkel. „Die Länder handeln nun im Auftrag der Bundesregierung.“ 18.30 Uhr: Die EU hat die 27 Mitgliedstaaten aufgefordert, aus Japan eingeführte Lebensmittel auf mögliche Strahlenbelastung hin zu untersuchen. Das bestätigte der Sprecher von EU-Gesundheits- und Verbraucherkommissar John Dalli in Brüssel. Wie Diplomaten berichteten, habe es über das europäische Schnellwarnsystem für Nahrungs- und Futtermittel (RASSF) eine entsprechende Mitteilung an die EU-Länder gegeben. Mögliche Funde sollen an das System zurückgemeldet werden. 18.23 Uhr: Die Zahl registrierter Todesopfer nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Japan ist weiter gestiegen. Die Polizei bestätigte den Tod von 4312 Menschen in zwölf Präfekturen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete. Um Mitternacht (Ortszeit) waren offiziell noch 8606 Menschen in sechs Verwaltungsbezirken vermisst gemeldet. Die Opferzahl werde unausweichlich weiter steigen, hieß es. In den Küstengebieten, die der Tsunami am vergangenen Freitag extrem verwüstet hatte, beginne die Suche nach Vermissten erst. Insgesamt waren am Mittwoch 80 000 Einsatzkräfte von Katastrophenschutz, Polizei und Feuerwehr in den betroffenen Gebieten mobilisiert. Dort herrschen derzeit winterliche Temperaturen. 17.49 Uhr: Der Dax hat am Mittwoch nach einem von sehr starken Schwankungen geprägten Handel den sechsten Tag in Folge im Minus geschlossen. Nachdem der deutsche Leitindex zwischendurch noch klar auf über 6700 Punkte geklettert war, ließen am späten Nachmittag Aussagen vom EU-Energiekommissariat über eine sich weiter zuspitzende Situation im japanischen Atomreaktor Fukushima Eins die Kurse wieder absacken. Zum Handelsschluss verbuchte der Dax einen Abschlag von 2,01 Prozent auf 6513,84 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,66 Prozent auf 9565,61 Punkte nach unten. Der TecDax verlor 1,44 Prozent auf 854,83 Punkte. Jede kleine Meldung aus Japan beeinflusse derzeit den Markt, kommentierte Marktstratege Thilo Müller von MB Fund Advisory das Handelsgeschehen. Experte Robert Halver von der Baader Bank äußerte sich ähnlich: „Im Grunde hängt die Entwicklung vom Liveticker zu Japan ab.“ 17.45 Uhr: Ein unbemanntes Flugzeug des US-Militärs soll mit seinen hochauflösenden Kameras an diesem Donnerstag mehr Klarheit über das Innere der havarierten Atomreaktoren in Fukushima bringen. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur am frühen Donnerstagmorgen (Ortszeit). Die Drohne Global Hawk hat zudem Wärmebildkameras an Bord. Hohe Strahlung und böiger Wind hatten am Mittwoch den Einsatz von Hubschraubern verhindert, die mit Wasser von oben die Reaktorblöcke 3 und 4 kühlen sollten. Beide Meiler sind durch Feuer und Explosionen teilweise zerstört. Der Einsatz war angeordnet worden, um die Brennstäbe mit Meerwasser und Borsäure zu kühlen. Alternativ prüften die Behörden den Einsatz von Wasserwerfern. Mit den Löschkanonen könnte das Innere der Meiler bewässert werden. Die Fahrzeuge wurden am späten Mittwochabend (Ortszeit) in Fukushima in Stellung gebracht. 17.43 Uhr: Die deutsche Elektroindustrie befürchtet nach der Erdbebenkatastrophe in Japan und der unabsehbaren Folgen Lieferengpässe. Bei längerfristigen Produktionsausfällen könne es weltweit zu Ausfällen kommen, die dann Auswirkungen auf eine Vielzahl elektronischer Erzeugnisse hätten. Das berichtete der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Mittwoch in Frankfurt. Aus der Branche verlautete, dass die Autobauer auch hierzulande betroffen sein könnten. Andererseits könnten einige Sparten wie Halbleiter, aber auch die Autohersteller unfreiwillig von den Ausfällen profitieren. 17.34 Uhr: Das Außenministerium in Berlin hat den Deutschen im Großraum Tokio-Yokohama geraten, die Region vorübergehend zu verlassen. Ministeriumssprecher Andreas Peschke sagte am Mittwoch, gegenwärtig hielten sich noch etwa 1000 Bundesbürger in Tokio-Yokohama auf. Zu Beginn der Krise seien es etwa 5000 gewesen. Er könne nicht genau sagen, wie viele inzwischen das Land verlassen hätten. 17.03 Uhr:Die SPD wird bei der Atomdebatte am Donnerstag im Bundestag ein Abschaltgesetz für alte Kernkraftwerke sowie ein Konzept für eine energiepolitische Wende vorlegen. Dies sieht den massiven Ausbau erneuerbarer Energien, eine Kampagne für mehr Energieeffizienz und auch die Förderung von Klein-Kraftwerken für Ein- bis Zweifamilienhäuser vor. 16.54 Uhr: Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, hat die Situation in Fukushima Eins als „sehr ernst“ bezeichnet. Er werde so schnell wie möglich selbst nach Japan fliegen und danach eine Sondersitzung des Gouverneursrats einberufen, sagte der Japaner am Mittwoch in Wien. 16.47 Uhr: Der Energiekonzern Eon will sein Atomkraftwerk Unterweser in Niedersachsen erst nach einer Weisung der Bundesregierung herunterfahren. Das sagte die Sprecherin der Eon Kernkraft GmbH, Petra Uhlmann, am Mittwoch in Hannover. „Wir warten auf die Weisung“, sagte sie. Auf die Frage, ob Eon Schadensersatzforderungen für das Abschalten geltend machen wolle, sagte Uhlmann, es sei noch zu früh, darüber zu reden. Zuvor hatte ein Sprecher des ebenfalls von Eon betriebenen AKW Isar I in Bayern mitgeteilt, das die dortige Anlage noch nicht komplett heruntergefahren sei. Wann genau dies geschieht, sagt er nicht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa läuft der 34 Jahre alte Block weiterhin auf etwa 15 Prozent Leistung. Am Dienstag hatte Eon angekündigt, den Betrieb von Isar I für die Dauer des dreimonatigen Moratoriums der Bundesregierung einzustellen. 16.45 Uhr: Volkswagen hat die meisten seiner deutschen Mitarbeiter aus Japan ausgeflogen. Gut 30 Beschäftigte mit ihren Familien sowie Mitarbeiter von Zulieferern und anderen Unternehmen mit ihren Angehörigen seien am Mittwoch auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen gelandet. Das berichtete Personalvorstand Horst Neumann auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg. Volkswagen hatte einen Charterflug für die Heimkehr organsiert. Rund 200 Menschen seien an Bord gewesen, sagte ein Sprecher. 16.30 Uhr: Die Bundesregierung hat entgegen den Äußerungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag die Verlängerung der Atomlaufzeiten nicht ausgesetzt. Auf Fragen von Journalisten, ob Meldungen falsch waren, dass die Laufzeitverlängerung um drei Monate ausgesetzt wird, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin: „Ja, die würde ich so nicht für richtig halten.“ Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte: „Die Exekutive kann nicht Gesetze außer Kraft setzen.“ Das verhängte dreimonatige Moratorium sei ein politischer und kein rechtlicher Schritt. 16.28 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten werden sich bei ihrem Gipfel in der kommenden Woche (24./25. März) außerplanmäßig mit der Zukunft der Atomkraft in Europa beschäftigen. „Ich kann ihnen jetzt sagen, dass der Europäische Rat am Donnerstag nächster Woche den Schwerpunkt Eurozone und europäische Währung ergänzen oder gar verlagern wird“, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Mittwoch vor Europaparlamentariern in Brüssel. Es solle nun auch um das Thema Energiepolitik und die Folgerungen aus dem schrecklichen Vorfall in Japan gehen. 16.20 Uhr: Eine wachsende Zahl in- und ausländischer Spender will Japan Hilfe zukommen lassen. Die Nachrichtenagentur Kyodo listete am Mittwoch einige Spender auf. Viele Firmen versprachen demnach Hilfe in Dollar oder Yen oder in Gütern wie Trinkwasser, Zelten oder mobilen Toiletten. Unter den Firmen waren US-Unternehmen wie der Finanzkonzern Prudential (5 Millionen Dollar) oder der Flugzeughersteller Boeing (2 Millionen Dollar). Auch Starbucks bot eine Million Dollar (umgerechnet etwa 720 000 Euro) an, ebenso wie die Schweizer Bankengruppe Credit Suisse. 16.14 Uhr: Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre Talfahrt seit dem Beben in Japan beendet. Trotz der verheerenden Erdbebenkatastrophe in Japan sollen die Öllieferungen in das Land bisher noch kaum beeinträchtigt sein, hieß es in einer Einschätzung der Commerzbank. 16.14 Uhr: Das Außenministerium in Berlin hat den Deutschen im Großraum Tokio-Yokohama geraten, die Region wegen der Atomkatastrophe in Japan zu verlassen. „Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen aus der Region um die Atomkraftwerke Fukushima und dem Großraum Tokio-Yokohama, vorübergehend nach Osaka oder über Osaka ins Ausland auszuweichen“, hieß es am Mittwoch auf der Internetseite des Ministeriums in einem nochmals verschärften Sicherheitshinweis. 16.11 Uhr: Schwedens Atomindustrie bereitet sich ungeachtet der Katastrophe in Japan auf die Lagerung seines Atommüll in einem Endlager nahe dem Kernkraftwerk Forsmark vor. Am Mittwoch reichte das zuständige Unternehmen SKB (Svensk Kärnbrenslehantering) den Antrag bei den Behörden in Stockholm ein. Während SKB-Chef Claes Thegerström das Konzept für eine bis zu 500 Meter tiefe Bohrung in einen Berg als „sicher“ bezeichnete, distanzierte sich ein SKB-Beiratsmitglied von dem Antrag auf Baugenehmigung. 16.01 Uhr: Wegen der Atomkatastrophe in Japan und der Debatte über Atomkraft in Deutschland boomt die Nachfrage nach Ökostrom. „Wir haben aktuell ein Interesse an Ökostromprodukten auf dem Tarifrechner von rund 77 Prozent und an normalen Stromprodukten von rund 23 Prozent“, sagte Jürgen Scheurer vom Verbraucherportal Verivox am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Vor gut einem Jahr sei dieses Verhältnis noch genau umgekehrt gewesen. Die Katastrophe in Japan habe das Interesse an Ökostrom noch zusätzlich verstärkt. 15.55 Uhr: Die deutschen Reiseveranstalter haben wegen der atomaren Katastrophe in Japan alle Reisen in das Land bis Ende April abgesagt. „Nach den Nachrichten der vergangenen Tage möchten wir im Moment niemandem zumuten, nach Japan zu reisen“, sagte Ury Steinweg, Geschäftsführer von Gebeco in Kiel, dem dpa-Themendienst. „Wir wissen einfach zu wenig.“ 15.54 Uhr: Knappe Kapazitäten und unveränderte Preise: Damit müssen Flugpassagiere rechnen, die jetzt kurzfristig von Japan nach Deutschland fliegen wollen. Nach den Atomunfällen gebe es in Japan einen „erhöhten Nachfragedruck“, sagte Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow am Mittwoch in Frankfurt. Seine Ticketpreise habe das Unternehmen aber „definitiv nicht angefasst“. 15.51 Uhr: Lebensmittel-Importe aus Japan sollen an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln sowie im Duisburger Hafen fortan auf Radioaktivität überprüft werden. Das teilte das nordrhein-westfälische Umweltministerium am Mittwoch in Düsseldorf mit. Bereits auf dem Markt befindliche Lebensmittel aus Japan seien nach derzeitigem Stand unbelastet. 15.50 Uhr: Für seine Charmeoffensive in Sachen Atomenergie wählte der russische Regierungschef Wladimir Putin ausgerechnet das benachbarte Weißrussland. Die Ex-Sowjetrepublik, die nach dem Super- GAU von Tschernobyl vor 25 Jahren radioaktiv stark verseucht wurde, soll nun ihr erstes Kernkraftwerk erhalten. Putin besiegelte in Minsk demonstrativ die Baupläne - Moskaus Signal für die Zukunft der weltweit umstrittenen Energieform. 15.44 Uhr: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) bringt eine Pflichtversicherung gegen Naturkatastrophen ins Gespräch. Bei flächendeckender Einführung etwa in Europa könnten Katastrophenopfer schneller und sicherer Hilfe erhalten, heißt es in einer DIW-Mitteilung vom Mittwoch. Höhere Risiken einzugehen, werde bei einem solchen System teurer. 15.34 Uhr: Die Europäische Union ist bereit, Japan auch im Kampf gegen atomare Gefahren zu helfen. Dies sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Mittwoch vor dem Euroapparlament in Brüssel. „Wir sind auch bereit, weitere und gezielte Hilfe hinsichtlich der Lage in den Atomkraftwerken zu leisten, sofern wir darum gebeten werden“, sagte er. 15.16 Uhr: Aus Respekt vor der Trauer der Japaner erwägt die Internationale Eislauf-Union (ISU) eine Verlegung der Eiskunstlauf- Weltmeisterschaften in Tokio in den Oktober. Der Weltverband hatte die Titelkämpfe vom 21. bis 27. März zunächst nur ausgesetzt, eine kurzfristige Verschiebung um einige Wochen an einen anderen Ort soll vom Tisch sein. 15.15 Uhr: Genehmigungsverfahren für Atomkraftwerke müssen strenger werden und auch die Beherrschung des größten möglichen Unfalls (GAUs) miteinbeziehen. Dies forderte der Experte für Reaktorsicherheit und -technik der Universität Aachen, Hans-Josef Allelein, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Wenn Kernenergie weiter genutzt wird, müssen auslegungsüberschreitende Störfälle mit Kernschmelze berherrscht werden“, sagte der Physiker. Der Umgang mit solch einem Szenario sei bisher für den Betrieb eines Meilers nicht zwingend, muss aus seiner Sicht aber künftig Bedingung für die Genehmigung sein. 15.11 Uhr: Angesichts des Reaktorunfalls in Japan wird der Tschernobyl-Film „An einem Samstag“ früher zu sehen sein als geplant. Das Werk spielt an dem Tag nach dem Unglück in Tschernobyl und sollte eigentlich im April zum 25. Jahrestag der Tragödie (26. April 1986) in die Kinos kommen. Nun werde das Werk des russischen Regisseurs Alexander Mindadze schon vom 31. März an für Sondervorführungen zu Verfügung stehen, teilte der Verleih am Mittwoch in Berlin mit. 15.10 Uhr: Das Auswärtige Amt geht davon aus, alle deutschen Staatsbürger ausfindig gemacht zu haben, die sich zu Beginn des Erdbebens im Katastrophengebiet in Japan aufgehalten haben. Dies teilte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch in Berlin mit. Am Montag seien 34 Deutsche und 37 andere Ausländer mit einem von der deutschen Botschaft organisierten Bus aus dem nordostjapanischen Sendai abgeholt und nach Tokio gebracht worden. Zu Beginn der Katastrophe hätten sich etwa 5000 Bundesbürger in Japan aufgehalten. Er könne nicht genau sagen, wie viele inzwischen das Land verlassen hätten. Im Großraum Tokio-Yokohama hielten sich derzeit noch etwa 1000 Bundesbürger auf, sagte der Sprecher weiter. Das Auswärtige Amt empfiehlt deutschen Staatsbürgern, sich aus diesem Großraum zurückzuziehen und nach Osaka auszuweichen oder über Osaka auszureisen. Die Botschaft sei im Bahnhof in Tokio und in Osaka für Bundesbürger ansprechbar. 14.57 Uhr: Russland hat die Sicherheit des in Bulgarien geplanten AKW Belene an der Donau bekräftigt. Für Belene seien „einzigartige Sicherheitssysteme“ vorgesehen, sagte der Exekutiv-Direktor von Rosatom, Kiril Komarow, am Mittwoch in Sofia. Zu diesem staatlichen Unternehmen gehört Atomstroiexport, bei dem der Bau von Belene bestellt ist. Das Kernkraftwerk soll mit zwei 1000-Megawatt-Reaktoren vom Typ B 466 der dritten Generation ausgestattet werden. Es wäre das erste von Russland in der EU gebaute Atomkraftwerk. 14.51 Uhr: Der Ueno-Zoo in Tokio verschiebt seine für den 22. März geplante Panda-Präsentation. Der Tierpark werde ab Donnerstag geschlossen, teilte die Stadtregierung mit. Man wolle die Besucher vor möglichen Nachbeben schützen. Außerdem gehe es darum, Strom zu sparen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch. Die Tokioter Stadtregierung kündigte auch die vorübergehende Schließung anderer Parks und Zoos an. 14.44 Uhr: Der Fernsehsender RTL hat eine Spendenaktion für die Erdbebenopfer in Japan gestartet. Von sofort an werde es rund um die Uhr in allen Nachrichten- und Magazinsendungen Spendenaufrufe geben, teilte RTL am Mittwoch in Köln mit. Der Verein „Stiftung RTL - Wir helfen Kindern“ werde alle eingehenden Spenden schnell und unbürokratisch über den Kooperationspartner Caritas International an die Katastrophenopfer weiterleiten. 14.41 Uhr: Der innere Reaktormantel von Block 3 im Atomkraftwerk Fukushima Eins ist nach Regierungsangaben wahrscheinlich nicht ernsthaft beschädigt. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwochabend (Ortszeit). Am Vormittag hatte er noch mitgeteilt, dass der Mantel womöglich schwer beschädigt sei. 14.40 Uhr: Noch am Montag hatte Chinas Volkskongress beschlossen, bis 2015 den Bau von Kernkraftwerken mit 40 Gigawatt Leistung zu beginnen. Doch am Mittwoch warf Peking das Ruder herum. Die Regierung legte alle Atomprojekte auf Eis. Nach den Akw-Explosionen in Japan müssten zunächst die Sicherheitsbestimmungen überarbeitet werden, erklärte das Kabinett laut der Nachrichtenagentur Xinhua. Auf allen Reaktorbaustellen werde die Sicherheit überprüft. 14.34 Uhr: Der weltgrößte Betreiber von Atomkraftwerken, der französische Konzern EDF, will Spezialisten und Material nach Japan schicken. „Wir wollen nicht nur Zuschauer sein, sondern auch handeln und uns mit unseren japanischen Kollegen solidarisch zeigen“, sagte der Chef des französischen Stromkonzerns Henri Proglio am Mittwoch dem Sender RTL. Das Unternehmen wolle unter anderem Roboter schicken. Weitere Details, etwa zum Einsatzort der Spezialisten, nannte er zunächst nicht. EDF stehe in täglichem Kontakt mit dem japanischen Atomunternehmen Tepco, Betreiber der Unglücksanlage Fukushima Eins. 14.32 Uhr: Die konjunkturellen und finanziellen Auswirkungen der Natur- und Atomkatastrophe in Japan auf Deutschland sind nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) noch nicht absehbar. Natürlich seien Auswirkungen auch auf die Steuereinnahmen möglich, sagte Schäuble am Mittwoch in Berlin. 14.29 Uhr: Flugpassagiere aus Japan werden derzeit bei ihrer Ankunft in Deutschland nicht auf atomare Verstrahlung untersucht. Im Moment werde dafür „noch kein Anlass gesehen“, sagte die Sprecherin des Bundesumweltministeriums, Christiane Schwarte, am Mittwoch in Berlin. Sollte sich diese Einschätzung ändern, würden die Flughäfen angewiesen, Strahlen-Messstationen einzurichten. „Das Bundesamt für Strahlenschutz beobachtet die Strahlenwerte“, versicherte die Sprecherin. „Es ist nicht davon auszugehen, dass es eine Gefährdung für Deutschland gibt.“ Eine solche sei durch die große Entfernung „praktisch ausgeschlossen“. 14.16 Uhr: Japans Fußball-Verband hat wegen des Erdbebens und seiner Folgen zwei Test-Länderspiele abgesagt. Der WM-Achtelfinalist wollte am 25. März in Shizuoka gegen Montenegro antreten und vier Tage später in Tokio WM-Teilnehmer Neuseeland empfangen. Japans italienischer Nationaltrainer Alberto Zaccheroni hatte das Land mit Genehmigung des Verbandes bereits vor einigen Tagen verlassen. 14.15 Uhr: Die deutsche Elektroindustrie befürchtet nach der Erdbebenkatastrophe in Japan und der unabsehbaren Folgen Lieferengpässe. Bei längerfristigen Produktionsausfällen könne es zu weltweiten Ausfällen kommen, die dann Auswirkungen auf eine Vielzahl elektronischer Erzeugnisse hätten, teilte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am Mittwoch in Frankfurt mit. 14.06 Uhr: Die Deutsche Hilfe für die Opfer in Japan läuft langsam an: „Die Hilfsorganisationen (...) stimmen sich mit ihren Partnerorganisationen in Japan ab. Im Moment ist es noch eine Aktion mit angezogener Handbremse“, sagte Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Ein Unsicherheitsfaktor ist die Entwicklung um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima im Norden des Landes. Die „Aktion Deutschland hilft“ versicherte, es werde kein Mitarbeiter in einem verstrahlten Gebiet eingesetzt. 14.06 Uhr: Derzeit besteht bei Lebensmitteln aus Japan nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation WHO noch keine Gefahr für die Gesundheit. Solche eine Gefahr könne nur von Produkten ausgehen, die unmittelbar aus der Nähe der beschädigten Atomanlagen im Norden Japans stammten, sagte ein WHO-Sprecher am Mittwoch in Genf. Die WHO gleiche ihre Erkenntnisse immer wieder mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien ab, sagte der Sprecher. 13.54 Uhr: Die Leipziger Buchmesse zeigt sich solidarisch mit den Opfern der Natur- und Atomkatastrophe in Japan. Gemeinsam mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft soll während der vier Messetage von Donnerstag an eine Spendenaktion laufen, kündigte Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner am Mittwoch an. „Wir möchten einfach zeigen, dass wir uns zwar über unsere Veranstaltung freuen, aber zur Hilfe beitragen wollen.“ 13.44 Uhr: Der Bundestag hat am Mittwoch der Opfer der Natur- und Atomkatastrophe in Japan gedacht. Die Abgeordneten erhoben sich dazu von ihren Sitzen. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte in Anwesenheit des japanischen Botschafters in Deutschland: „Unsere Gedanken sind bei dem japanischen Volk.“ 13.42 Uhr: Bayern will nach der Atomkatastrophe in Japan alle fünf Kernkraftwerke im Land mit Sonderinspektionen überprüfen. Dabei soll vor allem kontrolliert werden, ob die Reaktoren ausreichend gegen „Angriffe von außen“ sowie einen Ausfall von Notstromversorgung und Kühlung gesichert sind. Das gab Umweltminister Markus Söder (CSU) am Mittwoch nach der Kabinettssitzung in München bekannt. 13.38 Uhr: Hohe Strahlung und böiger Wind haben Hubschrauber-Einsätze zum Kühlen im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins bislang verhindert. Die Maschinen sollten Wasser in den havarierten Reaktor schütten. Die Regierung stoppte am Mittwoch vorerst die geplanten Flüge des japanischen Militärs über den Reaktorblöcken 3 und 4, wie die Agentur Kyodo meldete. 13.30 Uhr: Der weltgrößte Autobauer Toyota will an diesem Donnerstag planmäßig wieder die Produktion in einigen Autoteile-Werken aufnehmen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Tokio mit. Ab Montag (21. März) will der Autobauer demnach auch wieder Teile für Standorte außerhalb Japans produzieren und verschiffen. Noch offen bleibe, ab wann die Produktion von kompletten Fahrzeuge wieder anlaufen könne. 13.21 Uhr: Aus Solidarität mit dem Volk verzichtet Japans Kaiserpaar jeden Tag in seinem Palast in Tokio zwei Stunden freiwillig auf Strom. Das berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch und berief sich auf Angaben des Kaiserhofs. Nachdem das schwere Erdbeben und der Tsunami mehrere Atomreaktoren beschädigt haben, gingen die japanischen Stromkonzerne dazu über, Elektrizität zu rationieren. 13.16 Uhr: Der Anti-Atomkraft-Aktivist Philip White vom Citizens Nuclear Information Center in Tokio hat die Leistung der Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima gewürdigt. Die 50 Arbeiter, die verzweifelt versuchen, den Austritt von Radioaktivität zu verhindern, setzten sich hohen Strahlendosen aus und riskierten ihr Leben, sagte White der britischen BBC. 13.11 Uhr: Trotz des Reaktorunfalls in Japan sind in Deutschland weiterhin keine radioaktiv belasteten Lebensmittel aufgetaucht. Es gebe bislang keine Auffälligkeiten, versicherte ein Sprecher des Bundesverbraucherministeriums am Mittwoch in Berlin. „Es gibt derzeit auch keine Erkenntnisse, dass sich radioaktiv belastete Lebensmittel oder Futtermittel aus Japan in Deutschland oder auf dem Weg nach Deutschland befinden.“ Aus Sicherheitsgründen sollen nun aber sämtliche Lebensmittel aus Japan auf eine eventuelle Strahlenbelastung untersucht werden - vor allem Fisch und Fischprodukte. 13.02 Uhr: Nach der rasanten Talfahrt der vergangenen Tage hängt die Entwicklung des japanischen Aktienmarktes nach Einschätzung von Experten vor allem vom Ausmaß der nuklearen Katastrophe ab. Derzeit gibt es fast stündlich neue Hiobsbotschaften aus den havarierten Kernkraftwerken von Fukushima - diese lösten vor allem am Dienstag panikartige Verkäufe und prozentual zweistellige Kursverluste aus. 12.54 Uhr: In Deutschland wird nach den Atomunglücken in Japan keine Gefahr durch erhöhte Strahlung bestehen. Nach Worten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) ist hierzulande nicht mit bedenklichen Strahlenwerten zu rechnen. Die aus Japan kommende Radioaktivität werde äußerst gering sein, sagte BfS-Präsident Wolfram König am Mittwoch in Freiburg. 12.35 Uhr: Finnlands politische Führung hält am massiven Ausbau der Atomenergie im eigenen Land fest. Staatspräsidentin Tarja Halonen sagte, auf lange Sicht müsse Finnland auf grüne Technologien setzen. Das ändere aber nichts an den bereits vom Parlament verabschiedeten Plänen zum Bau von neuen Reaktoren. Diese seien als Übergangs-Technologie unverzichtbar. 12.02 Uhr: Zwar geht weltweit die Angst vor Atomstrom um, doch die australische Uranindustrie bleibt entspannt. Die Vertrauenskrise gehe vorüber, sagt Ziggy Switkowski, der ehemalige Chef der Nationalen Atombehörde. Der Atomphysiker ist überzeugt, dass auch Australien eines Tages auf Atomstrom umschwenkt. 11.48 Uhr: Die offizielle Zahl der Toten ist auf 4164 gestiegen. Das berichtete der TV-Sender NHK am Mittwochabend (Ortszeit). Die Zahl der Vermissten geht nach wie vor in die Tausende - sie liege bei mindestens 12.000, hieß es. Hunderttausende leben seit dem schweren Beben vom vergangenen Freitag in Notunterkünften. 11.35 Uhr: Spanien will seine Kernkraftwerke zusätzlichen Sicherheitstests unterziehen. Dabei sollten auch die Gefahren von Erdbeben und Überschwemmungen berücksichtigt werden, gab Industrieminister Miguel Sebastián am Mittwoch in Madrid bekannt. Die Regierung habe bei der Aufsichtsbehörde für Nukleare Sicherheit (CSN) entsprechende Berichte angefordert. 11.16 Uhr Nach den Atomunfällen in Japan rechnet das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in keinem Fall mit bedenklichen Strahlenwerten in Deutschland. Die aus Japan kommende Radioaktivität werde hierzulande äußerst gering sein, sagte BfS-Präsident Wolfram König am Mittwoch in Freiburg. „Selbst im schlimmsten Szenario werden wir in Deutschland keine Werte erreichen, die auch nur annähernd bedenklich sind.“ Grund sei die große Entfernung zu den Unglücksreaktoren. Es könne daher für Deutschland schon jetzt definitiv Entwarnung gegeben werden. 11.06 Uhr: Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat seinen Stipendiaten im Großraum Tokio empfohlen auszureisen. Der DAAD trage die Kosten für die Heimreise, teilte eine Sprecherin am Mittwoch in Bonn mit. Vor der Katastrophe hätten sich 105 Studenten und Wissenschaftler mit einem DAAD-Stipendium in Japan aufgehalten. 10.53 Uhr Zumindest vom Wetter droht der japanischen Metropole Tokio vorerst keine neue Gefahr: Der Wind hat wieder auf Nordwest zurückgedreht und leicht zugenommen. Radioaktive Partikel, die vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima in die Luft geraten, werden bei dieser Wetterlage direkt auf das Meer getragen. An der Situation werde sich in den nächsten Tagen nichts ändern, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Am Dienstag hatte der Wind einige Stunden lang aus Nord geweht und die Luft auf die Hauptstadt Tokio zugetrieben. 10.43 Uhr: Der weltgrößte Betreiber von Atomkraftwerken, der französische Konzern EDF, will Spezialisten und Material nach Japan schicken. „Wir wollen nicht nur Zuschauer sein, sondern auch handeln und uns mit unseren japanischen Kollegen solidarisch zeigen“, sagte der Chef des französischen Stromkonzerns am Mittwoch dem Sender RTL. Das Unternehmen wolle unter anderem Roboter schicken. 10.31 Uhr Im weiteren Umfeld des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins besteht nach japanischen Regierungsangaben keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit der Anwohner. Diese Angabe gelte für eine Entfernung von 20 bis 30 Kilometern um die Reaktoren, sagte der Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch in Tokio. In diesem Radius hatte die Regierung bereits zuvor die Menschen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Den näheren Bereich bis 20 Kilometer rund um das havarierte Kraftwerk sollten die Menschen verlassen. Edano sagte weiter, unmittelbar am Kraftwerk sei die Strahlung konstant. 9.49 Uhr: Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hält an Plänen für den Bau von zwei Atomkraftwerken fest. Wer jedes Risiko ausschließen wolle, der müsse auch auf den Betrieb von Gasflaschen in der Küche oder den Bau von Ölpipelines verzichten, zitierten türkische Medien Erdogan am Mittwoch. „Es gibt keine Investitionen ohne Risiko“, sagte Erdogan vor einem Abflug nach Russland. 9.45 Uhr: Der japanische Kaiser Akihito (77) hat in einer ersten Ansprache seit der Naturkatastrophe seine Landsleute zum Durchhalten aufgerufen. „Ich hoffe aufrichtig, dass die Menschen diese schreckliche Zeit überstehen werden, indem sie sich gegenseitig helfen“, sagte er in einer Videobotschaft, aus der die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch zitiert. 8.32 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat in Japan bereits vor mehr als zwei Jahren auf mögliche Probleme bei der Erdbeben-Sicherheit seiner Atomkraftwerke hingewiesen. Die Anlagen seien starken Beben nicht gewachsen, wird ein IAEA-Experte in einer diplomatischen US-Depesche vom Dezember 2008 zitiert. Das berichtet die britische Zeitung „Daily Telegraph“ unter Berufung auf die Enthüllungsplattform Wikileaks. 07.03 Uhr Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima eskaliert endgültig. Zwei neue Brände an Reaktoren und starke radioaktive Strahlung machen Rettungsarbeiten nahezu unmöglich. Arbeiter müssen sich zeitweise zurückziehen. Die Regierung bittet im Ausland um Hilfe. Ein Löscheinsatz war zunächst nahezu unmöglich, der Brand schwelte für Stunden weiter. Die japanische Regierung forderte nun auch im Ausland Hilfe an. Derweil erschütterten weitere Nachbeben das Land. Am Mittwoch fingen sowohl Reaktor 4 als auch Reaktor 3 Feuer. Zudem wurde in Block 3 womöglich die wichtige innere Reaktorhülle beschädigt, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Das Fernsehen zeigte Bilder, wie unaufhörlich dichte Rauchschwaden von der Anlage aufstiegen. Helikopter konnten wegen der Gefahr nicht zum Löschen aufsteigen. Nach Vorhersagen der japanischen Wetterbehörde soll der Wind in den kommenden Stunden Richtung Osten und somit hinaus auf das Meer wehen. Im Großraum Tokio, 260 Kilometer südlich von Fukushima gelegen, geht die Angst vor einer radioaktiven Wolke um. Hinzu kam am Mittwoch ein Nachbeben der Stärke 6,0. Das Epizentrum habe rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Tokio gelegen. Eine Tsunamiwarnung gab es zunächst nicht. Davor hatten schon mehrere schwächere Erdstöße den Nordosten des Landes erschüttert. 06.58 Uhr Nach der Abschaltung mehrerer Atomkraftwerke hält der Verbraucherschützer Holger Krawinkel einen Politikwechsel hin zu mehr Energieeinsparungen für notwendig. „Die Bundesregierung muss endlich begreifen, dass sie mehr in die Gebäudesanierung investieren muss“, sagte der Energieexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Notwendig seien steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten in Höhe von fünf bis zehn Milliarden Euro, um hier Anreize zum Sanieren zu schaffen. 06.18 Uhr Mindestens 1,6 Millionen Haushalte sind nach der Naturkatastrophe in Japan noch immer ohne fließend Wasser. Das berichtete der Sender NHK am Mittwoch (Ortszeit) und berief sich auf Angaben des Gesundheitsministeriums. Zuvor hatte NHK bereits gemeldet, dass 76.000 Gebäude beschädigt und mindestens 6.300 weitere komplett zerstört seien. Mindestens 440.000 Menschen lebten in 2.400 Notunterkünften. Dort mangele es teilweise an Wasser und Essen. Im Nordosten seien außerdem 850.000 Haushalte ohne Strom. 06.13 Uhr Die Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima Eins können zurück auf das Gelände. Die Evakuierungsanordnung sei wieder aufgehoben worden, berichtete der Sender NHK am Mittwochmittag (Ortszeit). Zuvor mussten die Arbeiter das Katastrophen-Kraftwerk für kurze Zeit verlassen, nachdem dort zwei weitere Brände ausgebrochen waren und die Strahlung extrem angestiegen war. 05.22 Uhr Die Regierung sei bereit, die Reisreserven des Landes anzubrechen und wo nötig zu verteilen. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf das Landwirtschaftsministerium. 05.15 Uhr Die Lage im Atomkraftwerk Fukushima eskaliert endgültig. Zwei neue Brände an Reaktoren und Höchstwerte bei der gefährlichen radioaktiven Strahlung machen Rettungsarbeiten unmöglich. Arbeiter müssen sich zurückziehen. Die Regierung ruft im Ausland nach Hilfe. 05.11 Uhr Südkorea will einen Teil seiner Reserven des Halbmetalls Bor nach Japan schicken, um damit die beschädigten Atomreaktoren in Fukushima zu stabilisieren. Die Chemikalie absorbiert Neutronen, verlangsamt die Kernspaltung und soll die Reaktoren so zusätzlich abkühlen. Südkorea werde auf Bitten Japans 52 Tonnen Bor in das Nachbarland schicken, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Seoul am Mittwoch. Die Chemikalie, die mit Meerwasser gemischt wird, soll in den nächsten Tagen per Schiff geliefert werden. 05.01 Uhr Es gebe nach dem Nachbeben in Kanto keine Angst vor einem Tsunami, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch. 04.58 Uhr In der Region Kanto, in der auch die Hauptstadt Tokio lebt, gab es am Mittwoch wieder ein Nachbeben. Kurz vor 13.00 Uhr Ortszeit seien starke Erdstöße zu spüren gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. 04.45 Uhr Reservisten der japanischen Armee sollen den Menschen in den Katastrophengebiet helfen. Das japanische Kabinett habe dem Plan zugestimmt, Reservisten für Rettungsarbeiten einzusetzen. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch. Auch für den Einsatz ausländischer Ärzte im Krisengebiet habe sich die Regierung ausgesprochen. 04.33 Uhr Die Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima Eins sollen das Gelände verlassen. Das sagte ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Mittwoch meldete. Im Fernsehsender NHK sagte der Sprecher, aus Sicherheitsgründen könne niemand mehr in den Kontrollraum. Die Radioaktivität an der Atomanlage steige vermutlich wegen des beschädigten inneren Schutzmantels im Reaktor 2. Alle Artikel, Interviews und Hintergrundberichte finden Sie in unserem Special zur Katastrophe in Japan. ----------------------Dienstag, 15. März 2011-------------------- 21.05 Uhr: Mit einer Schweigeminute haben die Spieler des FC Bayern München und von Inter Mailand den Opfern der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan gedacht. Vor Beginn des Achtelfinal-Rückspiels der Champions League am Dienstagabend in der mit 66 000 Zuschauern ausverkauften Münchner Allianz-Arena stellten sich beide Mannschaften in stillem Gedenken am Mittelkreis auf. Die Teams waren zu der Begegnung mit Trauerflor aufgelaufen. 20.28 Uhr: Die Betreiber des Katastrophen-Atomkraftwerks Fukushima befürchten dem Anschein nach Explosionen auch in den letzten beiden unbeschädigten Reaktoren. Nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zog die Betreiberfirma Tepco in Erwägung, Platten von den Reaktoren 5 und 6 zu entfernen, um dort mögliche Wasserstoff-Staus zu verhindern. 19.53 Uhr: Gerade erst sind sie im Katastrophengebiet angekommen - schon müssen sie wieder umkehren: Die drei Bocholter THW-Helfer und ihre Kollegen von der Schnelleinsatz-Einheit Bergung-Ausland (SEEBA) brachen am Dienstag ihre Zelte in Tome ab und machten sich auf den Weg zurück nach Deutschland. „Es gibt keine realistische Chance mehr, dort noch Überlebende zu finden“, sagte Mike Nienhaus, Geschäftsführer des Technischen Hilfswerks in Wesel, im Gespräch mit unserer Zeitung. 19.06 Uhr: Der britische Energieminister Chris Huhne hat andere europäische Länder wie Deutschland bezichtigt, in der Atompolitik vorschnell auf die Ereignisse in Japan reagiert zu haben. Europäische Regierungen scheinen „gehetzte Entscheidungen“ über die Sicherheit von Atomkraft getroffen zu haben, sagte Huhne am Dienstag im Parlament in London. 18.58 Uhr: Die EU startet angesichts der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan einen großangelegten Hilfseinsatz. Japan habe formell um Unterstützung gebeten, sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso am Dienstag in Brüssel. Die europäischen Expertenteams halten sich schon seit Tagen bereit, um Japan mit Hilfsgütern und Fachwissen zu unterstützen. 18.53 Uhr: Den Bundesbürgern droht nach Ansicht des Bundesverbraucherministeriums derzeit keine Gefahr durch radioaktiv belastete Lebensmittel aus Japan. Man habe keine Erkenntnisse, dass sich belastete Produkte in Deutschland befänden oder auf dem Weg in die EU seien, teilte das Ministerium Berlin mit. Eine Gefahr durch radioaktiv belasteten Fisch aus Japan gebe es auch nicht. 18.48 Uhr: „Selbstverständlich haben die Menschen in Japan Angst. Sie haben dieselbe Angst, die Deutsche in solch einer Situation hätten, nur zeigen Japaner diese Angst nicht.“ Das sagte am Dienstagmittag im Gespräch mit unserer Zeitung Clemens Schlüter. 18.37 Uhr: Nach dem Erdbeben, dem Tsunami und den Atomunfällen in Japan rufen derzeit viele große Hilfsorganisationen zu Spenden auf. Damit das Geld wirklich bei den Betroffenen ankommt, sollten Spender aber einige wichtige Punkte beachten - und sich zugleich vor Betrugsversuchen schützen, erläuterte das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). Unter anderem sollten sich Spender vor ihrer Überweisung vergewissern, dass die betreffende Hilfsorganisation auch die nötige Kompetenz besitzt. 18.25 Uhr: Die Situation im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist nun auch für die Internationale Atomenergiebehörde IAEA „beunruhigend“. Zugleich forderte die UN-Behörde von den japanischen Behörden mehr Informationen. „Seit unserem letzten Briefing sind einige beunruhigende Dinge passiert“, sagte IAEA-Chef Yuiya Amano am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. 18.18 Uhr: Japanische Nutzer des Internetdienstes Facebook finden derzeit oben auf ihrer Seite die Bitte der Regierung, nicht alle Läden im Großraum Tokio leerzukaufen. Nach der Erdbebenkatastrophe vom Freitag nutzt die Regierung das populäre soziale Netzwerk zur Bürgerinformation. Es wird gewarnt, dass Hamsterkäufe in Tokio zu Engpässen in den Erdbebengebieten führen könnten. 17.59 Uhr: Die EU-Staaten unterziehen europaweit Atomkraftwerke einer Sicherheitsprüfung. Das kündigte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Dienstag nach einem Treffen mit EU-Energieministern in Brüssel an. Bei dem „Stresstest“ werde es um die Neubewertung aller Risiken bei Naturkatastrophen wie Erdbeben und Hochwasser gehen. 17.47 Uhr: In Nordrhein-Westfalen soll am kommenden Freitag in einer Schweigeminute der Opfer der Erdbebenkatastrophe in Japan gedacht werden. Dazu hat die Landesregierung am Dienstag aufgerufen. Um 9.30 Uhr sollen die Mitarbeiter aller Landesbehörden dieses Zeichen der Verbundenheit mit Japan setzen. 17.39 Uhr: Der Softwarehersteller SAP bringt aus Angst vor einer drohenden Atomkatastrophe seine japanischen Mitarbeiter in den Süden des Landes. Das Walldorfer Unternehmen hat rund 1100 Beschäftigte in Japan. SAP stelle Unterkünfte im weniger betroffenen Süden bereit, wo die Mitarbeiter mit ihren Familien Zuflucht finden und auch arbeiten könnten. 17.25 Uhr: Der Sicherheitsbehälter eines der Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins ist auch nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA möglicherweise beschädigt. Die Wasserstoffexplosion im zweiten Reaktorblock am Dienstag könnte den Schaden hervorgerufen haben, teilte die UN-Organisation am Dienstag in Wien mit. Die sogenannte innere Schutzhülle, die den Reaktormantel umschließt, soll den Austritt von gefährlicher Strahlung an die Umwelt verhindern. 17.13 Uhr: In den USA werden die Vorräte an Jodtabletten knapp: Zahlreiche besorgte Amerikaner kaufen die Pillen, um sich vor befürchteten Folgen der Reaktorunfälle in Japan zu schützen. Dabei hatte die US-Atomkontrollbehörde am Montag beruhigt: Es sei „sehr unwahrscheinlich“, dass schädliche Strahlung von Japan nach Hawaii oder auf das US-Festland gelange. 16.55 Uhr: Japanische Experten wollen auf abenteuerliche Weise den außer Kontrolle geratenen Block 4 im Atomkomplex Fukushima Eins kühlen. Es sei geplant, mit Hilfe von Hubschraubern Wasser durch Löcher im teilweise zerstörten Dach zu schütten, wie der staatliche Fernsehsender NHK am Dienstag berichtete. Damit sollen im Inneren Kernbrennstäbe gekühlt werden. 16.37 Uhr: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in einer ersten Stellungnahme zur Erdbebenkatastrophe in Japan keine Einschätzung zu möglichen Folgen für die Konjunktur abgegeben. Die Zerstörungen durch das Beben und den verheerenden Tsunami seien so groß, dass eine Einschätzung der Auswirkungen auf die Wirtschaft derzeit noch nicht möglich sei. 16.29 Uhr: Am Dienstagmorgen (Ortszeit) waren noch mehr als 800 Arbeiter und Techniker im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Eins. Sie arbeiteten fieberhaft daran, die sechs Reaktoren zu kühlen und damit eine gefährliche Kernschmelze zu vermeiden. Doch als eine Explosion die Hülle von Reaktor 2 beschädigte, stiegen die Strahlungswerte dramatisch und der Betreiber Tepco war gezwungen, alle bis auf 50 Arbeiter aus dem Kernkraftwerk abzuziehen. Die 50 Arbeiter versuchten weiterhin Meerwasser in die überhitzenden Reaktoren zu pumpen, um die Brennstäbe abzukühlen. 16.18 Uhr: Nach ihrem Einsatz im japanischen Katastrophengebiet befindet sich ein Team des Technischen Hilfswerks (THW) auf dem Weg zur US-Airbase in Misawa in Nordjapan. Von dort wollen sie den Heimweg nach Deutschland antreten. „Der Gefahr einer radioaktive Verstrahlung war das Team zu keinem Zeitpunkt ausgesetzt“, sagte Teamleiter Ulf Langemeier der Nachrichtenagentur dpa. 16.05 Uhr: Wegen der drohenden Atom-Katastrophe will Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund Shinji Kagawa früher als geplant aus seiner Heimat Japan zurück nach Deutschland holen. „Wir werden alles daran setzen, dass er schnell zurückkommt“, sagte BVB-Trainer Klopp der „Bild“-Zeitung am Dienstag. Mittelfeldmann Kagawa ist nach seinem Mittelfußbruch Ende Januar zur Reha in Japan und sollte ursprünglich Ende des Monats wieder nach Dortmund kommen. 15.54 Uhr: Das Aufbewahrungsbecken für die verbrauchten Brennstäbe im Reaktor 4 des japanischen Kernkraftwerks Fukushima Eins kann nicht mehr mit Wasser gefüllt werden. Das habe die Betreiberfirmer Tepco mitgeteilt, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstagabend. Eine weitere Eskalation der Situation drohe. 15.40 Uhr: Die Region Kanto, in der auch die Millionenstadt Tokio liegt, ist am späten Dienstagabend (Ortszeit) von einem heftigen Nachbeben erschüttert worden. Das Beben überstieg der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge Stärke 6. Ein Tsunami sei nicht zu befürchten, hieß es. Nur wenige Stunden zuvor hatte sich vor der japanischen Ostküste auf Höhe der Präfektur Fukushima ein Nachbeben der Stärke 6,3 ereignet. 15.26 Uhr: Die Bundesliga und die 2. Liga gedenken am Wochenende der Katastrophenopfer in Japan. Wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Dienstag ankündigte, wird bei den Begegnungen des 27. Spieltags in sämtlichen Stadien vor dem Anpfiff eine Schweigeminute eingelegt. Zudem laufen alle 36 Mannschaften mit Trauerflor auf. 15.15 Uhr: Die Angst der japanischen Einwohner vor der Atomkatastrophe wächst. „Das wird ganz schlimm. Aber die Behörden berichten nicht richtig. Die sagen uns nicht, was wirklich ist. Die belügen uns. Wir alle haben solche Angst“, erzählt Kiyoko Yoshimura aus Tokio verzweifelt. „Viele fliehen mit ihren kleinen Kindern, wer die Möglichkeit hat, geht in den Süden“, sagt sie. „Ich bin in Sorge um meine Enkel, die sollen nicht verstrahlt werden.“ 15.08 Uhr: Der japanische Außenminister Takeaki Matsumoto hat die internationale Gemeinschaft angesichts der Katastrophe in seinem Land zur Besonnenheit aufgerufen. „Wir bitten die Länder, ruhig Blut zu bewahren“, sagte Matsumoto am Dienstag in Paris. Er versicherte, dass seine Regierung alles tue, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. 15.02 Uhr: Die Medien stecken bei der Atomkatastrophe in Japan in einem Dilemma: Sie wollen möglichst aus erster Hand und nächster Nähe berichten, aber ihre Mitarbeiter nicht gefährden. Deshalb haben viele deutsche Medien bereits Korrespondenten aus der von radioaktiver Strahlung bedrohten Hauptstadt Tokio abgezogen, andere bereiten Evakuierungsszenarien vor. 14.43 Uhr: Angesichts der Atomkatastrophe in Japan hat das Auswärtige Amt am Dienstag eine „Teilreisewarnung“ für den Nordosten des Landes erlassen. Es riet außerdem von nicht erforderlichen Reisen nach Japan generell ab. 14.40 Uhr: In der japanischen Partnerregion des Landes Rheinland-Pfalz, der Präfektur Iwate, wird nach Angaben von Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) derzeit mit 18.500 Toten gerechnet. Ministerpräsident Beck sagte, die japanischen Behörden gingen davon aus, dass allein in einem bestimmten Küstenort 5000 Tote zu verzeichnen seien. In einer weiteren Küstenstadt werde damit gerechnet, dass es 13.000 Tote gegeben habe. Damit hätte dort nur ein Drittel der Einwohner überlebt. 13.55 Uhr: Eine Evakuierung von Tokio zum Schutz vor einer radioaktiven Verstrahlung ist nach Einschätzung eines deutschen Experten völlig unmöglich. „Wenn es jemand schaffen könnten, dann der japanische Katastrophenschutz, der zu den besten weltweit gehört. Aber in so kurzer Zeit so viele Menschen aus Tokio rauszuholen, ist undenkbar“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Komitees Katastrophenvorsorge (DKKV), Gerold Reichenbach. 13.54 Uhr: Die vorübergehende Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke kann nach Ansicht von Experten zu höheren Strompreisen führen. „Das Abschalten von Kernkraftwerken wird die Strombörsenpreise vermutlich deutlich ansteigen lassen“, sagte der Sprecher des Verbraucherportals Verivox, Jürgen Scheurer, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. 13.52 Uhr: Literaturnobelpreisträger Günter Grass hält die von der schwarz-gelben Bundesregierung beschlossene vorübergehende Abschaltung alter Atomkraftwerke für ein Wahlkampfmanöver. „Das ist den Landtagswahlen geschuldet“, sagte Grass am Dienstag am Rande eines Übersetzer-Kolloquiums im niederrheinischen Straelen. 13.46 Uhr: Alt-Kanzler Helmut Schmidt (SPD) hat Verständnis für die zurückhaltende Informationspolitik der japanischen Regierung im Zusammenhang mit den Atomunfällen in Fukushima. „Es ist notwendig, vermeidbare Paniken zu vermeiden“, sagte Schmidt in einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“. „Die Regierung ist nicht gezwungen, alles zu sagen, was sie weiß. Sie ist nur dazu gezwungen, dass das, was sie sagt, der Wahrheit entspricht.“ 13.41 Uhr: Die schwarz-gelbe bayerische Landesregierung will den umstrittenen Atommeiler Isar I nicht nur vorübergehend, sondern endgültig abschalten. Das bekräftigte Umweltminister Markus Söder (CSU) am Dienstag nach Ministeriumsangaben. Mit der Entscheidung von Bundesregierung und Ministerpräsidenten, die ältesten sieben Meiler vorübergehend abzuschalten, gehe Isar I vom Netz, erklärte der Minister. Söder betonte: „Wir wollen, dass es dabei auch bleibt.“ Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die dauerhafte Abschaltung müsse der Bund klären. 13.40 Uhr: Als Reaktion auf die massiven Reaktorausfälle weiten Japans Energieversorger die Stromsperren auf den Nordosten des Landes aus. Ab Mittwoch werde in der Region die Versorgung mit Elektrizität eingeschränkt, teilte das Unternehmen Tepco am Dienstag nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Zuvor waren bereits Einschränkungen für den Großraum Tokio angeordnet worden. 13.35 Uhr: Auch die deutschen Judo-Männer um Olympiasieger Ole Bischof sind wohlbehalten nach Japan zurückgekehrt. Dies teilte das Management des 31-jährigen Reutlingers am Dienstag mit. Die Nationalmannschaft hatte sich zum Zeitpunkt des Erdbebens im Trainingslager in Tenri befunden. 13.30 Uhr: Aus Japan zurückkehrende Helfer können sich kostenlos auf Radioaktivität untersuchenlassen. Das Landesinstitut für Gesundheit und Arbeit (LIGA) in Düsseldorf sei angewiesen worden, die dafür notwendigen Geräte vorrangig für diese Untersuchungen bereitzustellen, teilte das NRW-Arbeitsministerium am Dienstag mit. Auch anderen Rückkehrern soll eine solche Untersuchung angeboten werden. In den Universitätskliniken Essen und Köln sowie im Forschungszentrum Jülich stünden weitere Geräte für solche Tests zur Verfügung. 13.28 Uhr: Die Fische vor Japans Küste sind vermutlich nach den Havarien im japanischen Kernkraftwerk Fukushima kontaminiert. „Größe und Strömungen des Pazifiks machen eine Belastung im gesundheitsgefährdenden Bereich zum jetzigen Zeitpunkt aber eher unwahrscheinlich“, sagte Ulrich Rieth, zuständig für Fischereiökologie beim staatlichen Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Eine Gefährdung der deutschen Verbraucher durch Fisch aus Japan kann zum jetzigen Zeitpunkt aber ausgeschlossen werden.“ 13.28 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Renate Künast hat den Regierungsbeschluss zum vorübergehenden Stopp der ältesten Atomkraftwerke in Deutschland als völlig unzureichend kritisiert. „Es geht nicht einmal mehr um das Abschalten eines der ältesten Atomkraftwerke“, sagte Künast am Dienstag in Berlin. „In dem dreimonatigen Moratorium sollen nur noch die sieben ältesten außer Betrieb genommen und einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden.“ 13.26 Uhr: Mit einer Schweigeminute will die Europäische Fußball-Union (UEFA) in dieser Woche ihr Mitgefühl für die Opfer der Naturkatastrophe in Japan ausdrücken. Vor vier Champions-League-Partien, acht Spielen der Europa League sowie vier Begegnungen in der Champions League der Frauen soll der Opfer gedacht werden. Die „gesamte europäische Fußballfamilie wird geschlossen auf dem Rasen stehen“, erklärte UEFA-Präsident Michel Platini am Dienstag im Schweizer Nyon. 13.24 Uhr: Die Ankündigung der Bundesregierung, sieben alte Kernkraftwerke in Deutschland vorübergehend abzuschalten, geht Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) nicht weit genug. Das reiche nicht aus, erklärte Börnsen am Dienstag. Die Abschaltung auf Zeit betrifft auch das AKW Unterweser in Esenshamm. „Man muss neben dem Alter der Meiler auch auf deren Sicherheit schauen - und da ist das AKW Unterweser wegen der mangelnden Sicherheit insbesondere im Hinblick auf Flugzeugabstürze sofort und endgültig abzuschalten.“ 13.20 Uhr: Der Energiekonzern EnBW will das Atomkraftwerk Neckarwestheim I bei Heilbronn in den nächsten Tagen vom Netz nehmen. Dies geschehe freiwillig und sei nur vorübergehend, erklärte das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe. 13.12 Uhr: Die Strahlung im japanischen Kernkraftwerk in Fukushima ist weiter gestiegen. Die gemessenen Werte seien so hoch, dass das Personal nicht weiter in den Kontrollräumen des Reaktors bleiben könne, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. 13.04 Uhr: Nach der Reaktorkatastrophe in Japan gibt es nach Ansicht der EU-Kommission für Menschen in Europa keinerlei Gesundheitsgefahren. „Es gibt derzeit keinen Hinweis darauf, dass die radioaktive Verseuchung möglicherweise andere Teile der Welt als Japan und insbesondere die EU betreffen könnte“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. Auf Nachfragen sagte er: „Die Lage kann sich ständig verändern.“ 13 Uhr: Die Umweltorganisation Greenpeace hält die vorübergehende Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke für ein Täuschungsmanöver. „Das ist eine vertane Chance“, sagte Atomexperte Tobias Münchmeyer am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. „Ich befürchte sehr, dass das wieder eine Täuschung ist und man wieder mauschelt mit den Stromkonzernen, wie man es bereits im Herbst gemacht hat.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hätte die Meiler ganz vom Netz nehmen sollen, um Vertrauen zurückzugewinnen. „Sie hat sich als Zauderin entlarvt“, sagte Münchmeyer. 13 Uhr: Nach den jüngsten Ereignissen in Japan hat eine französische Behörde die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima auf Störfallstufe 6 von 7 eingeordnet. „Das ist jetzt eindeutig“, sagte André-Claude Lacoste von der unabhängigen Behörde für Atomsicherheit (ASN) am Dienstag in Paris. Stufe 7 war bisher nur einmal im Fall von Tschernobyl in der Ukraine erreicht worden. 12.59 Uhr: Die G8-Gruppe der führenden Industrienationen und Russland hat Japan Unterstützung beim Wiederaufbau nach der Atomkatastrophe zugesagt. Frankreich, das derzeit den Vorsitz in der G8 führt, soll Vorschläge ausarbeiten, wie die Folgen für die Weltwirtschaft in Grenzen gehalten werden können. Befürchtet wird, dass die Katastrophe auch in anderen Ländern das Wachstum dämpft. 12.53 Uhr: Der neue Film „Hereafter“ von Starregisseur Clint Eastwood (80) wird angesichts der Erdbebenkatastrophe aus den japanischen Kinos verbannt. Dies teilte das Hollywoodstudio Warner Brothers mit, wie der britische Sender BBC am Dienstag berichtete. In Eastwoods übersinnlichem Thriller geht es um Nahtod-Erfahrungen, eine Episode dreht sich um den Tsunami 2004 im Indischen Ozean. Ein Sprecher von Warner Brothers sagte, dass die Szenen zum gegenwärtigen Zeitpunkt höchst unpassend wären. Der Film war Ende Februar in 180 japanischen Kinos angelaufen. 12.44 Uhr: Präsident Nicolas Sarkozy hat Forderungen nach einem Umdenken in der französischen Atompolitik zurückgewiesen. „Ein Ausstieg kommt nicht in Frage“, sagte er nach einem Bericht der Zeitung „Le Figaro“ (Dienstag) nach einem Treffen mit der Parteispitze der Regierungspartei UMP. Die französischen Atomkraftwerke seien zehnmal sicherer als andere, da sie eine doppelte Schutzhülle hätten. 12.42 Uhr: Wind über Japan hat im Tagesverlauf gedreht. Bis zum Abend deutscher Zeit werden radioaktive Partikel aus den havarierten Reaktoren wieder in Richtung Pazifik geweht, wie Meteorologin Johanna Anger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Dienstag sagte. 12.34 Uhr:Die Lufthansa fliegt wegen der Atomkrise zunächst nicht mehr nach Tokio. Die Fluggesellschaft will ihre Flüge nach Japan aber grundsätzlich aufrechterhalten. 12.27 Uhr: Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag angesichts der sich zuspitzenden Lage im japanischen Atomkraftwerk Fukushima eingebrochen. Der Dax sackte bis Mittag um 4,53 Prozent auf 6555 Punkte ab und notierte damit so tief wie seit Oktober 2010 nicht mehr. 12.16 Uhr: Fast vier Tage nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami in Japan haben Helfer eine 70 Jahre alte Frau lebend aus den Trümmern ihres Hauses geborgen. 12.12 Uhr: Ein Augenzeuge des Tsunamis im Indischen Ozean von 2004 hat auch die jüngste Katastrophe in Japan überlebt. Der 39-jährige Zahrul Fuadi sagte laut Nachrichtenagentur Kyodo: „Wir wurden von Tsunamis gejagt von Aceh bis Japan.“ Der Doktorand war im Jahr 2004 auf einem Motorrad geflüchtet. Der Tsunami zerstörte damals das Haus seiner Familie. Während des Bebens in Japan mit der Stärke 9,0 am Freitag war Fuadi den Angaben nach auf einem Campus in Sendai. Die Stadt liegt in einer der am meisten zerstörten Gegenden. In Indonesien lehrt der Wissenschaftler Maschinenbau. 12.11 Uhr: Merkel sagte, die vorübergehende Abschaltung der sieben Atomkraftwerke werde rechtlich als „staatliche Anordnung aus Sicherheitsgründen“ umgesetzt. Diesen Weg werde die Regierung gehen. Wegen des Umfangs seien die Überprüfungen zudem am besten in einer Nichtbetriebsphase der Kraftwerke zu gewährleisten. 12.08 Uhr: Das niedersächsische Atomkraftwerk Unterweser wird nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorübergehend abgeschaltet. 12.07 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) betonte, es gehe bei dem gemeinsamen Beschluss nicht um die bevorstehende Landtagswahl. „Ich mach' keine Kehrtwende“, sagte Mappus. „Was wir tun, ergibt sich aus sich selbst heraus. Ich glaub', es ist die einzige Möglichkeit, es so zu machen, wie wir's machen.“ 12.06 Uhr: Merkel sagte, unabhängig von bevorstehenden Wahlen gehe es hier um Verantwortung in einer Situation, die es so noch nie gegeben habe. Seehofer ergänzte, er schalte in seinem Land Atomenergie ab, auch ohne bevorstehende Wahl. Das zeige, es gehe in erster Linie um die Verantwortung nach den katastrophalen Ereignissen in Japan. 12.06 Uhr: Merkel sagte, bei dem für den kommenden Dienstag geplanten Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder mit Atomkraftwerken „wird sich entfalten, wie das Moratorium ausgestaltet wird“. Anschließend seien auch Treffen in einem erweiterten Kreis geplant. Merkel sagte, bei den Vorgängen in Japan handele es sich um „eine Zäsur in der Geschichte der technisierten Welt“. Der Austritt von Radioaktivität in Folge des Erdbebens und des Tsunamis habe gezeigt, dass die „Auslegung des Kraftwerks auf die Naturgewalten nicht ausreichend war“. Dies sei der Grund für die aktuellen Entscheidungen. 12.05 Uhr: Der größte deutsche Energiekonzern Eon nimmt sein ältestes Kernkraftwerk Isar 1 in Bayern vom Netz. Für die Dauer des von der Bundesregierung angekündigten Moratoriums werde der Betrieb der Anlage unterbrochen, teilte Eon am Dienstag in Düsseldorf mit. 12.02 Uhr: RWE-Chef Jürgen Großmann warnt vor hohen Kosten eines Atomausstiegs in Deutschland. Die Gesellschaft müsse anerkennen, „dass man in einem Industrieland nicht einfach so auf Kohle und Kernenergie verzichten kann, wenn man Wohlstand und Versorgungssicherheit erhalten will“, sagte Großmann der Wochenzeitung „Die Zeit“ (Mittwoch). Es sei zwar „richtig, auf Erneuerbare zu setzen und sie auszubauen, aber man muss wissen, welchen Preis man dafür bezahlen will. Billige Energie und gleichzeitig ein kompletter Umbau der Stromversorgung sind eine Illusion“, sagte er. 12.01 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, die Entscheidung für die Sicherheitsüberprüfungen werde zur Folge haben, dass das Atomkraftwerk Biblis A schon früher vom Netz genommen werde. Es laufe planmäßig im Juni aus. Er sei dazu mit dem Betreiber RWE intensiv im Gespräch. Mit der aktuellen Entscheidung werde sehr deutlich, „dass wir es ernst meinen“. Beim nächsten Gespräch der Ministerpräsidenten aus Ländern mit Kernkraftwerken bei der Kanzlerin am nächsten Dienstag stünden Fragen der Entsorgung, der Infrastruktur und der erneuerbaren Energien und die Folgen daraus im Mittelpunkt. Der Autobauer BMW prüft derzeit mögliche Auswirkungen der Folgen des Erdbebens in Japan auf die Lieferkette. „Wir hoffen, dass wir in sieben bis zehn Tagen eine genaue Prognose abgeben können“, sagte Einkaufsvorstand Herbert Diess bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in München. Es gehe dabei unter anderem um Elektronikbauteile auch für deutsche Werke. „Japan gehört zu den zehn wichtigsten Märkten der BMW Group“, bekräftigte Vorstandschef Norbert Reithofer. 12 Uhr: Die vorübergehende Abschaltung betrifft die AKW Neckarwestheim I, Philippsburg I (Baden-Württemberg), Biblis A und B (Hessen), Isar I (München), Unterweser (Niedersachsen) und das ohnehin stillstehende AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein). Die deutschen Atommeiler lieferten zuletzt rund 23 Prozent des Stroms. 11.58 Uhr: Chinas Regierung hilft tausenden Landsleuten im Nordosten Japans bei der Evakuierung aus der Gefahrenzone um das Katastrophen-AKW Fukushima. Die Botschaft in Tokio organisierte am Dienstag Busse in die vier schwer betroffenen Präfekturen Fukushima, Miyagi, Ibaraki und Iwate. Sie sollen die Chinesen zu den Flughäfen Narita in Tokio und Niigata an der Westküste bringen, hieß es in einer Mitteilung der Botschaft. Nach widersprüchlichen chinesischen Presseberichten halten sich zwischen 20 000 und mehr als 30 000 Chinesen in Nordjapan auf. 11.56 Uhr: Das Atomlaufzeit-Moratorium ist nach Ansicht der der Gewerkschaft IG BCE nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dem müssten nun rasch weitere folgen, sagte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis am Dienstag in Hannover. Er forderte die Bundesregierung auf, unverzüglich zu Gesprächen einzuladen, um in Deutschland einen neuen Energiekonsens mit einem schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie zu ermöglichen. „Kaum etwas wäre schädlicher, als die Energiepolitik dem parteipolitischen Kalkül zu unterwerfen und ein Umsteuern in der Energieversorgung von Wahlterminen abhängig zu machen“, mahnte Vassiliadis. 11.56 Uhr: Röttgen betonte, Bund und Länder sähen die rechtliche Grundlage für ihre Maßnahmen gegeben. 11.56 Uhr: Die Flut hat vielen Japanern nur das gelassen, was sie am Körper tragen. Nun wird in einigen Regionen Schneefall erwartet. Doch die gut gemeinte Kleiderspende aus Deutschland leistet keine echte Hilfe. „Geldspenden können von den Hilfsorganisationen zumeist flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden“, erläutert das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI). „Die Transportkosten nach Japan sind höher als der Sachwert der Spenden“, sagt Silvia Holten von der Hilfsaktion World Vision Deutschland in Friedrichsdorf. Birte Steigert von der „Aktion Deutschland Hilft“ in Bonn erläutert: „Es ist auch ein logistisches Problem, 200 000 Decken dorthin zu bekommen. Außerdem kostet es uns zusätzliche Spendengelder, den Transport zu bezahlen.“ 11.52 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) sagte, man müsse jetzt mit den Betreibern über die Modalitäten sprechen. In seinem Land seien zwei der drei Reaktoren abgeschaltet und es werde keiner wieder ans Netz gehen, der nicht sicher sei. Wer ja sage zu regenerativen Energien, müsse auch ja sagen zum Netzausbau. 11.50 Uhr: Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) sagte, die Überprüfung aller Kernkraftwerke und die Anordnung der Abschaltung der älteren AKWs für den Zeitraum des Moratoriums erfolge auf Basis staatlichen Handelns, nicht auf Grundlage von Verträgen. Das Gesetz gebe entsprechende Möglichkeiten. „Das ist das Gebot äußerster Vorsorge“, sagte Röttgen. „Davon machen wir Gebrauch.“ 11.49 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte zum Ergebnis des Treffens: „Damit haben wir die richtigen Antworten gegeben auf die Zäsur, die durch Japan zweifelsohne entstanden ist.“ Besonders wichtig sei für ihn die Verbindung der Maximierung der Sicherheit, Beschleunigung der Energiewende und Internationalisierung der Sicherheitsdiskussion. 11.49 Uhr: Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) wies darauf hin, dass sich diese Maßnahmen auf die Energie-Preise auswirken werden. 11.46 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich mit den Ländern darauf verständigt, dass die sieben vor 1980 gebauten Kernkraftwerke vorübergehend abgeschaltet werden. Die betreffe die drei Monate, in denen die Laufzeitverlängerung ausgesetzt wird, sagte Merkel am Dienstag in Berlin nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder mit Atomkraftwerken. 11.42 Uhr: Vor der japanischen Ostküste auf Höhe der Präfektur Fukushima hat sich ein weiteres schweres Nachbeben der Stärke 6,3 ereignet. Das teilte Japans Meteorologischer Dienst am Dienstagabend (Ortszeit) mit. In Fukushima steht der Atomkomplex, in dessen Reaktorblöcken es während der vergangenen Tage Explosionen gab. 11.33 Uhr: Der italienische Energiekonzern Enel will bis 2015 kräftig investieren und setzt trotz der dramatischen Vorfälle in Japan weiter auf eine Renaissance der Atomenergie in Italien. Auf 31 Milliarden Euro bezifferte das Unternehmen am Dienstag die Investitionen bis 2015. Im Juni ist eine Volksabstimmung unter anderem um die von der Regierung geplante Rückkehr zur Kernkraft angesetzt. Italien war nach einer Volksabstimmung 1987 aus der Atomenergie ausgestiegen. 11.23 Uhr: Das schwere Erdbeben und die atomare Katastrophe in Japan zeigen erste Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsförderung (ZEW) in Mannheim verzeichnete bei seiner monatlichen Konjunkturumfrage ein Minus um 1,6 Punkte auf 14,1 Punkte. 11.12 Uhr: Thailand will demnächst Nahrungsmittel aus Japan auf radioaktive Verstrahlung testen. Das sagte Gesundheitsminister Jurin Laksanavisit am Dienstag. „Es gibt keinen Grund zur Panik“, betonte er. „Wir wollen Japan keine weiteren Probleme aufbürden, aber es ist unsere Pflicht, die Verbraucher zu schützen.“ In Thailand gibt es mehr als 1000 japanische Restaurants. Allein in Bangkok leben nach Schätzungen 50 000 Japaner. Singapur hatte schon am Montag besondere Tests bei japanischen Nahrungsmitteln angekündigt. 10.49 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Dienstagmorgen mit den fünf Ministerpräsidenten zusammengekommen, in deren Ländern Atomkraftwerke stehen. Merkel will mit ihnen über die Zukunft der Anlagen sprechen. 10.45 Uhr: Unionsgeschäftsführer Peter Altmaier sieht durch die von der Kanzlerin ausgesetzten verlängerten Atomlaufzeiten keine rechtlichen Probleme mit den AKW-Betreibern oder mit dem Bundestag. „Der Verlängerungsbeschluss war kein Verlängerungsmuss. Er hat die Möglichkeit geschaffen, die Atomkraftwerke länger zu betreiben (...) Er hat keine Aussage darüber getroffen, wie lange sie betrieben werden müssen“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in Berlin. 10.42 Uhr: In der Wand von Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima Eins klaffen zwei acht Quadratmeter große Löcher. Das berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag unter Berufung auf die Nukleare Sicherheitsagentur des Industrieministeriums. Der Kraftwerkbetreiber Tepco hatte den Behörden die Löcher in der Nordwestwand des Reaktors gemeldet. 10.37 Uhr: In der japanischen Fußball-Liga wird es bis Anfang April keine Spiele mehr geben. Die J-League verlängerte die Frist wegen der Erdbebenkatastrophe und deren Folgen. Zunächst hatte der Liga-Verband alle für diesen Monat geplanten Partien abgesagt. Die Vertreter führender Clubs haben sich am Dienstag in Tokio getroffen und auch die für den 2. und 3. April geplanten Spiele abgesagt, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. 10.29 Uhr: Der Autozulieferer Continental stellt für die von Erdbeben und Tsunami zerstörten Regionen in Japan 250 000 Euro Soforthilfe bereit. „Unsere Gedanken sind derzeit beim japanischen Volk, das eine seiner schwersten Stunden durchleben muss“, erklärte Vorstandschef Elmar Degenhart am Dienstag in Hannover. Die eigenen Standorte und Mitarbeiter von Conti seien von den Auswirkungen der Katastrophe glücklicherweise weitgehend verschont geblieben. 10.24 Uhr: Die japanische Regierung stellt in einem ersten Schritt rund 265 Millionen Euro als Notfallhilfe für die Bürger in Katastrophengebieten bereit. Das Geld sei für Essen, Wasser, Decken und Medizin, wie der Regierungssprecher Noriyuki Shikata am Dienstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter bekannt gab. 10.24 Uhr: Die Horrornachrichten aus Japan haben australische Investoren verschreckt. Der ASX 200 erlitt am Dienstag den stärksten Einbruch seit neun Monaten. Er schloss mit 4528 Punkten, zwei Prozent niedriger als am Montag. Schnäppchenjäger verhinderten kurz vor Börsenschluss einen noch größeren Einbruch. Die weltweite Debatte um die Sicherheit von Atomkraftwerken bescherte dem Uran-Förderer Energy Resources of Australia und anderen Energiefirmen zweistellige Einbußen. In Australien lagern 40 Prozent der weltweit förderbaren Uranvorkommen. Uran ist ein Primärenergieträger in Atomkraftwerken. 10.14 Uhr: Ein weiterer Kursturz in Tokio angesichts neuer Hiobsbotschaften zu den japanischen Atomkraftwerken hat auch den Dax am Dienstag tief ins Minus gedrückt. Im frühen Handel sackte der deutsche Leitindex um 2,43 Prozent auf 6700 Punkte ab und notierte damit so schwach wie seit Ende November nicht mehr. 10.11 Uhr: Die Kühlung in Reaktor 4 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Eins droht auszufallen. Die Brennstäbe könnten das Kühlwasser zum Kochen bringen und verdampfen lassen, teilte die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag unter Berufung auf den Betreiber Tepco mit. Der Reaktor 4, der in den vergangenen Stunden zwischenzeitlich Feuer gefangen hatte, war vor dem heftigen Erdbeben am Freitag für Wartungsarbeiten vom Netz genommen worden. 10.08 Uhr: Ein israelischer Atomexperte hat Japan vorgeworfen, die große Gefahr einer nuklearen Katastrophe zu verschleiern. „Die Japaner verheimlichen Tatsachen über das Atomunglück und den vermutlich sehr großen Schaden“, sagte der Chemieprofessor und ehemalige Abgeordnete Uzi Even der israelischen Zeitung „Maariv“ (Dienstagsausgabe). 10.06 Uhr: In Japan dreht der Wind vorübergehend auf Nord und droht, radioaktive Partikel aus den havarierten Reaktoren Richtung Tokio zu wehen. Einige Stunden lang wehe der Wind am Dienstag (Mitteleuropäischer Zeit) in Bodennähe aus Norden, sagte Meteorologin Johanna Anger vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Dienstag. In Höhen von über 1000 Metern bleibe es bei der kräftigen Westströmung von der japanische Küste auf den Pazifik. 9.49 Uhr:Trotz der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im eigenen Land hat Japan dem südostasiatischen Land Kambodscha Millionenunterstützung für Entwicklungsprojekte zugesagt. Japans Botschafter in Phnom Penh, Masafumi Kuroki, unterzeichnete am Dienstag mit dem kambodschanischen Regierungschef Hun Sen einen Vertrag über 94 Millionen Dollar (67 Millionen Euro). Mit dem Geld soll unter anderem das Abwassersystem der Hauptstadt Phnom Penh verbessert werden, um Überschwemmungen zu verhindern. 9.22 Uhr:In drei Präfekturen um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima haben die Vorbereitungen auf die Evakuierung begonnen. Die Regierung der Präfektur Yamagata stelle eine Liste mit Schutzräumen für die Flüchtenden zusammen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. „Wir arbeiten daran festzustellen, wie viele Evakuierte wir aufnehmen und welche Einrichtungen wir als Unterschlupf nutzen können“, sagte eine Sprecher der Präfektur Tochigi. Ministerpräsident Naoto Kan hatte am frühen Morgen dazu aufgerufen, einen Umkreis von 20 Kilometern um das Atomkraftwerk Fukushima Eins und 10 Kilometer um Fukushima Zwei zu räumen. In einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometern um Fukushima Eins sollten die Einwohner ihre Häuser nicht verlassen. 9.02 Uhr: Nicht nur die Furcht vor radioaktiver Strahlung macht sich breit, sondern mehr noch die Sorge vor einem weiteren Megabeben. Laut der Japanischen Wetteragentur besteht noch bis Mittwoch eine 70-prozentige Wahrscheinlichkeit eines Nachbebens der Stärke 7 oder mehr. In den folgenden Tagen verringert sich diese auf 50 Prozent. 8.59 Uhr: Die Kühlung in den Reaktoren 1 und 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1 ist nach Angaben der japanischen Regierung stabil. Ob auch Kühlwasser in Reaktor 2 eingeleitet werden könne, bleibe abzuwarten, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Im Reaktor 2 war es am Morgen (Ortszeit) zu einer neuen Explosion gekommen, wobei laut Regierung erstmals eine innere Reaktorhülle beschädigt wurde. 8.55 Uhr: Weitere Schäden im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1: Auch die Kühlung der Reaktoren 5 funktioniere offenbar nicht mehr einwandfrei, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag. Dies berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. 8.46 Uhr: Im Reaktorblock 4 des Unglückskraftwerks Fukushima Eins brennt oder brannte nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ein Becken mit gebrauchtem Brennstoff. Radioaktivität entweiche von dort direkt in die Atmosphäre, teilten japanische Behörden der UN-Behörde am Dienstag mit. Nach Informationen aus Japan ist der Brand inzwischen gelöscht. Die IAEA bestätigte das bisher nicht. 8.18 Uhr: Die japanische Notenbank hat ihre Stützungsmaßnahmen für das Finanzsystem zur Eindämmung der Folgen der Erdbeben-Katastrophe am Dienstag fortgesetzt. Angesichts des hohen Bedarfs an Liquidität der heimischen Banken seien erneut Milliarden in das Bankensystem gepumpt worden, nachdem die Währungshüter am Vortag bereits eine Rekordsumme bereitgestellt hatten. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo nannte als Sofortmaßnahme der Notenbank am Dienstag eine Zahl von acht Billionen Yen (rund 70 Milliarden Euro). 8.15 Uhr: Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan hat die den Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima scharf kritisiert. „Das Fernsehen berichtet von einer Explosion. Aber dem Büro des Premiers wird eine Stunde lang nichts gesagt“, zitierte ihn die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. Die Regierung und die Öffentlichkeit seien unzufrieden mit der Informationspolitik. 8.06 Uhr: EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat seine Forderung nach einer globalen Neubewertung der Atomkraft bekräftigt. „Wir müssen überlegen, ob wir als Europäer diese Debatte nicht mit den USA und China gemeinsam führen müssten“, sagte er am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. 7.40 Uhr:Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) schließt nicht aus, dass das Aussetzen der Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke zu einem weiteren Anstieg der Strompreise führt. 7.24 Uhr: Die Ölpreise sind am Dienstag weiter gesunken. Derzeit überwiege die Sorge vor den Folgen einer möglichen Atomkatastrophe in Japan die Auswirkungen der anhaltenden Unruhen in Nordafrika, hieß es am Markt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen im asiatischen Handel 111,78 US-Dollar und damit 1,89 Dollar weniger als am Vortag. 7.18 Uhr: Die Angaben der japanischen Regierung über einen beschädigten Reaktorbehälter deuten nach Einschätzung eines Greenpeace-Experten auf eine „neue Dimension der Katastrophe“ hin. Sollten die Informationen stimmen, könnten große Mengen von Radioaktivität freigesetzt werden, sagte Energieexperte Tobias Münchmeyer am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. 6.57 Uhr: Nach einer neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima ist die radioaktive Strahlung auch in der Nähe der japanischen Hauptstadt Tokio angestiegen. Die Werte seien aber kein Risiko für die Gesundheit, teilte das Wissenschaftsministerium am Dienstag nach Berichten der Nachrichtenagentur Kyodo mit. In Tokio wurden geringe Mengen radioaktiver Substanzen gemessen, darunter Cäsium und Jod, wie die Verwaltung der Metropolregion erklärte 6.13 Uhr: Nach einer weiteren Explosion im japanischen Krisen-Atomkraftwerk Fukushima ist der Luftraum über der Anlage gesperrt worden. Für einen 30-Kilometer-Radius über den Reaktoren gelte eine Flugverbotszone, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstagmittag (Ortszeit) unter Berufung auf die Regierung. 5.32 Uhr: Das Einsatzteam des Technischen Hilfswerks (THW) beendet seinen Einsatz in Japan. Rund 100 Stunden nach dem Erdbeben und dem Tsunami gebe es praktisch keine Chancen mehr, dass es in den Katastrophengebieten noch Überlebende gibt, sagte Teamleiter Ulf Langemeier am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa im Einsatzlager in Tome. 4.58 Uhr: Die Börse in Tokio hat am zweiten Handelstag nach der Naturkatastrophe in Japan dramatische Kursverluste erlitten. Das Minus des Nikkei-Index für 225 führende Werte lag nach Handelsmitte bereits im zweistelligen Bereich. Mit Stand um kurz vor 13.00 Uhr hatte der asiatische Leitindex schon mehr als 1250 Zähler verloren und notierte bei 8369 Punkten. Das entsprach etwa minus 13 Prozent. 4.49 Uhr: Eine geringe Menge radioaktiver Substanzen sei in Tokio gemessen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. Im Großraum Tokio leben mehr als 35 Millionen Menschen. Das Atomkraftwerk Fukushima liegt etwa 250 nordöstlich der japanischen Hauptstadt. 4.23 Uhr: Das Feuer im Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima ist offenbar gelöscht. Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiber Tepco. 3.33 Uhr: Mit zunehmender Entfernung vom Atomkraftwerk werde die Strahlung geringer, sagte Regierungssprecher Edano. „Wir können unser Alltagsleben weiterführen“, erklärte er. 3.30 Uhr: Die Strahlung rund um die beschädigten Reaktoren in Fukushima hat nach Angaben der Regierung gefährliche Werte erreicht. „Wir reden jetzt über eine Strahlendosis, die die menschliche Gesundheit gefährden kann“, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Anwohner, die sich trotz Evakuierungsanordnung noch in dem Sicherheitsradius befinden, sollten Türen und Fenster geschlossen halten und beispielsweise keine Wäsche nutzen, die draußen hängt. 3.25 Uhr: Bei der Explosion in Block 2 am Dienstag sei wahrscheinlich ein Teil des Reaktorbehälters beschädigt worden, bestätigte Edano. 3.24 Uhr: Die japanische Regierung hat nach der neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima die Bevölkerung aufgefordert, in einem Umkreis von 30 Kilometern in geschlossenen Räumen zu bleiben. Ministerpräsident Naoto Kan sagte am Dienstag, die meisten Menschen in einem Radius von 20 Kilometer um das Atomkraftwerk hätten das Gebiet bereits verlassen. 3.19 Uhr: Regierungssprecher Yukio Edano sagte, in den Reaktorblöcken 1 bis 3 werde das Einpumpen von Wasser planmäßig fortgesetzt. Es gelte jetzt, diese Kühlung aufrechtzuerhalten. Nach der Explosion im Reaktor 2 sei eine begrenzte Menge Radioaktivität ausgetreten, sagte Edano. 3.11 Uhr: Im Reaktor 4 im Atomkraftwerk Fukushima Eins ist es zu einem Brand gekommen. Das teilte der Regierungssprecher Yukio Edano am Dienstag mit. 3.10 Uhr: Der japanische Ministerpräsident Naoto Kan rief die Bevölkerung in den Evakuierungszonen um die beiden Atomkraftwerke von Fukushima eindringlich auf, diese Gebiete zu verlassen. Die meisten Bewohner hätten diese Aufforderung bereits befolgt. Jetzt würden alle aufgefordert, die Zonen zu verlassen. Geräumt werden sollen ein Umkreis von 20 Kilometern um Fukushima Eins und 10 Kilometer um Fukushima Zwei. 3 Uhr: Die Angst vor dem Atomunfall in Japan breitet sich in der Bevölkerung immer mehr aus. Der Englischlehrer Mark Kemp lebt rund 120 Kilometer von dem Unglücks-Atomkraftwerk Fukushima entfernt. Dem Sender BBC berichtete er: „Je mehr in dem Werk schief geht, desto weniger fühlen sich 120 Kilometer an.“ Als er in der Stadt unterwegs gewesen sei, habe jeder angespannt gewirkt. „Sie scheinen zwar zu versuchen, normal weiterzumachen. Aber es liegt eindeutig eine Anspannung in der Luft. Das kann man ganz deutlich spüren.“ 1.57 Uhr: Die Talfahrt der japanischen Aktienmärkte hat sich auch am zweiten Handelstag nach der verheerenden Naturkatastrophe fortgesetzt. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte am Dienstagmorgen wie schon am Vortag gleich zu Handelsbeginn ab. Gegen 9.30 Uhr Ortszeit hatte der asiatische Leitindex bereits rund fünf Prozent verloren. Mit einem Minus von knapp 500 Zählern notierte er rund eine halbe Stunde nach Handelsbeginn bei 9 160 Punkten. Am Montag hatte der Nikkei bereits die psychologisch wichtige 10 000-Punkte-Marke unterschritten. 1.51 Uhr: Bei der Explosion im Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Fukushima wurde nach einer Meldung der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo auch der Reaktorbehälter beschädigt. Es werde befürchtet, dass Radioaktivität austrete, meldete die Agentur. 1.42 Uhr: Ein Tepco-Sprecher teilte nach Berichten des Rundfunksenders NHK mit, das Unternehmen habe die Regierung von der Notsituation unterrichtet. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Kernschmelze komme. 1.20 Uhr: Der Betreiber Tepco habe am Atomkraftwerk Fukushima kurzzeitig eine Strahlung von 8217 Mikrosievert pro Stunde gemessen, berichtete die Agentur Kyodo. In Deutschland liegt die natürliche Strahlenbelastung nach Angaben des Bundesumweltministeriums in einem ganzen Jahr bei durchschnittlich 2400 Mikrosievert. 1.10 Uhr: Das dringend benötigte Kühlwasser an den Brennstäben im Reaktor 2 ist wieder gestiegen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiber Tepco berichtete. 1,20 Meter und damit ein gutes Viertel der vier Meter langen Brennstäbe sei nun wieder mit Wasser bedeckt. Die Stäbe waren zuvor mehr als zwei Stunden ohne kühlende Flüssigkeit gewesen. Ohne Kühlung droht die Kernschmelze. 0.56 Uhr: Nach der Explosion im Atomkraftwerk ist nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo bei Ibaraki südlich von Fukushima erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden. Die Gegend liegt nördlich von Tokio. 0.53 Uhr: Im Atomkraftwerk Fukushima seien noch 50 Mitarbeiter, erklärte der Betreiber Tepco. Diese bemühten sich darum, die Stabilität der Anlage zu sichern. 0.45 Uhr: Ein Sprecher der Betreibergesellschaft Tepco teilte auf einer im japanischen Fernsehen übertragenen Pressekonferenz mit, nach dem Explosionsgeräusch um 6.15 Uhr Ortszeit (22.15 Uhr MEZ) habe man einen Druckabfall im Reaktorbehälter festgestellt. Dies deute darauf hin, dass die innere Druckkammer des Reaktors beschädigt worden sei. 0.44 Uhr: Am Reaktor 2 des Atomkraftwerkes in Fukushima hat eine Teilevakuierung begonnen. Einige Arbeiter seien bereits in Sicherheit gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco. Wie viele Menschen noch in der Gefahrenzone sind, war zunächst unklar. 0.39 Uhr: Die Betreiberfirma Tepco sprach am Dienstag von einer „sehr schlimmen Szenario“. Nach der Explosion habe man damit begonnen einen Teil der Arbeiter in Sicherheit zu bringen. 0.32 Uhr: Zum Zeitpunkt der Explosion herrschte nach Angaben von Meteorologen Nordwind. Dies würde bedeuten, dass radioaktive Teilchen nach Süden in Richtung Tokio gelangen könnten. Die japanische Hauptstadt liegt 260 Kilometer südwestlich von Fukushima Eins. 0.28 Uhr: Es sei unklar, ob Dampf oder flüssiges Wasser ausgetreten sei, berichtete der Sender NHK. Im Unterschied zu den ersten beiden Explosionen am Samstag und Montag sei diesmal nicht nur das äußere Reaktorgebäude, sondern auch der innere Druckbehälter beschädigt worden. 0.24 Uhr:Im Atomkraftwerk Fukushima ist es am Dienstag erneut zu einer Explosion gekommen. Dabei wurde möglicherweise der innere Druckbehälter beschädigt, meldeten die japanische Nachrichtenagentur Kyodo und der Rundfunksender NHK. Danach sei in der Umgebung erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Der Grenzwert sei überschritten worden. Es bestehe aber keine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit. 0.13 Uhr: Der Druckbehälter an Reaktor 2 im Atomkraftwerk Fukushima ist vielleicht beschädigt worden. Das meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstagmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf die Regierung. 0.06 Uhr: Auch am Reaktorblock 2 am Atomkraftwerk Fukushima hat es womöglich eine Explosion gegeben. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstagmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf die Regierung.

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