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Rot Weiss Ahlen

Nicht blenden lassen

Franz Prinz

Ahlen. Für Christian Wück ist es diesmal „ein Spiel wie jedes andere“, nachdem er vor knapp acht Wochen „die Besonderheit der Begegnung wegen der Erinnerung an alte Zeiten“ noch betont hatte. Aber so ist das halt, wenn der Liga-Alltag Einzug hält. Und dieser beschert dem Trainer von Fußball-Zweitligist Rot-Weiß Ahlen zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit eine Begegnung mit der Vergangenheit. Der 1. FC Nürnberg, der Klub, bei dem Wück sich seine ersten Lorbeeren als Fußballprofi verdiente, gastiert erneut im Wersestadion. Am Sonntag ab 14 Uhr geht es diesmal allerdings um Punkte, nachdem Anfang August die erste Pokalhauptrunde beide Teams zusammen geführt hatte. Baldo di Gregorio und Philipp Heithölter brachten in dieser Partie ihre beiden Strafstöße nicht im Tor der Nürnberger unter, die Spieler der Cluberer trafen dafür allesamt und so hieß der Sieger nach 120 Minuten und packendem Elfmeterschießen Nürnberg. Knapp 250.000 Euro – so viel gab es für das Erreichen der zweiten Runde – ging den Ahlenern damals durch die Lappen. Das wurmt sie heute noch. Schon allein deshalb will man jetzt dafür unbedingt die Punkte aus der Meisterschaftspartie. Auch, weil danach mit Kaiserslautern, Freiburg, Aachen, Mainz und Duisburg hammerharte Begegnungen auf Wücks Mannen warten. Gegen den 1. FC Nürnberg bestehen hingegen keine schlechten Chancen, erneut zu punkten, denn der Club ist angeschlagen, patzte auch im Montagspiel gegen den MSV Duisburg und sucht mit aktuell fünf Zählern in diesen ersten Herbsttagen ganz verzweifelt Anschluss an das Mittelfeld. Dennoch will Manager Martin Bader nichts von einem weiteren Wechsel auf der Trainerposition wissen, wo der bisherige Co- Trainer Michael Oenning seinen Chef Thomas von Heesen schon nach drei Spieltagen ablöste. „Ich bin überzeugt, dass es mit diesem Trainer passt“, stärkte Bader dem neuen Coach den Rücken. Das aktuelle Problem der Nürnberger formulierte Oenning so. „Wir sind derzeit nicht in der Lage, unser Spiel durchzubringen.“ Genau dies wollen sie jedoch in Ahlen schaffen. Hierbei hofft er, dass seine Spieler sich in den Trainingseinheiten nach der Partie gegen Duisburg das nötige Selbstvertrauen geholt haben.

Christian Wück hingegen warnt seine Spieler: „Wir dürfen uns von der aktuellen Situation in Nürnberg und den bisherigen Ergebnissen nicht blenden lassen.“ Zu ungenaues Passspiel in vielen Szenen und zu viele vergebene Chancen hatte er trotz des 3:1-Sieges in Wehen gesehen. Dies abzustellen war wichtigste Aufgabe in dieser Trainingswoche. „Nur wenn alle bereit sind, auch voll zu verausgaben, haben wir gegen den Club eine Chance, denn die Nürnberg werden bis zum Umfallen kämpfen, um aus dem Tabellenkeller herauszukommen“, glaubt Wück.

Größere personelle Veränderungen sind nicht zu erwarten. Gibson und Bäumer könnten wieder mitmischen. Martin Stahlberg hingegen gehört noch nicht wieder zum Kader. Zudem ist Daniel Chitsulo (Knöchelverletzung) leicht angeschlagen. Hinter seinem Einsatz steht ein Fragezeichen.

Die voraussichtliche Aufstellung: Lenz – Busch, die Gregorio, Miletic, Maul – Thioune, Heithölter – Book – Großkreutz, Reus – Toborg

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