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Noch keine Spur nach Bluttat im Jemen

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Sanaa/Berlin - Nach der Entführung mehrerer Deutscher und anderer Ausländer im Jemen und der Ermordung von zwei deutschen Frauen und einer Koreanerin gibt es noch keine Spur von den Vermissten. „Der Krisenstab arbeitet weiter mit Hochdruck an der Aufklärung“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Dienstagmorgen. Die zwei deutschen Pflegehelferinnen und die koreanische Lehrerin waren am vergangenen Freitag gemeinsam mit einer fünfköpfigen deutschen Familie und einem 45 Jahre alten britischen Ingenieur nördlich der Hauptstadt Sanaa entführt worden.

Beamte in der nordwestlichen Provinz Saada sagten, die Leichen der Frauen, die mit Pistolen und Dolchen umgebracht wurden, seien am Montag im Nuschur-Tal nahe der Ortschaft Akwan entdeckt worden. Die Opfer waren laut Innenministerium zwischen 22 und 27 Jahre alt. Zu der Entführung und der Ermordung der Frauen hat sich bislang niemand bekannt.

Die drei Frauen waren am vergangenen Freitag gemeinsam mit einer fünfköpfigen deutschen Familie und einem 45 Jahre alten britischen Ingenieur nördlich der Hauptstadt Sanaa entführt worden. Berichte westlicher Medien über insgesamt sieben Tote konnten von den jemenitischen Behörden nicht bestätigt werden. Kurz Kurz nach dem Fund der drei toten Frauen seien unweit des Fundortes die zwei Töchter des deutschen Ehepaares lebend entdeckt worden, hieß es. Die Mädchen sind den Angaben zufolge zwei und drei Jahre alt.

Zu Gerüchten über mögliche Verhandlungen mit den Kidnappern wollte die Regierung in Sanaa nicht Stellung beziehen. Die Ausländer hatten alle im Auftrag der in den Niederlanden registrierten Wohltätigkeitsorganisation Worldwide Services am Al-Dschumhuri- Krankenhaus in der Stadt Saada gearbeitet.

Das Auswärtige Amt bestätigte den Bericht über den Leichenfund zunächst nicht. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in Berlin lediglich: „Wir kennen diese Meldungen. Wir gehen dem nach.“ „Die Lage ist extrem verworren, es kursieren wilde Gerüchte über angebliche Geheimverhandlungen“, sagte ein jemenitischer Beobachter.

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