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USC Münster

Noch nicht gut genug - USC verliert gegen Wiesbaden

Wilfried Sprenger

Münster - Als der Ball ein letztes Mal in dieser Saison zu Boden getropft war, und die Helfer eilig Vorbereitungen für die anschließende Ehrung vornahmen, wird sich mancher treue USC-Fan spontan an den Pfingstsonntag 2005 erinnert haben. Es war der Tag, an dem der Frauenvolleyball-Bundesligist seine vorerst letzte Meisterschaft gewann und die Menschen am Berg Fidel, 5000 sollen es gewesen sein, in einen kollektiven Freudentaumel versetzte.

Am Samstag war Münster nur Zuschauer bei den Feierlichkeiten. Diesmal tanzten und jubelten Spielerinnen und 150 mitgereiste Anhänger des 1. VC Wiesbaden, der vor fünf Jahren, als der USC seine letzte große Party feierte, gerade einmal ein Jahr Bundesligist war. Nun freuten sich die Hessinnen über die deutsche Vizemeisterschaft.

Mit dem 3:1 (25:22, 25:17, 23:25, 25:14) in Münster „versilberten“ sie ihre großartige Saison hinter Titelträger Vilsbiburg. Als Münsters Vizepräsident Jürgen Schulz den überglücklichen Wiesbadenerinnen zusah, füllten sich seine Augen mit Glanz. „Das wollen wir auch wieder erleben“, sagte er.

Der USC hat die Serie auf Platz acht abgeschlossen. Die Verantwortlichen im Club werten dies als Erfolg, nach vielen mageren Jahren und der zwischenzeitlich drohenden Insolvenz freut man sich beim Rekordmeister auch über kleine Schritte „in die richtige Richtung“ (Schulz). Zurecht wähnt sich der Verein auf einem guten Weg, doch zur nationalen Spitze, in die Münster so gern wieder vordringen möchte, klafft noch eine große Lücke.

Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass die Unabhängigen ihre abschließenden Heimspiele gegen Dresden (0:3) und Wiesbaden deutlich und verdient verloren haben. Diese Niederlagen sollten auch jenen die Augen geöffnet haben, die nach den zweifellos spektakulären Siegen über Vilsbiburg, Schwerin und in Suhl die Ansicht vertraten, dass Münster schon wieder ganz vorn mitmischen könne.

Nein, so weit ist der USC noch nicht. Vizemeister Wiesbaden deckte am Samstag vor 1678 Zuschauern die Schwachstellen ziemlich humorlos auf. Münster hatte einige handfeste Probleme in der Annahme. Und wenn der Aufschlag, das beste Argument des USC, Spiele zu gewinnen, nicht funktioniert, führt dies zwangsläufig in den Misserfolg. „Wenn man Mannschaften vom Kaliber Wiesbadens bezwingen will, muss man über einen längeren Zeitraum am absoluten Limit spielen. Das ist uns heute nicht gelungen und deshalb geht das Ergebnis auch völlig in Ordnung“, befand Coach Büring.

Lediglich im dritten Satz und somit nur für kurze Zeit bot der Hausherr im letzten Pflichtspiel der Saison erfolgreich Paroli, im vierten hatte er nichts mehr zu bestellen. Wiesbaden stellte ihm Aufgaben, die er nicht lösen konnte. Den letzten Ball versenkte Johanna Barg, die Ex-Münsteranerin.

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