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Noch nicht über den Berg

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Die Privatuniversität Witten-Herdecke ist an der Pleite vorbei geschrammt. Ganz über den Berg ist sie aber noch nicht: Die älteste deutsche Privatuni muss den Zusagen zur Strukturreform in den nächsten Monaten Taten folgen lassen.

Sponsoren, Landesregierung und der Wissenschaftsrat werden genau darauf achten, dass der straffe Sparkurs eingehalten und die Qualität der Hochschule gesteigert wird. Die alte Geschäftsführung der Uni hatte über Jahre keinen seriösen Wirtschaftsplan vorlegen können. Am Ende wurde es den Gesellschaftern und dem Land zu bunt: Erst nach dem Rücktritt des Präsidiums wird der Geldhahn wieder aufgedreht.

Mit weniger Personal, mehr Studenten, neuen Studiengängen und höheren Studiengebühren steht Privatuni vor großen Herausforderungen. Die Vorgabe „Mehr Quantität mit mehr Qualität“ verlangt ein völliges Umdenken in Witten. Der liberale Wissenschaftsminister Pinkwart macht keinen Hehl aus seiner Sympathie für eine private Hochschule. Ein Fass ohne Boden aber will und kann er auf Dauer nicht finanzieren.

Künftig rücken praxisnahe Disziplinen wie Pflegewissenschaften und Demenzversorgung stärker in den Fokus. Nicht alle Sponsoren wollten den Weg mitgehen – doch die Kursänderung birgt neue Chancen.Wilfried Goebels

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