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Ahlener SG

„Noch zu große Schwankungen“

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Ahlen - Am Freitagabend beenden die Youngsters der HSG Ahlen-Hamm mit dem WHV-Pokalspiel in Ibbenbüren ihre Winterpause. Bevor die Rückrunde in der Dritten Handball-Liga startet, bleibt noch eine Woche zur Vorbereitung. Im Interview mit der „AZ“ blickt Trainer Rob de Pijper auf die ersten Spiele seiner noch jungen Trainerlaufbahn zurück und wagt auch einen Blick nach vorne.

Die Youngsters haben die Hinrunde in der Dritten Handball-Liga bis auf ein Spiel abgeschlossen. Wenn Sie an die letzten vier Monate denken, wie zufrieden sind Sie mit der Leistung bisher? Immerhin haben Sie im Sommer mehr oder weniger bei null angefangen.

Rob de Pijper: Zunächst haben wir versucht, aus Spielern von sechs verschiedenen Vereinen eine Mannschaft zu machen. Alle haben natürlich ihre eigene Qualität, aber als Mannschaft zusammenzuspielen, erfordert mehr als individuelle Stärke. Wir haben momentan noch zu große Schwankungen, womit ich als Trainer nicht zufrieden sein kann.

Ihre Mannschaft überwintert auf Platz acht, damit wäre der Klassenerhalt aktuell gesichert. Wie schwer wird es, diese Position zu verteidigen?

Rob de Pijper : Wenn wir genauso eine Wundertüte sind wie bei einigen Spielen der Hinrunde, dann wird es schwer. Wenn wir aber eine konstantere Leistung abrufen können, werden wir es schaffen.

Ihre Mannschaft verbuchte die meisten Punkteteilungen. Fünf Spiele gingen bislang unentschieden aus. Aus heutiger Sicht fünf gewonnene oder fünf verschenkte Punkte?

Rob de Pijper: Das ist schwer zu sagen. Während der Saison gleicht sich das immer aus - mal ein Punktverlust, mal ein Punktgewinn. Aber sicherlich müssten wir in einigen entscheidenden Phasen etwas abgeklärter spielen.

Die ersten neun Mannschaften der jetzigen Liga West sind auch im kommenden Jahr in der Dritten Liga vertreten. Wie groß ist der Erfolgsdruck auf Sie und die Mannschaft?

Rob de Pijper: Wenn wir dieses Jahr nicht mit diesem Erfolgsdruck umgehen können, wird es nächstes Jahr in der Dritten Liga noch schwerer. Wenn wir 15 Punkte oder mehr in der Rückrunde holen, dann haben wir eine große Chance, drin zu bleiben.

Seit dem Wechsel von Torsten Friedrich als Torwart ins Bundesliga-Team der HSG Ahlen-Hamm fühlt Sebastian Schmidt diesen Posten alleine aus. Verstärkung gibt es immer mal wieder aus der Verbandsliga beziehungsweise A-Jugend der Ahlener SG. Wie sehen die Planungen für diese Position in der Rückrunde aus?

Rob de Pijper: Der Verlust von Torsten Friedrich war natürlich schwer. Das ist schon jemand mit viel Erfahrung, aber Sebastian Schmidt macht seinen Job sehr ordentlich. Die Planungen laufen noch, Gespräche werden geführt.

Planen Sie sonstige personelle Veränderungen oder Verstärkungen für die Rückrunde?

Rob de Pijper: Nein, der Kader bleibt unverändert.

Im Angriff läuft es bei Ihrer Mannschaft gut, die Abwehr sorgt aber weiterhin für Sorgenfalten auf der Stirn. In den ersten 14 Spielen hat Ihre Mannschaft nur einmal weniger als 30 Gegentore kassiert. Ansonsten lag die Zahl immer über 30, teilweise sogar deutlich. Wie wollen Sie diese Baustelle beheben?

Rob de Pijper: Zum einen hat das sicherlich auch mit unserem schnellen Angriffsspiel zu tun. Zum anderen vergeben wir auch leichtfertig unsere Chancen im Angriff, wodurch die Gegner immer zu einfachen Toren kommen können. Wir werden weiterhin die Abwehr trainieren, trainieren, trainieren. Und dann muss irgendwann mal der Punkt kommen, wo wir weniger als 25 Toren kassieren und ich meiner Mannschaft eine Kiste Bier ausgeben kann.

Als Co-Trainer haben Sie schon beim ASV Hamm Erfahrung sammeln können. Die Youngsters sind für Sie nun die erste Station als Chef-Trainer. Was hat sich geändert?

Rob de Pijper: Sicherlich ist das alles Neuland. Jetzt bin ich derjenige, der in der Verantwortung steht. Es ist ein Riesenunterschied zwischen Co-Trainer und Trainer. Man muss jede Trainingseinheit selber vorbereiten und leiten, und wenn man das macht, lernt man auch am meisten. Ich bin mir aber bewusst, dass ich noch viel lernen muss, und ich bin bereit, mich weiterzuentwickeln.

Wie groß ist für Sie persönlich die Belastung, neben der Arbeit als Coach der Youngsters auch weiterhin als Co-Trainer des Bundesliga-Teams der HSG Ahlen-Hamm zu fungieren?

Rob de Pijper: Um ehrlich zu sein, etwas zu groß. Dadurch, dass Torsten Friedrich jetzt als Torwart zum Bundesliga-Team gehört und nicht mehr Co-Trainer ist, kommt noch mehr Arbeit auf mich zu. Meine Familie leidet schon ein wenig darunter, aber die machen bis jetzt noch alles mit. Ich freue mich aber auch, meine Kinder mal nicht nur morgens beim Frühstück zu sehen, wenn zum Beispiel mal an einem Nachmittag oder Abend kein Training ist. Es ist sicherlich keine Ideallösung, aber wir werden dies auch noch in den Führungsebenen besprechen.

Welche sportlichen Wünsche haben Sie für das Jahr 2011?

Rob de Pijper: Mit der tollen Unterstützung des Publikums den Klassenerhalt zu schaffen - am liebsten vor dem letzten Spieltag, und das sowohl mit den Youngsters als auch mit der ersten Mannschaft.

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