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Filmrezensionen

„Nord“: Ein Grummelbär sucht seinen Sohn

Hans Gerhold

Auf dem Filmfestival 2009 in Münster war „Nord“ einer der Hits. Wer das norwegische Roadmovie damals verpasst hat, hat jetzt den idealen Film zur vierten Jahreszeit.

Mit fünf Liter Sprit (sprich: Alkohol) und einem Schneemobil bricht der ehemalige Ski-Freestyle-Läufer Jonar (Anders Baasmo), der in einer Holzhütte bei einer Skiliftstation arbeitet und eher lethargisch gegen seine Depressionen kämpft, gen Norden auf, um seinen vierjährigen Sohn, von dessen Existenz er gerade erfahren hat, zu suchen.

Auf der köstlichen Reise durch die Eis- und Schneelandschaften Norwegens, in deren Verlauf Jonar zeitweise schneeblind wird und das Mobil verliert, lernt der tapsige Grummelbär allerlei skurrile Gestalten kennen, die ihn wieder „auf Vordermann“ bringen. Zu den Highlights gehören ein neugieriges Mädchen, Soldaten in Panzern, ein Schneeräumfahrer, der Homosexuelle hasst, und ein angeketteter Same auf einem vereisten See.

Wer Aki Kaurismäki mag, Bent Hamer kennt und mal nicht mit Jim Jarmusch lakonisch amerikanisch leben will, hat hier den idealen europäischen Film zur bildgewaltigen Wortlosigkeit. Und da ist Schnee immer noch das ideale Motiv für Foto-Safaris mit famosen Nordlichtern.

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