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NRW-CDU will „Energiefresser abschalten“

Wilfried Goebels

Düsseldorf - Die NRW-CDU fordert gesetzliche Schritte zur Senkung der Strom- und Heizkosten in Privatwohnungen. Durch Gebäude- und Heizungssanierung könnten 60 Prozent der Heizkosten gespart werden, sagte CDU-Experte Lutz Lienenkämper. Die CDU verlangt eine Änderung des Mietrechts, damit Mieter und Vermieter vom Einspareffekt profitieren. „Heute kann der Vermieter Sanierungskosten oft nicht an den Mieter weitergeben.“ Die Ausgaben für Energie sind seit 1995 pro Kopf um 150 Euro auf 627 Euro im Jahr gestiegen.

In einem Energiepapier drängt die CDU-Landtagfraktion auf ein Verbot für den stromfressenden Standby-Modus in Fernsehern und anderen Elektro-Geräten. Die NRW-Landesregierung soll dies über eine Bundesratsinitiative durchsetzen. Außerdem fordert die CDU die Einführung intelligenter Stromzähler für jedes Gerät. Verbraucher wüssten dann, wie viel Strom ein Gerät verbraucht und ob sich der Kauf eines stromsparenden neuen Geräts lohnt. Außerdem sollen Verbraucher beim Kauf eines Elektrogeräts neben dem Verkaufspreis auch Hinweise auf den Verbrauchspreis während der ganzen „Lebensdauer“ des Geräts erhalten. Lienenkämper sieht ein hohes Einsparpotenzial nicht nur bei Heimcomputern.

70 Prozent der privaten Wohngebäude in NRW weisen keinen oder nur einen geringen Wärmeschutz auf. Deshalb müsse der Wohnungsbestand schneller energetisch saniert werden, sagte CDU-Experte Bernhard Schemmer. Derzeit zahlen Mieter im Schnitt zwei Euro Heiz- und Warmwasserkosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Das könnte – etwa durch den Ausbau der Kraftwärmekopplung – unter einen Euro gesenkt werden. Noch wird aber nur ein Prozent des Wohnungsbestandes pro Jahr energetisch saniert. Die CDU verlangt auch deshalb eine Steigerung des Anteils der Kraftwärmekopplung von heute zwölf auf 25 Prozent. Es besteht Handlungsbedarf: Innerhalb der letzten zehn Jahre sind die Heizkosten um mehr als 40 Prozent gestiegen.

Die CDU-Fraktion will armen Städten bei der Sanierung von Gebäuden mit zusätzlichen Krediten der NRW.Bank helfen. So soll eine weitere Verschuldung dann genehmigt werden, wenn die Sanierung die Heizkosten so weit senkt, dass Kredite getilgt werden können.

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