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NRW-Verfassungsschutz: „Rechte Szene wird auch bei uns aktiver“

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Münster/Passau/Düsseldorf - Der Angriff auf den Polizeichef von Passau hat auch in Nordrhein-Westfalen eine Debatte über die Gefahr durch die Neonazi-Szene ausgelöst. „Die rechte Szene ist in der jüngsten Vergangenheit auch bei uns deutlich aktiver geworden. Das muss man unbedingt ernst nehmen“, sagte Burkhard Freier, stellvertretender Chef des Verfassungsschutzes Nordrhein-Westfalen, unserer Zeitung.

Neben der NPD, die in vielen Städten und Gemeinden zur Kommunalwahl antreten will, machen vor allem gewaltbereite rechte Jugendliche, den Behörden große Sorgen. Bundesweit zählt man 500 Extremisten zu diesem Spektrum.

„Es bildet sich im Moment eine rechte autonome Szene, die gewaltbereit ist und Gelegenheiten sucht, bewusst zuzuschlagen. Die suchen den Kick.“ Diese Gruppen, zu denen Heranwachsende und Jugendliche zählen, seien flächendeckend in ganz NRW vertreten. „Es gibt keine Region, die von sich sagen kann, sie habe dieses Nazi-Problem nicht“, so Freier.

Die Polizei in Passau hat nach eigenen Angaben bisher keine heiße Spur nach dem Mordanschlag auf den Polizeichef von Passau. Zwei zunächst verdächtigte Männer wurden im Laufe des Tages wieder freigelassen.

Auch im Münsterland beobachten die Behörden die rechte Szene weiter aufmerksam. „Wir wissen, dass gerade Jugendliche mit Musik und falscher Kameradschaft in diese Szene gelockt werden. Und wenn man erst einmal drinsteckt, fällt der Ausstieg sehr schwer“, warnt Verfassungsschützer Freier.

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