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Politik Inland

Nur ein erster Schritt

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Die Regierenden wollen den Haushalt konsolidieren. Ein ehrenwertes Ziel. Dafür werden auch die Flugreisenden zur Kasse gebeten. Kein Grund, in Wehgeschrei auszubrechen - eine große Ungerechtigkeit ist das nicht.

Ungeachtet des eigentlichen Motivs der Koalition hat die Luftverkehrsabgabe einen erfreulichen Nebeneffekt: Sie ist ein erster Schritt auf dem Weg, den Fluggesellschaften ihre unvernünftigen Privilegien zu nehmen. Bahn und Autofahrer zahlen Mineralölsteuer - nur der umweltschädlichste Transporter zahlt nichts. Ein Auto verbrennt auf der Fahrt von Münster nach München vielleicht 60 Liter Benzin, für die 40 Euro Mineralölsteuer anfallen. Auf jeden Flugpassagier entfallen im günstigsten Fall - modernes Fluggerät, vollbesetzt - 20 Liter Kerosin. Steuerfrei. Dass dafür nun acht Euro Flugverkehrsabgabe fällig werden, ist ökologisch sinnvoll und maßvoll zugleich.

Trotzdem werden gerade die Billigflieger Krokodilstränen vergießen. Sie sehen Fluggäste in Scharen abwandern, drohen mit Pleiten und Arbeitsplatzabbau. Ausgerechnet die Gesellschaften, die ihre Tickets verschenken und für Gepäck und Gebühren zig Euro kassieren? Das muss man wohl aushalten.

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