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„Nur unser Sieg interessiert“

Gerd Jakobi

Münster. Natürlich ist es ein besonderes Spiel für Roger Schmidt, wenn Preußen Münster am Freitag den SC Delbrück erwartet (19.30 Uhr). Drei Jahre arbeitete der Trainer erfolgreich beim DSC, führte ihn auf Anhieb in die Fußball-Oberliga. Nun sitzt er auf der anderen Seite und befindet sich mit dem Spitzenreiter auf dem besten Weg in die Regionalliga. Aber die Vergangenheit interessiert den 40-Jährigen am Freitag herzlich wenig. „Natürlich ist es schon, alte Bekannte und Freunde wiederzusehen, aber da schlagen nicht zwei Herzen. Ich konzentriere mich nur auf das Spiel, allein unser Sieg interessiert mich“, sagte er gestern. Für seine Mannschaft sei das ohnehin eine Partie wie jede andere.

Sie hat allerdings besondere Bedeutung. Von den letzten fünf Spielen gewann der allein noch ungeschlagene Tabellenführer nur ein einziges. Nun ist er gefordert. In den Heimspielen gegen Delbrück und am Samstag kommender Woche gegen Hamm gibt es die große Möglichkeit, die Position zu festigen und den Abstand zur Konkurrenz zu vergrößern. Zu Saisonbeginn drehte der Preußen-Motor auf vollen Touren, in den letzten Wochen geriet er etwas ins Stottern. Es spricht für die Qualität der Mannschaft, dass sie dennoch souverän die Tabelle anführt.

„Die beiden Unentschieden gegen Bochum und in Lotte gewinnen nur an Wert, wenn wir jetzt nachlegen, und zwar in beiden Begegnungen. Zudem würden wir im eigenen Stadion den Fans gern etwas bieten.“ Mit dem letzten Auftritt in Lotte zeigte sich Schmidt gar nicht zufrieden, da habe er vor allem die spielerischen Elemente vermisst. Trotz allem habe man aber die Möglichkeit gehabt, das Spiel zu gewinnen.

Dieses Phänomen beobachtet der Trainer schon seit Monaten. Sechs Mal spielten die Preußen remis, kein einziges kam glücklich zustande. Im Gegenteil, sechs Mal war der Sieg möglich. „In den Schlussphasen besaßen wir immer gute Möglichkeiten. Vielleicht fehlt in diesen Situationen die erforderliche Qualität, vom Glück wurden wir bislang jedenfalls nicht gesegnet.“

Freiutag will der Ex-Delbrücker daher klare Verhältnisse schaffen und nicht in der Schlussphase zittern. Wenn er die Notwendigkeit sehe, werde er sogar das System verändern und zwei Stürmer nominieren. Bis auf Ivica Ivicevic (gesperrt) und den Dauerverletzten Marco Antwerpen kann er alle Spieler einsetzen. Theoretisch auch Marius Sowislo, der seit letzter Woche wieder im Mannschaftstraining steht und auf sein Debüt wartet, der 24-jährige Stürmer brach sich in der Saisonvorbereitung den Mittelfuß. „Er ist ein Mann für gewisse Situationen, auf jeden Fall eine Option. Vielleicht sitzt er schon auf der Bank, bestimmt aber im nächsten Spiel gegen Hamm“, kündigte der Trainer an.

Er beschränkt sich im Vorfeld eines Spiels darauf, seine Mannschaft nur in groben Zügen über den Gegner zu informieren. Über den DSC könnte er ihr sie sehr ausführlich informieren. „Delbrück wird sich zerreißen und alles investieren, damit wir unser erstes Spiel verlieren. Ich erwarte eine intensive Partie und natürlich einen Sieg“, kündigt Schmidt an. Seine Spieler wollen ihn auf keinen Fall enttäuschen.

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nachrichten/scplive

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