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Politik Ausland

Obama und Olympia

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Das Gesundheitssystem in den USA krankt - an dieser Diagnose gibt es kaum Zweifel. Vor allem Millionen sozial Schwache können sich weder Arztbesuche noch die hohen privaten Versicherungsprämien leisten, eine AOK oder DAK deutschen Zuschnitts kennt man im Land der hier begrenzten Möglichkeiten nicht.

Barack Obama betreibt nun Sozialpolitik pur, indem er versucht, gerade dieser Bevölkerungsschicht - und damit natürlich einer wichtigen Wählerklientel - unter die Arme zu greifen. Ein Sozialist ist er, auch wenn dies die Opposition den Bürgern täglich zu verkaufen sucht, damit noch lange nicht. Das dämmert mittlerweile wohl auch den ersten Republikanern, unter denen es jetzt mit der Senatorin Olympia Snowe die erste Blockadebrecherin gibt.

Angesichts der erhitzten Debatte in den USA dürfte es nun davon abhängen, ob sich Snowe gegen die zu erwartende Kritik, eine „Überläuferin“ zu sein, behaupten kann und damit möglicherweise weitere Konservative ermuntert, die Reform voranzutreiben.

Dem Weißen Haus steht hier noch ein hartes Stück Überzeugungsarbeit bevor - vor allem, was die umstrittenen Fragen der Finanzierbarkeit und Form der staatlichen Konkurrenz für private Versicherer angeht.

Doch eines ist bereits klar: Die Olympischen Spiele hat Obama nicht nach Chicago holen können, dafür aber nun eine weise Dame namens Olympia auf seine Seite gezogen. So schnell kann in der Politik einer klaren Niederlage ein Etappensieg folgen.

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