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Rot Weiss Ahlen

Ohrfeige folgt auf Backpfeife

Cedric Gebhardt

Ahlen/Düsseldorf - Konnte die 0:1-Niederlage gegen Bielefeld aufgrund ihres unberechtigten Zustandekommens noch eher als eine kleine Backpfeife gewertet werden, so war das 0:4 Freitagabend bei Fortuna Düsseldorf für Rot-Weiß Ahlen eine schallende Ohrfeige.

Letztlich kam die Mannschaft von Christian Hock gar noch mit einem blauen Auge davon, weil die Fortunen Gnade vor Recht ergehen ließen und viele ihrer Chancen nach der mehr als beruhigen 3:0-Pausenführung leichtfertig vergaben.

Die erste halbe Stunde konnte Rot-Weiß noch offen gestalten. Die Ahlener attackierten früh, beschatteten Düsseldorf anfangs auf Schritt und Tritt und nahmen die Gastgeber bereits ab der Mittellinie in Empfang. Doch nach der nun folgenden Viertelstunde verboten sich zur Halbzeit ernsthafte Zweifel am Ausgang der Partie. In der 23. Minute hatte Sascha Kirschstein erstmals in höchster Not gegen Marco Christ parieren können, doch in der 30. Minute wuchtete Anderson das Leder - unglücklich abgefälscht von Marcel Busch - unbedrängt zur 1:0-Führung in die Maschen.

Nach einem Freistoß von Christ stimmte bei den Ahlenern die Zuteilung nicht, Sebastian Pelzer ließ den Brasilianer gewähren, der sich mit dem Kopfballtor artig bedankte. Es war bereits der 16. Treffer nach einem Standard für die Fortuna - kein Team in der Zweiten Liga trifft häufiger nach einem ruhenden Ball. Blitzartig hingegen fiel das 2:0. Momar N´Diaye leitete diesen Treffer durch einen Fehlpass in der Vorwärtsbewegung ein. Oliver Fink schnappte sich die Kugel, spielte sie diagonal über mehr als 30 Meter zu Thorsten Oehrl, der Sascha Kirschstein mit einem satten Distanzschuss keine Chance ließ, weil Marcel Busch zuvor nicht entscheidend eingegriffen hatte.

Und auch beim 0:3 in der 44. Minute wirkte Rot-Weiß chloroformiert. Einen gescheiten Pass von Oehrl in den Rücken der Viererkette verwertete Martin Harnik eiskalt zum 3:0-Pausenstand. Diesmal hatte Nils Döring nicht gut ausgesehen. Nach der Pause waren die Ahlener auf Schadensbegrenzung bedacht, was einigermaßen gut gelang, da Düsseldorf nicht mehr tat als unbedingt nötig. Dennoch ergaben sich für die Fortuna noch weitere gute Gelegenheiten durch Christ (58.), Harnik (60.) und Oehrl (74.). Zudem parierte Kirschstein gegen Fink in der 73. Minute. Das 0:4 durch Sebastian Heidinger nach Vorarbeit des starken Thorsten Oehrl konnte aber auch der Ahlener Schlussmann nicht verhindern, als die Defensive der Gäste erneut ein schwaches Bild abgab. Den ersten echten Ahlener Torschuss gab es bezeichnenderweise erst in der 89. Minute. Momar N´Diaye prüfte Fortuna-Keeper Michael Ratajczak mit einem Schuss aus 16 Metern.

Zu allem Überfluss sah Nils Döring in der 56. Minute seine fünfte Gelbe Karte, weshalb der Innenverteidiger am kommenden Sonntag gegen Union Berlin gesperrt ist. Bleibt zu hoffen, dass die schallende Ohrfeige von den Ahlenern als (nicht nur) leichter Klapps auf den Hinterkopf verstanden wird. Denn der erhöht bekanntlich das Denkvermögen.

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