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Ölfleck bringt Bürger und Ämter auf Trab

Martin Kalitschke

Münster - Irgendwann Ende Oktober tauchte der Ölfleck zum ersten Mal im Breul auf. Er wurde größer - und das Auto, aus dem der Kraftstoff offenbar tropfte, tagelang nicht bewegt. Dann wurde es den Anliegern zu bunt: Sie klemmten ein Schild unter den Scheibenwischer, das Auto verliere Öl oder Benzin. Am 6. November kam Thomas Loerdemann - ein Anwohner - an dem Fahrzeug vorbei und bemerkte bunt schillerndes Regenwasser. Loerdemann rief das Ordnungsamt an, wo man nach seinen Angaben erst wissen wollte, wie viel Öl denn ausgetreten sei - und dann versprach, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

Dass die zuständigen Ämter erst rund drei Wochen später und nach Anruf dieser Zeitung die Situation endgültig klärten, mag daran liegen, dass die Zuständigkeiten nicht gerade - sagen wir - unkompliziert sind.

Erster Anruf beim Ordnungsamt, Frage: Wer hat sich nach Thomas Loerdemanns Anruf um den leckenden Wagen gekümmert? „Wenn das Öl nicht literweise ausgetreten ist - das Umweltamt.“ Wenn es doch literweise ausgetreten ist - die Feuerwehr. Anruf beim Umweltamt: Wer ist zuständig? „In der Regel der Service- und Ordnungsdienst des Ordnungsamtes.“ Dort sagt man aber, das Umweltamt sei zuständig. „Nur, wenn Öl ins Erdreich gelangt ist.“ Vielleicht wisse man ja bei den Abfall- und Wirtschaftsbetrieben mehr. Anruf bei den AWM. „Bei einer Ölspur fahren AWM oder Feuerwehr sofort raus.“ Im Breul ist aber keine Ölspur - nur ein Fleck. „Dann ermittelt das Ordnungsamt den Halter.“ Das Ordnungsamt...

„Der Service- und Ordnungsdienst (SOS) nimmt jedes Anliegen ernst“, betont Norbert Vechtel, Leiter der Straßenverkehrsbehörde. Wenn Gefahr in Verzug sei, werde dieser sofort tätig, „wir können sehr schnell reagieren“. Entweder die AWM würden alarmiert - oder, wenn es nicht so pressiert, der Halter informiert, dass etwas mit seinem Fahrzeug nicht stimme. Den konkreten Fall kennt Vechtel nicht („Der SOS hat 48 000 Kontakte im Jahr“), also fragt er nach.

Keine halbe Stunde später erfolgt der Rückruf. Bereits Anfang November habe der SOS den Wagen in Augenschein genommen, der Fleck sei sehr klein gewesen, er stamme womöglich nicht einmal von dem Fahrzeug. Dennoch verspricht Vechtel, den Halter ermitteln zu lassen und zu informieren, „damit er in der Werkstatt Klarheit bekommt“.

Am Tag darauf ist der Wagen, der drei Wochen an der selben Stelle stand, verschwunden. Zurück bleibt ein kleiner, getrockneter Ölfleck.

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