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Ölpreise und Probleme in Finanzbranche belasten US-Börsen

wn

New York – Neue Rekordstände bei den Ölpreisen und die anhaltenden Probleme der Finanzbranche haben die US-Börsen am Freitag weiter auf Talfahrt geschickt. Nachdem der Leitindex Dow Jones Industrial zwischenzeitlich erstmals seit Juli 2006 unter die 11 000Punkte-Marke gefallen war, erholten sich die Notierungen aber wieder etwas.

Der Dow Jones Industrial verabschiedete sich 1,14 Prozent tiefer bei 11 100,54 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht verlor das Börsenbarometer 1,67 Prozent. Der S&P-500-Index fiel um 1,11 Prozent auf 1239,49 Punkte. An der Technologiebörse NASDAQ ging es für den Composite-Index um 0,83 Prozent auf 2239,08 Zähler nach unten. Der NASDAQ 100 büßte 1,56 Prozent auf 1810,88 Zähler ein.

Bei den Finanztiteln setzte sich der Ausverkauf fort. Spekulationen um eine drohende Pleite der zwei größten amerikanischen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac haben bei der USRegierung die Alarmglocken schrillen lassen: Finanzminister Henry Paulson und die Aufsichtsbehörden intensivierten ihre Krisengespräche auf höchster Ebene. Im Mittelpunkt stehe eine Unterstützung der beiden Institute in ihrer „gegenwärtigen Form“, sagte Paulson.

Die Citigroup sieht indes die Gründe für die jüngsten Kursverluste in Ängsten der Anleger und nicht fundamental begründet. Aktien von Freddie schlossen 22,35 Prozent niedriger bei 10,25 US-Dollar und konnten damit ihre zwischenzeitlich deutlich höheren Verluste etwas eindämmen. Noch besser sah die Entwicklung bei Fannie-Papieren aus, die letztlich nur noch 3,13 Prozent auf 7,75 Dollar einbüßten.

Für Titel von Lehman Brothers ging es um weitere 16,59 Prozent auf 14,43 Dollar nach unten. Seit Wochen machen Spekulationen die Runde, Lehman könnte das gleiche Schicksal drohen wie der Bank Bear Stearn, deren Übernahme durch den Konkurrenten JPMorgan ihren Zusammenbruch verhindert hatte.

UAL-Aktien verloren deutliche 12,95 Prozent auf 3,63 Dollar. Der United-Airlines-Mutterkonzern sieht das abgelaufene zweite Quartal durch milliardenschwere Sonderabschreibungen belastet. Schlechte Aussichten für das abgelaufene zweite Quartal ließen Papiere von Chevron um 4,16 Prozent auf 92,25 Dollar fallen. Der Ölkonzern rechnet trotz hoher Gewinne im Ölfördergeschäft mit einem Gewinnrückgang im Raffinerie- und Tankstellengeschäft.

Dagegen legten Anheuser-Busch-Papiere um 8,64 Prozent auf einen Rekordstand von 66,50 Dollar zu. Der belgische Braukonzern InBev hat nach einem Pressebericht sein Angebot für den US-Rivalen angehoben.

Für Anteilsscheine von General Electric (GE) ging es im schwachen Markt um 0,07 Prozent auf 27,66 Dollar nach oben. Der Mischkonzern macht seine Probleme in der Heimat durch ein starkes internationales Geschäft wett und schnitt im zweiten Quartal dadurch besser ab als erwartet. Citigroup-Aktien verbilligten sich um moderate 0,55 Prozent auf 16,19 Dollar.

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