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„Opa“ Hiller macht alles klar

Arne Schulz

Münster. GW-Trainer Andreas Sornig steht im Schneeregen und streckt die Arme in den Himmel, auf seinem Gesicht ein bübisches Grinsen. Soeben hat Alexander „Opa“ Hiller eine Minute vor dem Ende das 2:1 gegen Tabellenführer Vorwärts Wettringen erzielt. Zu wenig Zeit verbleibt Wettringen, die Riesenüberraschung ist gelungen.

Eine Überraschung, von der man im Vorfeld nicht einmal zu träumen wagt, denn die Statistik spricht für sich. Mit 0:6 wurden die Amelsbürener im Hinspiel auf die Heimreise geschickt. Unmittelbar vor dem Anpfiff bringt Sornig die allgemeine Befürchtung auf den Punkt: „Ich glaube, das gibt eine Klatsche heute.“

Seiner Mannschaft muss er diese Prognose vorenthalten haben, denn die Grün-Weißen zeigen am Ostersamstag von Beginn an Zähne. Auf dem Ascheplatz entfaltet sich ein umkämpftes und ausgeglichenes Spiel ohne die ganz großen Möglichkeiten. Immer wieder gelingt es den Grün-Weißen durch hohen läuferischen Einsatz ihre Gegner zu stoppen. Mit 0:0 geht es in die Halbzeitpause.

Nach der Halbzeit erhöht der bis dahin enttäuschende Tabellenführer den Einsatz und kommt prompt zu Chancen. Nach einer Flanke von Wettringens Artmann verpasst GW-Torhüter Kleindieck den Ball. Timo Knöpper muss den Ball nur noch zum 0:1 über die Linie schieben.

Einen Moment scheint es, als wolle Amelsbüren sich in sein Schicksal fügen. Sornig ist wütend. „Genug versteckt“, schreit er seine Spieler an. Das zeigt Wirkung. Die Grün-Weißen schaffen es, Wettringen in die Defensive zu drängen. Nach 65 Minuten setzt sich Henning Suuck auf der linken Seite stark durch und bringt den Ball hoch rein. Steffen Backer ist in der Mitte völlig allein. In Seelenruhe nimmt er den Ball an und schiebt ihn überlegt ins Tor.

Keine Mannschaft kommt in der Folge zu klaren Gelegenheiten. Aber Amelsbüren wittert seine Chance und geht weiter nach vorne. Eine letzte Ecke nach 89 Minuten. Adorf schlägt den Ball auf den langen Pfosten. Wieder ist die Wettringer Abwehr nicht geordnet. Hiller geht volles Risiko und zieht volley ab: Tor! Die Spieler feiern Kapitän Hiller, und Sornig stürmt das Spielfeld. Nachher sagt er strahlend: „Es ist toll, dass die Mannschaft für ihren Einsatz belohnt wird.“

Die Ausfälle von Leistungsträgern wie Rauen, Deiters und Rössmann machen Wettringen zurzeit verwundbar. GW-Torschütze Backer guckt jedoch lieber auf seine Mannschaft und analysiert nüchtern: „Das war eine super Mannschaftsleistung.“ Sornig schiebt ein Stück Fußball-Philosophie hinterher: „Fußball ist Kampf und nicht immer Hacke, Spitze, eins, zwei, Drei.“ Den Kampf hat seine Mannschaft angenommen.

Amelsbüren: Kleindieck – Venschott, Backer, Suuck – Lange, Paulik, Hiller, Draba (19. Lindenbaum), Adorf – D. Weiß (76. C. Weiß), Mester.

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