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Prozess wegen Beilangriffs vor dem Landgericht

Opfer hatte großes Glück

Münster/Rheine. Es geschah kurz nach den Weihnachtsfeiertagen im vergangenen Dezember. Nach einem Saufgelage, dem sogenannten „Stephanus steinigen“ geriet – unsere Zeitung berichtete – der 20-jährige Gymnasialschüler Tobias S. nach einer Taxifahrt außer Kontrolle. Der junge Mann, der Geld aus seiner Wohnung holen wollte, griff den 43-jährigen Taxi zunächst mit einem V...

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Münster/Rheine - Es geschah kurz nach den Weihnachtsfeiertagen im vergangenen Dezember. Nach einem Saufgelage, dem sogenannten „Stephanus steinigen“ geriet – unsere Zeitung berichtete – der 20-jährige Gymnasialschüler Tobias S. nach einer Taxifahrt außer Kontrolle. Der junge Mann, der Geld aus seiner Wohnung holen wollte, griff den 43-jährigen Taxi zunächst mit einem Vorschlagkammer an und schlug ihm dann mit einem Beil auf den Kopf. Wegen versuchten Mordes muss sich der heute 21-Jährige vor der 1. Großen Strafkammer am Landgericht Münster verantworten. Am zweiten Verhandlungstag am Dienstag hörte das Gericht mehrere Zeugen. Eine 50 Jahre alte Rechtsmedizinerin schilderte den Richtern die schweren Verletzungen des Opfers. Der Mann habe großes Glück gehabt, denn normalerweise gingen Schläge mit den Beil auf den Kopf eines Menschen noch viel schlimmer aus. Dem Opfer ginge es inzwischen wieder recht gut, aber der 43-Jährige trage bleibende Schäden davon. Er habe eine große Narbe im Gesicht, seine Lippe sei taub und er leide auch unter Sehstörungen. Zuvor hatte eine 31 Jahre alte Ärztin aus dem Krankenhaus Rheine und ein 28 Jahre alter Notarzt die Kopf- und Gesichtsverletzungen des Opfers detailliert geschildert. Der Notarzt berichtete, dass es schwierig gewesen sei, die Blutung zu stillen. Der Mann habe eine lange Wunde vom Auge bis zur Lippe davongetragen und die Kieferhöhle sei eingeschlagen gewesen. Man habe den Mann notversorgt und transportfähig gemacht zur Einweisung in die Uni-Klinik Münster. Akute Lebensgefahr habe allerdings nicht bestanden. Zum Auftakt des zweiten Verhandlungstages hatte das Gericht drei Freunde des Angeklagten als Zeugen gehört, die bei der Party im Gasthaus Rielmann in Altenrheine mit von der Partie waren. Sie sagten aus, dass man kräftig dem Alkohol zugesprochen und Bier sowie Cola/Korn getrunken habe. Die Zeugen betonten, dass der Angeklagte auch unter Alkohol ein friedfertiger Mensch sei und noch nie aggressiv geworden sei. Der Prozess wird am 5. Juli fortgesetzt.

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