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Politik Inland

Orangen aus Ochtrup?

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Die Bundesregierung will die Öko-Energie wegen des Atomausstiegs massiv ausbauen. Europäische Lösungen wären dabei billiger als nationale Alleingänge, sagte der Europaabgeordnete Markus Pieper (CDU) aus Lotte unserem Redaktionsmitglied Martin Ellerich.

Ihnen schwebt beim Öko-Strom eher ein europäisches Konzept vor?

Pieper: Ich mache mir Sorgen, dass die Kernkraft nicht so problemlos und kostengünstig zu ersetzen ist: Ich glaube, dass der dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien, wie wir ihn in Deutschland betreiben, ein sehr teurer Weg ist. Abgesehen davon, dass er zu Problemen führt: Wegen der massiven Konkurrenz mit der Biomasse müssen die Bauern beim Nahrungsmittel-Anbau im Kreis Borken heute bis zu 1500 Euro Pacht je Hektar zahlen.

Was sollten wir tun?

Pieper: Bei den erneuerbaren Energien haben wir bislang zu wenig marktwirtschaftliche Anreize - wir sollten stärker in zentrale Projekte investieren als in dezentrale, die wegen der gesetzlich festgelegten Einspeisevergütung sehr teuer sind. Und wir sollten weniger in nationalen Lösungen denken: Wir sollten, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, die Regeln in Europa vereinheitlichen: Nicht umsonst exportieren die Spanier die Orangen, nicht die Ochtruper...

Was heißt das konkret?

Pieper: Wir Europäer sollten die Öko-Energie dort nutzen, wo sie anfällt: Windkraft an der Nordsee, Wasserkraft in Skandinavien und Sonnenkraft in Südeuropa. Bei 2800 Sonnenstunden im Jahr in Malaga und 800 in Münster ist unser Geld für Photovoltaik aus Spanien einfach besser angelegt. Dafür müssen wir nun Lösungen entwickeln.

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