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Orkan im Ohr

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Könnt ihr euch noch an Kyrill erinnern? Anfang des Jahres knickten in dem heftigen Januar-Orkan viele Bäume um. Auf Luftbildern sahen die Wälder aus wie kreuz und quer liegende Mikado-Stäbchen.

So ähnlich wie der Orkan kann auch heftiger Lärm wirken. Der Lärm wirft zwar keinen Baum um, dafür kann er aber im Ohr großen Schaden anrichten. Im Ohr haben wir nämlich kleine Härchen, die den Schall aufnehmen. Die Härchen leiten alle Geräusche an das Gehirn weiter. Wenn plötzlich ein lauter Knall ins Ohr dringt, knicken die Hörhärchen ab wie die Bäume im Orkan. Das hat langfristige Folgen, denn die Härchen erholen sich nicht. Einmal umgeknickt, immer umgeknickt. Folge ist, dass der Mensch schlechter hören kann. Jeder sollte also darauf achten, dass er sich nicht zu starkem Lärm aussetzt.

Der Wissenschaftler Professor Eckhard Hoffmann warnt davor, dass viele Kinderspielzeuge so laut sind, dass sie dauerhafte Schäden anrichten können. Wenn die Spielzeuge getestet werden, wird die Lautstärke aus 50 Zentimetern Entfernung gemessen. Kinder halten ihre Quietscheenten oder Feuerwehrautos mit Sirenen beim Spielen aber viel näher ans Ohr.

Besonders schlimm sind Knallgeräusche, zum Beispiel von Spielzeugpistolen. Zu Silvester soll man sich auf jeden Fall von lauten Böllern fernhalten. Wer viel Musik hört, sollte zwar auch aufpassen, dass er das nicht mit zu großer Lautstärke macht. Am gefährlischsten sind aber die kurzen lauten Knallgeräusche.

Professor Hoffman hat herausgefunden, dass fast jeder zehnte Grundschüler einen messbaren Hörschaden hat. In einer Klasse mit 30 Schülern sind also im Durchschnitt drei Schüler davon betroffen. Die meisten merken das selbst gar nicht. Sie können beim Diktat zum Beispiel Wörter wie Haus und Maus nicht unterscheiden. Am Ende bekommen sie schlechte Noten und wissen gar nicht, warum.

Professor Hoffmann rät also, sich besonders vor Knallgeräuschen in Acht zu nehmen. Und wenn man jemanden erschrecken möchte, dann sollte man es nicht machen, indem man eine aufgeblasene Tüte platzen lässt. Man kann dem anderen ja auch von hinten überraschend auf die Schulter klopfen.

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