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Otte, Ente und die Rasselbande

Cedric Gebhardt

Ahlen. Andreas Zimmermann tut etwas, was in der Fußball-Branche gänzlich ungewöhnlich ist. Der Trainer von RW Ahlen 2 verweigert sich dem branchenüblichen Szenario, vor der Saison ein Ziel auszugeben. „Unser Ziel heißt ausbilden. Wir wollen so viele Jungs wie möglich fit für die Profis machen“, hält Zimmermann fest. Das ist für ihn Ziel genug.

Dass sich die Ausbildungs-Entwicklung allerdings hauptsächlich an Toren, Punkten und Tabellenständen messen lässt, weiß aber auch der RW-Trainer. Der Ausbildungsgedanke soll und wird deshalb keine Ausrede für eventuelle Misserfolge sein. Gleichwohl geht Zimmermann gleich in seiner ersten Trainer-Station in der Westfalenliga mit einer blutjungen Mannschaft an den Start. Im Schnitt ist das Team 19,6 Jahre alt – reichlich viel Greenhorn-Charakter.

Aber eben dieses Junge, Wilde, Unbekümmerte imponiert Zimmermann. Es reizt ihn mit jungen Spielern zu arbeiten, weil diese offen sind für Neues. „Es gibt ein paar Jungs, die saugen die Trainingsinhalte förmlich auf“, berichtet Zimmermann, der auf den Spitznamen „Otte“ hört, zufrieden. Ganz besonders empfehlen konnte sich in der nicht immer optimal gelaufenen Vorbereitung Neuzugang Michael Krahn, der von den A-Junioren Borussia Dortmunds kam. Auch von Mohammed Bulut, der von der Ahlener SG zu Rot-Weiß wechselte, ist der Trainer angetan.

Aber nicht nur die Zusammenarbeit mit dem Team, sondern auch die Kooperation mit Co-Trainer Andree „Ente“ Kruphölter klappt wie am Schnürchen. „Ich denke, wir sind ein gutes Gespann. Wir kennen uns noch von früher und wir haben die gleiche Auffassung, die wir den Jungs vermitteln wollen“, sagt Zimmermann über seinen Assistenten. Auch Jörg Hellwig glaubt, das ideale Übungsleiter-Duo gefunden zu haben. „Wenn ich sehe, wie engagiert ,Otte‘ und ,Ente‘ die Trainingsarbeit verrichten, dann kann ich nur sagen, es war ein Glücksgriff, dass wir beide verpflichtet haben.“

Weniger berauschend fand Zimmermann allerdings die Häufigkeit, in der ihm seine Spieler aufgrund von Verletzungen in der Vorbereitung ausfielen. Dementsprechend sah auch manches Testspiel aus. Auf deren Resultate wollten Zimmermann und Hellwig allerdings nicht allzu viel geben. Daher geht Zimmermann frohen Mutes und entspannt in die neue Westfalenliga-Spielzeit. Dort muss sich der Großteil seiner Jungspunde erst noch beweisen und sich im Senioren-Bereich akklimatisieren. Der absolute Stützpfeiler des Teams steht zwischen den Pfosten, ist 26 Jahre alt, ist routiniert und erfahren und heißt Turgay Tapu. Der Schlussmann soll die Mannschaft führen und ihr Rückhalt und Sicherheit geben.

Auf die Verbesserung der technisch-taktischen Fähigkeiten seiner Mitspieler hat Tapu aber nur begrenzten Einfluss. Andreas Zimmermann weiß, dass seine Elf insbesondere in dieser Hinsicht noch zulegen sollte. „Wir sind auf einem guten Weg, haben aber noch viel Arbeit vor uns“, sagt es der RW-Trainer diplomatisch. Also muss im Übungsbetrieb nochmals eine Schippe draufgelegt werden. „Wenn man Profi werden will, dann muss man im Training immer ordentlich Gas geben“, rät Zimmermann den Seinen. Er wird sich bereits am Sonntag vom Ausbildungsstand seiner Mannschaft überzeugen können. Dann trifft sie zum Saison-Auftakt auf RW Erlinghausen.

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