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Politik Ausland

Palin ruft zur Revolution gegen Obama auf

unserem Korrespondenten Friedemann Diederichs

Washington - Auch bei Niederlagen lächeln. So hat Sarah Palin, die 2008 zusammen mit John McCain gegen Barack Obama antrat, damals auf den Erdrutsch-Verlust bei den Präsidentschaftswahlen reagiert. Und keine Spur von Enttäuschung zeigte der Republikaner-Star auch am Dienstagabend (Ortszeit), als sie in der ersten Reihe beim populären TV-Tanzwettbewerb „Dancing with the Stars“ saß und mit ansehen musste, wie im Finale ihre Tochter Bristol von der 50-jährigen „Dirty Dancing“-Schauspielerin Jennifer Grey geschlagen wurde.

Kurz vor dem Auftritt hatte sich die 20-jährige Bristol noch kämpferisch gegeben und verkündet: Zu gewinnen wäre „der Stinkefinger für all die Menschen, die mich und meine Mama hassen.“

An Bürgern, die Sarah Palins oft von religiösem Fundamentalismus geprägte Positionen ablehnen und ihr am liebsten den „Stinkefinger“ zeigen würden, dürfte es in den USA auch weiterhin nicht mangeln. Denn mit ihrem neuen Buch „Amerika vom Herzen“ positioniert sie sich - ohne dies ausdrücklich zu sagen - nicht nur für den Wahlkampf 2012. Sie schießt zudem scharfe Parolen gegen die Linken und den Präsidenten ab, die einem Aufruf zur Revolution gleichkommen.

Geschickt verkleidet sie auf 269 Seiten ihre Thesen als die Wünsche von Millionen Amerikanern. Und die lauten unter anderem so: Das Land müsse vom „Wandel befreit“ werden, den ihnen der auf den Sozialismus zusteuernde Obama aufdränge. Und deshalb würden alle, die dieses Land lieben, es auch „zurückerobern“, bevor es „wie Europa“ werde.

Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer gegen zu viel Staat und Bevormundung, aber gleichzeitig auch für die Stärke Amerikas auch auf der Weltbühne - notfalls mit Waffengewalt. Doch auch manche Republikaner fürchten bei einer Kandidatur Palins eine weitere Polarisierung der Politik - und ein Verprellen der Wechselwähler.

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