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Benedikt XVI. trifft Prof. Khorchide

Papst lobt Islamlehrer-Ausbildung der Universität Münster

wn

Münster - Papst Benedikt XVI. hat im Gespräch mit dem muslimischen Theologen und münsterschen Professor für Islamische Religionspädagogik, Mouhanad Khorchide, das islamwissenschaftliche Lehr- und Forschungsangebot der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) gelobt. Der Papst habe sich gut informiert und interessiert gezeigt beispielsweise an der Islamlehrer-Ausbildung der WWU, berichtete Mouhanad Khorchide nach einem kurzen Vier-Augen-Gespräch in der Apostolischen Nuntiatur in Berlin. Benedikt XVI. hatte von 1963 bis 1966 am Seminar für Dogmatik und Dogmengeschichte der WWU gearbeitet. "Er hat sich sehr anerkennend über diese Aktivitäten der Universität Münster geäußert", betonte Mouhanad Khorchide. "Zum Schluss sagte der Papst: Grüßen Sie Münster von mir!" Mouhanad Khorchide gehörte zu einer 15-köpfigen Delegation von Muslimen, die der Papst am Vormittag getroffen hatte. Dabei rief der Papst die Muslime und Christen zu einer "fruchtbaren Zusammenarbeit" auf. Die "freundlichen Worte der Begrüßung von Professor Khorchide" lobte er als Zeichen für das "Klima des Respekts und des Vertrauens", das zwischen der katholischen Kirche und den muslimischen Gemeinschaften in Deutschland gewachsen sei. Die Muslime seien mittlerweile ein "Merkmal dieses Landes" - allerdings sei es notwendig, beständig daran zu arbeiten, sich gegenseitig besser kennenzulernen und zu verstehen. Zuvor hatte Mouhanad Khorchide als Stimme der Muslime eine siebenminütige Rede an den Papst gerichtet. Auch er wünschte allen Muslimen und Christen ein "wachsendes gegenseitiges Verständnis". Das Treffen der Muslime mit dem Papst sei ein weiteres wichtiges Zeichen für das friedliche Miteinander der beiden Religionen. Mouhanad Khorchide, der seit April 2010 an der WWU lehrt, beschrieb die Barmherzigkeit als die herausragende "Selbstbeschreibung Gottes im Koran" - dies entspreche der christlichen Rede von Gott als der Liebe. Barmherzigkeit und Liebe seien daher die Kriterien, die Muslime und Christen miteinander teilten, um zwischen einem göttlichen und einem nicht-göttlichen Angebot zu unterscheiden.

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