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Ahlener SG

Piep, piep, piep - alle haben sich lieb

Niklas Groß

Ahlen - Christoph Wischniewski hatte ein dickes Lob für den Top-Torschützen Thomas Lammers übrig, Rico Bonath setzte bei seiner Rückkehr nach Kreuzbandriss insbesondere auf die Zusammenarbeit „mit dem wohl besten Abwehrspieler der Zweiten Liga“, gemeint ist Jiri Hynek, und der Tscheche selbst freute sich über „die Sicherheit, die unser Torwart uns gibt“.

Alle hatten sie sich lieb nach dem 24:21-Sieg über die HSG Varel und herzten nach der Schluss-Sirene insbesondere den, der mit dem Loben ob der Sprachbarriere noch die größten Probleme haben dürfte: Niklas Samuelsson. Kleine Schwächephasen in der zweiten Hälfte ausgenommen, hatte der schwedische Schlussmann sich abermals hellwach gezeigt und die Stimmung in der Friedrich-Ebert-Halle gleich hochkochen lassen mit furiosen Paraden von Beginn an. Erst als Jan-Philip Willgeroth nach knapp sechseinhalb Minuten für die HSG Varel traf, musste der hiesige Beobachter eingestehen: die ASG würde an diesem Abend nicht „zu null“ spielen.

Freilich keine dramatische Erkenntnis, weil Samuelsson auch fortan glänzend hielt und sich die ASG nach elf Minuten bereits auf 5:2 weggewuchtet hatte: Björn Wiegers hatte auch gegen drei Kontrahenten kein Zurück gekannt und das Leder bereits zum dritten Mal meist in Schräglage in die Maschen gedonnert - eine bärenstarke Partie des Kreisläufers.

Varels vielbeachtete Offensive zeigte sich zwar gewillt, im Abschluss jedoch ziemlich unpräzise. Verkürzen aber konnten die Gäste trotzdem, weil auch der Ideen-Pool des ASG-Angriffs zunehmend an Inhalt verlor. Not, die nur kurzzeitig erfinderisch machte, als Rogowski das Zusammenspiel mit Christoph Wischnieswki für einen der schönsten Treffer des Abends nutzte und zum 9:5 nach 21 Minuten einnetzte. In die Halbzeit ging es dennoch nur mit einem Treffer Vorsprung (11:10). Den Stempel drückten dieser Begegnung auch in Hälfte zwei vor allem die beiden Torhüter auf.

Niklas Samuelsson glänzte zehn Minuten nach Wiederanpfiff mit einer Doppelparade, während Varels Andre Seefeldt Thomas Lammers und Co. ebenfalls über 15-mal zur Verzweiflung brachte.

In abermals torarmen 30 Minuten sorgte die Rückkehr von Rico Bonath jetzt für die größte Begeisterungswelle auf den gut gefüllten Rängen. Nach 44 Minuten brachte Jens Pfänder den Kreuzbandriss geplagten Bonath gegen ruppige Friesländer. Der Rückraum-Rechte aber hielt sich wie versprochen nicht zurück, suchte das direkte Duell und fand sich mit einem Treffer zum 17:14 gleich nach seiner Einwechslung bestens ein.

Die ASG in der Folge stets mit ein bis zwei Toren vorn, jedoch nicht sichtlich in Gefahr, zwei Zähler noch aus der Hand zu geben. Dass die Partie dennoch nicht einschlief, war ausgerechnet müden Gästen zu verdanken, die nun äußerst stümperhaft beste Möglichkeiten ausließen, den Hallenherren doch noch einmal richtig auf die Pelle zu rücken.

Varel-Coach Peter Kalafut hatte die gesamte Spieldauer über nahezu derselben Sieben vertraut und die ließ es jetzt an der mentalen Frische mangeln: Beim Stand von 19:21 aus Vareler Sicht sprang Ralf Koring der Ball auf dem Weg zum Tor an den Fuß, zwei Minuten später musste sich Tim Coors über den schlechten Abwurf seines Schlussmanns ärgern. Stattdessen legten Thomas Lammers und Merten Krings für die ASG zum 24:20 nach und durften sich im Kreis um Niklas Samuelsson über einen insgesamt verdienten Erfolg freuen.

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