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Astrid Lindgren

Pippis „Mutter“ verschwieg Probleme

wn

Stockholm – Astrid Lindgren hat auch als alte Frau viel und gern gekichert. Die Erfinderin von Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter und Karlsson vom Dach wurde vor fast 100 Jahren in Schweden geboren – am 14. November 1907. Deshalb machen viele Leute derzeit großen Rummel um sie.

Astrid bekam ihren Sohn Lars 1926 „heimlich“ in Kopenhagen – das liegt in Dänemark. Dort ließ sie ihn bei einem dänischen Ehepaar zurück. So oft sie konnte, kam sie zu Besuch. Erst nach einigen Jahren holte die junge Mutter ihren „Lasse“ zu sich nach Schweden, als die Pflegemutter schwer krank wurde.

Sie fand auch einen neuen Freund, den sie heiratete: Er hieß Sture Lindgren. Nach der Hochzeit wurde 1934 die Tochter Karin geboren. Einige Jahre später erfand die Mutter Pippi – für ihre Tochter, als diese krank war.

Karin ist heute selbst schon mehr als 70 Jahre alt. Und sie sieht ihrer weltberühmten Mutter sehr ähnlich. „Ich hätte mir gewünscht, dass sie uns auch mehr von ihren Sorgen erzählt hätte“, sagt Karin Nyman heute in Stockholm in Schweden.

„Astrid hat immer unglaublich hart gearbeitet. Mir ist ein Rätsel, wie sie das alles geschafft hat. Mit den Kindern, Haushalt, Arbeit als Sekretärin und dann auch noch Bücher schreiben“, erzählt auch eine Freundin der Schriftstellerin. Sie heißt Margareta Strömstedt und hat ein Buch über Astrids Leben geschrieben. „Selbst wollte sie immer nur die guten Seiten sehen – vor allem ihre glückliche Kindheit auf dem Bauernhof in Vimmerby“, meint die Freundin.

Die eigene, frohe Kindheit sehen alle Bekannten von Astrid Lindgren als wichtigsten Grund dafür, dass sie so mitreißende Bücher schreiben konnte. „Aber dass darin auch so viele elternlose Kinder vorkommen, ist bestimmt kein Zufall“, sagt einer von ihnen. Und er denkt an Astrid Lindgrens Sohn Lars, der anfangs viel allein war. Die Schriftstellerin selbst starb mit 94 Jahren.

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