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europawahl2009

Piraten, FBI und Bibeltreue stehen auf der Liste

unserem Redaktionsmitglied Dorle Neumann

Münster - Sie nennen sich „Newropeans“ oder „Piratenpartei“, auf der Wahlliste tauchen die Kürzel FBI (Freie Bürger-Initiative) und EDE (Europa-Demokratie-Esperanto) auf. Das Spektrum der Kleinstparteien für die Europawahl ist - nicht nur dank der „Grauen“ und der „Violetten“ neben den Grünen buchstäblich - bunt. Gleich vier Gruppierungen haben sich die Rechte der Rentner auf die Fahnen geschrieben, eine Partei steht für den Tierschutz, zwei reklamieren im Namen die Familie für sich, die PCB (Partei Bibeltreuer Christen) und die CM (Christliche Mitte nach Gottes Geboten) betonen den Glaubensaspekt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie bei der Europawahl im Schatten der etablierten Parteien um Wählerstimmen kämpfen - und vermutlich in nur wenigen Fällen mehr als 0,5 Prozent der Stimmen erhalten werden. Die Prognose ist mit Blick auf die bisherigen EU-Wahlen wenig riskant.

Was bewegt solche Gruppen dennoch, anzutreten? „Das sind Leute, die bei einer Wahl für eine gewisse Sache Aufmerksamkeit erregen wollen“, erklärt der münsterische Parteienforscher Prof. Wichard Woyke im Gespräch mit unserer Zeitung. Natürlich seien auch „Selbstdarsteller“ darunter, die immer wieder bei Wahlen unter wechselnden Etiketten auftauchten.

Lohnt sich das Engagement mit Blick auf die staatlichen Zuschüsse? „Denke ich nicht“, meint Woyke. Denn die meisten Gruppierungen übersprängen eben nicht die magische Grenze von 0,5 Prozent der Stimmen, die für den Zugang zum Steuergroschen der Bürger entscheidend ist.

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