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Pisa kommt erst noch

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Die Schulpolitiker der schwarz-gelben Koalition in Düsseldorf hatten am Dienstag allen Grund zum Strahlen: Die Arbeitgeber gaben ihnen für die angestoßenen Reformen und das vor zwei Jahren verabschiedete Schulgesetz gute Noten. Endlich einmal kann NRW bei einem bundesweiten Vergleich zum Thema Bildung Platz eins feiern.

Bei aller Euphorie darf nicht übersehen werden: Der Vergleich bezieht sich auf formulierte Ziele und politische Vorgaben – nicht auf tatsächliche Leistungsverbesserungen. Die nächsten Pisa-Ergebnisse stehen im kommenden Jahr ins Haus. Dann erst wird sich zeigen, ob die eingeleiteten Veränderungen positive Tendenzen beim Schülerwissen bewirkt haben.

Zu viel Optimismus ist dabei nicht angebracht. Zumal Schulen bei der Umsetzung der Reformen oft an personelle oder materielle Grenzen stoßen. Die nun vorgeschriebene intensive individuelle Förderung beispielsweise ist längst nicht Alltag – zumeist aus Mangel an Lehrerstunden. Andererseits haben sich die Lehrer nach eigenem Bekunden schon immer bemüht, jeden einzelnen ihrer Schüler nach seinen Fähigkeiten zu fördern – daher fehlt oft der Anstoß, über neue Wege oder Methoden nachzudenken oder Fortbildungen (so es sie gibt) wahrzunehmen.

Der Vergleich stellt auch die große Selbstständigkeit von Schulen in NRW heraus. Doch der diesem Lob zugrunde liegende Modellversuch „Selbstständige Schulen“, an dem sich 278 Schulen beteiligten, läuft im Sommer aus. Der Erfolg der selbstständigen Schule könnte also bald verblassen.

So gut ein solches Lob tut – die entscheidende Note für die Schulpolitik wird bei Pisa 2009 vergeben.

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