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Plan für interkommunales Gewerbegebiet kommt nicht recht voran

Frank Klausmeyer

Westerkappeln/Lotte - Die Spedition Koch in Osnabrück sucht weiter einen neuen Standort. Gerne würde die Gemeinde Westerkappeln diesem oder vergleichbaren Unternehmen nahe der Autobahn 30 einen roten Teppich ausrollen. Doch der Plan zur Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebietes mit Lotte kommt nicht so recht voran.

„Für eine Spedition dieser Größenordnung wäre das ein absoluter Top-Standort. Freie Flächen so nah am Lotter Kreuz sind selten“, sagt Bürgermeister Ullrich Hockenbrink.

„Frei“ ist das zur Diskussion stehende Areal aber nur bedingt. Zwar verfügt die Gemeinde Westerkappeln im Industriegebiet Velpe östlich von Lidl noch über rund zehn Hektar baureifes Gelände. „Das wäre für Koch aber nicht genug. Die brauchen mindestens das Doppelte“, betont Hockenbrink.

Und zwar schnell: Nachdem die Spedition im März Umzugspläne nach Bissendorf über den Haufen geworfen hat (zum Thema), sucht sie nun andere Flächen, die bereits als Gewerbestandort ausgewiesen sind und wo die Ansiedlung in den nächsten 24 Monaten möglich wäre, wie das Unternehmen verlauten ließ. Man prüfe diverse Optionen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Westerkappeln gehört wohl nicht dazu. Damit habe Koch sich nicht beschäftigt, sagt Uwe Fieselmann, Mitglied der Geschäftsleitung. Von Überlegungen für ein neues Gewerbegebiet wisse man auch nichts. Westerkappeln und/oder Lotte sind ihrerseits wohl nicht vorstellig geworden, weil das entsprechende Verfahren bislang nur auf kleiner Flamme gekocht wurde und daher noch im Anfangsstadium steckt.

Die Gedankenspiele der beiden Kommunen sind schon ein bisschen älter. „Mittlerweile ist es eineinhalb Jahre her, dass wir das letzte Mal mit der Bezirksregierung darüber gesprochen haben“, erläutert Hockenbrink mit Hinweis auf das Verfahren für einen neuen Regionalplan des Münsterlandes. Es seien damals unter anderem Differenzen in der rechtlichen Beurteilung laut geworden, welchen Bedarf es gibt.

Und die Hochwasserproblematik, die schon bei der Erweiterung des Industriegebietes Velpe Ende der 1990er Jahre für das Lidl-Zentrallager für politische Aufregung sorgte, spielt ebenfalls wieder eine Rolle. „Uns wurde zugesagt, mit einer pauschalen Umweltprüfung zu klären, ob das überhaupt möglich ist. Von der Bezirksregierung haben wir aber nichts mehr gehört“, bedauert Hockenbrink. „Offenbar ist das versickert.“

Nicht ganz. Zu Jahresbeginn hat es nach Angaben von Ulla Lütkehermölle, eine Pressesprecherin des Regierungspräsidenten, einen sogenannten Scooping-Termin gegeben. Nunmehr sei ein Fachbüro mit der Umweltprüfung beauftragt worden. Bis die Ergebnisse vorliegen, könne es aber noch dauern. Schließlich gehe es um den ganzen Regionalplan Münsterland. „Der wird wie ein Puzzle zusammengefügt“, gibt Lütkehermölle zu bedenken.

Hockenbrink ärgert sich derweil über das schleppende Verfahren. Die Landesplanung unter der früheren grünen Umweltministerin Bärbel Höhn sei schon schlimm gewesen. Mit der CDU-Frau Thoben sei es noch schlimmer. Im Vergleich zu Niedersachsen sei die Landesplanung in Nordrhein-Westfalen „eine einzige Katastrophe“. „Dort wäre das schon durch“, ist der Bürgermeister überzeugt und nennt das Beispiel Ikea in Hellern.

Sein Lotter Kollege Rainer Lammers ist skeptisch, ob sich die Idee für ein interkommunales Gewerbegebiet realisieren lässt. Neben Unsicherheiten zu Bedarfs- und Hochwasserberechnungen stelle sich nicht zuletzt die Frage, „ob wir überhaupt an die Grundstücke kommen.“

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