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1200 Fahrzeuge kontrolliert

Polizei überprüfte Autofahrer auf Alkohol- und Drogenkonsum

Sebastian Bickert

Telgte - Der Verdachtsmoment ist da. Nach eigenen Angaben hat der Autofahrer eine Drogenkarriere hinter sich. Da wollten die Polizeibeamten, die am späten Freitagabend auf der B 51 in Höhe Kiebitzpohl Autofahrer im großen Stil kontrollierten, genauer nachhaken. Sie baten den jungen Mann zu einem Drogenschnelltest.

Während der Osnabrücker überprüft wird, sitzt seine Freundin sichtlich nervös in dem dunklen BMW. Nach wenigen Minuten herrscht Gewissheit: Der Mann hatte nicht gelogen, er war clean.

Die allermeisten Autofahrer nahmen die groß angelegte Kontrollaktion der Kreispolizeibehörde gelassen. Sie hatten ohnehin nichts zu befürchten. Nur ein Autofahrer, so das Fazit der Behörde, saß alkoholisiert hinter dem Steuer. Ein anderer führte Betäubungsmittel mit sich. Eine sehr niedrige Quote bei etwa 1 200 überprüften Autofahrern an drei Standorten im Kreis Warendorf. „Grenzen überschreiten, um Leben zu retten“ ist so etwas wie das Motto des EU-weiten Polizeinetzwerks TISPOL, das regelmäßig in ganz Europa solche Kontrollaktionen durchführen lässt und an der sich die Polizei im Kreis Warendorf beteiligte.

„Wir wollen den Kontrolldruck auf die Straße bringen“, sagte Polizeirat Stefan Mühlbauer. Als Leiter der Verkehrsdirektion in Warendorf weiß er, dass es wichtig ist, „Verkehrskontrollen erlebbar zu machen“ und Konsequenz zu zeigen. 40 Beamte waren an der Aktion beteiligt.

Was hielten die Autofahrer von den Kontrollen, von denen man angesichts des Aufwandes glauben konnte, es handele sich um eine Fahndung? „Natürlich bin ich nervös, obwohl ich weiß, dass ich nichts gemacht habe“, sagt Alexander Schojan, der mit Freunden auf dem Heimweg nach Harsewinkel war. „Wenn solche Kontrollen nicht so häufig stattfinden, sind sie okay.“ Viktor Kaiser aus Warendorf: „Ich halte das nicht für überflüssig. Es hat einen Grund, warum kontrolliert wird.“ Und dieser Grund ist eindeutig: Alkohol- und Drogenmissbrauch zählen zu den Hauptunfallursachen.

Der Zoll unterstützte sowohl mit Beamten als auch mit Drogenspürhunden die Kreispolizei. Das Technische Hilfswerk aus Ostbevern leistete Amtshilfe, leuchtete die Kontrollstelle aus und kümmerte sich um die Versorgung der Beamten. Die Überprüfung dauerte bis in die Nachtstunden an.

In der Kontrollstelle ereignete sich im Übrigen noch ein Auffahrunfall. Es blieb aber bei einem Blechschaden.

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