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Pony – ein haariges Muss

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Münster. Der Pony galt bei Stil-Ikonen in Paris, London und New York jahrelang als Tabu, als Inbegriff einer braven Mädchen-Frisur. Nun sind diese Zeiten vorbei: Superstar Kylie Minogue überraschte die „Wetten-dass“-Zuschauer am vergangenen Samstag mit ihrem ausgefallenen Zottel-Pony – Mirjam Weichselbraun moderierte ebenfalls mit Pony die Außenwetten. Doch sie sind nicht die Ersten. Trendsetterin war Skandal-Model Kate Moss, die sich einen Pony schnippeln ließ, der jedem steht – und damit reihenweise Mode-Experten in Entzücken versetzte. „Bang Pony“ heißt das neue modische Muss. Der Name ist aus der Tierwelt entlehnt: „Bang tail“ bezeichnet einen abgeschnittenen Pferdeschweif.

Entsprechend lang, fransig und zottelig muss der stilechte Pony aussehen. Der britische Star-Friseur James Brown hat die Frisur von Moss entworfen. „Die Fransen sehen wirklich bezaubernd aus“, sagte er in einem Interview dazu – ein dickes Eigenlob.

Zwar hatte sich zuvor schon Model Heidi Klum einen Pony schneiden lassen. Moderatorin und Schauspielerin Heike Makatsch kennt man seit Jahren nur mit der fransigen Mädchen-Frisur. Und bei Mia-Frontfrau Mieze wurde der „Pottschnitt“, kombiniert mit schrägen Klamotten der frühen 80er Jahre, geradezu zum Markenzeichen – wie es seit Jahrzehnten die französische Sängerin Mireille Matthieu vormacht. Doch das Geheimnis des massenhaften Pony-Durchbruchs liegt wohl darin, dass es erst Kate Moss gelang, dem Pony das Image der gewissen Langweiligkeit und Biederkeit völlig zu nehmen. Gleichzeitig wirkt ihr Pony so „normal“, dass nun immer mehr Frauen es wagen, sich die Fronthaare entsprechend verkürzen zu lassen.

Inzwischen stieg sogar die anspruchsvolle selbst ernannte Stil-Ikone Paris Hilton auf einen – etwas schräg gehaltenen – Pony um. Der Vorteil des neuen Looks liegt auch für die Frau von nebenan auf der Hand: Experten empfehlen ihn, weil er der Trägerin ein viel jugendlicheres Aussehen gibt. Er vermittelt die zeitlose Schönheit, kaschiert Schönheitsfehler und kleine Falten, sieht weich aus. „Mit dem richtigen Pony kann jede Frau noch zehn Jahre wegmogeln“, erklärte James Brown unlängst – wenn der Schnitt stimmt. Viele ältere Models wie Nadja Auermann, Naomi Campbell, Helena Christensen sind auf den Pony-Zug aufgesprungen.

Die laszive Gattin von Schauspieler Tom Cruise, Kati Holmes, trägt ihn mit schwarzen Haaren als Teil eines scharf geschnittenen, glatten Pagenkopfs. Sie beweist, dass der Pony extrem feminin wirken kann. Und fast schon intellektuell, weil er bei manchen Trägerinnen den Eindruck erweckt, wirklich tiefschürfende Gedanken würden hinter der Haarpracht auf der Stirn verborgen. Eine Aura des Geheimnisvollen entsteht.

Doch es gibt nicht nur die schlapp herunterhängenden Ponys. Neuerdings dürfen sie auch mit Schwung nach außen geföhnt werden – Farah Fawcett, ehemaliger „Engel für Charlie“, lässt grüßen.

Schöne, üppige Frisuren sind „in“ – sie werden fast wichtiger wie Taschen, Schmuck oder Schuhe. Ein echter Trost – denn einen Pony können sich die meisten Frauen eher leisten als teure Edel-Accessoires.

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