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Portugal war mal eine Weltmacht

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Die Europäische Union ist ein kompliziertes Gebilde. Zurzeit gehören ihr 27 europäische Staaten an, in denen knapp 500 Millionen Menschen leben. Die zu führen und zu regieren ist nicht einfach. Neben dem europäischen Parlament in Brüssel gibt es deshalb mehrere Gremien, die sich die Aufgaben teilen. Ein ganz wichtiges Gremium ist dabei der Europäische Rat. Darin versammeln sich alle Regierungschefs und alle Außenminister der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Dieser Rat legt die Richtlinien der Europäischen Politik fest. Der Vorsitz dieses Rates wechselt alle sechs Monate, nach einer bis 2020 genau festgelegten Reihenfolge. Die erste Hälfte des laufenden Jahres war Deutschland an der Reihe, und unsere Kanzlerin Angela Merkel hat viel Lob für ihre EU-Präsidentschaft bekommen.

Seit dem 1. Juli ist Portugal als Nachfolger an der Reihe. Dessen Regierungschef José Sócrates ist jetzt der EU-Präsident. Portugal liegt im äußersten Südwesten unseres Kontinents und ist seit 1986 Mitglied der Europäischen Union. Bis zum Beitritt der osteuropäischen Staaten im April 2004 war das Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern stets das ärmste Mitglied der EU.

Im 15. und 16. Jahrhundert war das anders – da war Portugal eine Weltmacht und das reichste Land Europas. Grund dafür waren die portugiesischen Seefahrer. Sie befuhren mit ihren Segelschiffen die ganze Welt, entdeckten neue Länder und brachten auf ihren Schiffen viel Gold sowie neue und interessante Waren mit in die Heimat. Auf dem Weg nach Amerika waren die Azoren ein wichtiger Stützpunkt. Die Inselgruppe mitten im Atlantik wurde von portugiesischen Bauern besiedelt und gehört bis heute wie die weiter nördlich gelegene Insel Madeira zu Portugal.

Zur Aufgabe des EU-Ratspräsidenten gehört es auch, den nächsten EU-Gipfel vorzubereiten. Der findet im Oktober in Lissabon statt. Mal sehen, ob der Portugiese Sócrates auch so gut verhandeln kann wie Angela Merkel . . .

Stefanie Meier

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