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Pötter bricht sein Schweigen

André Fischer

Ahlen - Streitigkeiten sind nicht gerade förderlich für ein harmonisches Miteinander. Schon gar nicht in einem Sportverein, der in der Öffentlichkeit steht. Der heimische BSK 27 Ahlen überraschte jüngst mit der Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, in der Präsident Udo Pötter ohne seine Anwesenheit nach nur rund 200 Tagen Amtszeit abgewählt wurde. Er habe die Arbeit im Alleingang vollzogen, lasse Teamfähigkeit vermissen, so die Vorwürfe (die „AZ“ berichtete). Gut drei Wochen hat Pötter geschwiegen, um nun doch den Weg an die Öffentlichkeit zu gehen. Er spricht im Interview mit „AZ“-Sportredakteur André Fischer von übler Nachrede und einem bewussten Komplott gegen seine Person.

Herr Pötter, Sie haben sich lange zurückgehalten, um nun doch diesen Schritt zu machen. Warum?

Pötter: Nun, ich möchte einfach etwas richtigstellen, weil mich so viele Leute auf den Artikel in Ihrer Zeitung angesprochen haben. Die Vorwürfe gegen mich sind haltlos und nicht richtig.

Gegen was genau wehren Sie sich?

Pötter: Vor allem gegen die Behauptung, ich sei teamunfähig. Ich war mehr als 25 Jahre Abteilungsleiter und Technischer Leiter im Bergbau sowie in der Lebensmittel verarbeitenden Industrie und habe immer in einem Team gearbeitet. Anders ist das nicht möglich. Auch diverse Versäumnisse, wie öffentlich behauptet, hat es nicht gegeben. Das ist alles nicht greifbar und für mich absolut nicht nachvollziehbar.

Ihnen wird außerdem eigenmächtiges Handeln vorgeworfen.

Pötter: Ich habe mich immer an die Satzungen gehalten und stand in regelmäßigem Kontakt mit den anderen Präsidiumsmitgliedern. Natürlich habe ich auch selbst Entscheidungen getroffen, weil ich im August 2009 bei meiner Wahl mit dem Vorsatz angetreten bin, beim BSK etwas bewegen zu wollen.

Das ist Ihnen gelungen. Mittlerweile soll der Verein laut unserer Information schuldenfrei sein.

Pötter: Das stimmt. Wir stehen mit einem vierstelligen Betrag im Plus. Zu Beginn meiner Amtszeit hatte der Verein etliche Verbindlichkeiten. Ich musste mir zunächst einen Überblick verschaffen, ehe ich alles abarbeiten konnte. Mit Hilfe neuer Sponsoren haben wir es geschafft, dass der Club wieder schwarze Zahlen schreibt.

Sie waren bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung nicht anwesend und haben bis heute nicht offiziell Ihren Rücktritt erklärt. Darf der Verein über Ihren Kopf hinweg einfach so eine Entscheidung treffen?

Pötter: Das frage ich mich auch. Franz Schernich kann demnach eigentlich nur kommissarisch das Amt verwalten. Ich selbst bin bereit dazu, mein Amt zur Verfügung zu stellen, wenn der Verein gewisse Dinge richtigstellt.

Sie haben bereits im März ein Schreiben erhalten, in dem Sie gebeten wurden, Ihr Amt innerhalb von drei Tagen niederzulegen. Wie haben Sie darauf reagiert?

Pötter: Gar nicht, weil ich das Schreiben zu spät bekommen habe. Da konnte ich nicht mehr reagieren. Und seitdem hatte ich keinen Kontakt mehr zum BSK.

Ein Absatz in diesem Schreiben lautet wie folgt: „Uns liegt daran, die Sache ordentlich zu beenden. Damit wäre sichergestellt, dass nichts in die Öffentlichkeit getragen wird und die Gesichter gewahrt bleiben.“ Nun hat aber der Verein mit jener außerordentlichen Versammlung den Stein öffentlich ins Rollen gebracht.

Pötter: Genau so ist es. Der Verein hat diesen Weg selbst gewählt. Ich habe mich bis heute daran gehalten, aber irgendwann muss man sein Schweigen brechen, wenn einem übel nachgeredet wird. Wer mich kennt, der weiß, dass ich nichts anbrennen lasse.

Wie geht es jetzt weiter? Werden Sie nach mehr als 18 Jahren BSK dem Club den Rücken kehren?

Pötter: Nein, dafür bin ich zu sehr verwachsen mit diesem Verein.

Gibt es etwas, was sie dem künftigen Vorstand mit auf den Weg geben werden?

Pötter: Ich wünsche dem Verein wirklich alles erdenklich Gute und natürlich viel Glück, denn das wird er brauchen.

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