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Preiswert um die Welt telefonieren

Andreas Fier

Münster - Die Preise für den Handy-Anruf aus dem Urlaub sind im freien Fall. Nach der jüngsten Entscheidung der EU-Kommission darf ein Telefonat aus dem Ausland in die Heimat zukünftig maximal 43 Cent pro Minute kosten. Für den Versand von SMS-Kurznachrichten gilt ab dem 1. Juli dieses Jahres sogar eine Preisobergrenze von elf Cent. Bislang darf eine SMS-Nachricht noch 28 Cent kosten.

Abseits davon haben sich kleine Anbieter etabliert, die sich um Kunden bemühen, die häufig Verwandte oder Geschäftspartner im Ausland erreichen müssen. Diese Discounter bieten preiswerte Handytelefonate aus Deutschland in ausländische Netze an. So berechnet beispielsweise die Vodafone-Tochter Mobi für Gespräche vom deutschen Handy ins niederländische Festnetz nur neun Cent pro Minute. Eine Verbindung zum holländischen Mobilfunk kostet 25 Cent. Ähnliche Angebote machen die Discounter Blauworld, Ortel oder Fonic. Bei den großen Anbietern T-Mobile und Vodafone kosten Gespräche ins Ausland je nach Ziel oft zwischen einem und zwei .

Einziger Nachteil der Discounter: Wer von den günstigen Tarifen profitieren möchte, muss die entsprechende SIM-Karte in sein Handy einlegen. Da es sich bei allen Anbietern um Prepaid-Tarife handelt, muss ein Gesprächsguthaben aufgeladen werden. Einige Anbieter berechnen zudem eine einmalige Verbindungsgebühr von 15 Cent pro Gespräch. Der Aufschlag verwässert besonders bei kurzen Telefonaten den günstigen Minutenpreis.

Grundsätzlich lohnt sich ein Vergleich der Anbieter, wenn häufig Anrufe ins Ausland anstehen. So schwanken die Preise bei Mobi zwischen fünf Cent (Türkei) und 15 Cent (Tschechien) für Gespräche vom Handy ins ausländische Festnetz. Telefonate von Handy zu Handy liegen zwischen 25 und 32 Cent. Geradezu billig sind Gespräche nach Russland, die nur sechs Cent pro Minute kosten. Beim Mitbewerber Orteil sind es China und Polen, die mit fünf Cent besonders preiswert sind. Blauworld bietet besonders günstige Gespräche in die USA (7,9 Cent), China (fünf Cent) und Kanada (7,9 Cent) an. Deutlich übersichtlicher ist die Preisstruktur beim Discounter Fonic. Hier kosten alle Gespräche ins Festnetz neun Cent sowie 29 Cent in alle europäischen Mobilfunknetze.

Bei der Wahl des Anbieters sollte je nach Wohnort auch die Möglichkeit berücksichtigt werden, neue Guthaben-Karten zu erwerben. Vergleichsweise einfach ist das beim Vodafone-Ableger Mobi. Hier wird das Guthaben über handelsübliche Prepaid-Karten aufgeladen. Auch Guthaben für Fonic und Blauworld sind bei verschiedenen Discountern, Drogeriemärkten und Einkaufsmärkten erhältlich. Wer Ortel nutzen will, ist hingegen auf einen Callshop angewiesen, die meist nur in größeren Städten zu finden sind. Alternativ kann der Kunde bei den meisten Anbietern die Genehmigung zum Bankeinzug erteilen.

Schlussendlich sollte der Bequemlichkeitsaspekt beachtet werden. Wem das Wechseln der SIM-Karte zu umständlich ist, zahlt mitunter höhere Preise, wenn er innerhalb Deutschlands telefoniert. Hier schwanken die Preise zwischen neun Cent für den Anruf ins nationale Festnetz bei Fonic und 29 Cent für das Gespräch bei Mobi, wenn die letzte Aufladung mehr als einen Monat zurück liegt.

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