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Karneval im Kreis Warendorf

Prinz Christian I. will „Karneval spontan“

Peter Maxwill

Warendorf - Es war ein langer Abend, eine kurze Nacht. Um kurz vor fünf Uhr in der Früh erreichte Prinz Christian I. nach der Prinzen-Proklamation (PriPro) am Sonntag sein Bett. Sieben Stunden danach begann bereits der Frühschoppen in Haus Allendorf. Ein breites Grinsen und jede Menge Feierlaune brachte der neue Regent „mit Trick und Chic von la Biosthetique“ trotzdem mit - schließlich waren Freunde, Familie und die gesamte närrische Gefolgschaft nach Neuwarendorf gekommen, um dem jecken Regenten zu gratulieren: Volles Haus zu Ehren des frisch gekürten Narrenoberhaupts.

Eigentlich habe er erst in zwei Jahren Prinz werden wollen, sagt Christian I., der bürgerlich Günnewig heißt: Dann nämlich jährt sich die Regentschaft seines Vaters Dieter Günnewig zum 22. Mal. Auf eine Besonderheit dessen Session 1990 will Prinz Christian aber gerne verzichten: Damals musste wegen eines Sturms der Rosenmontags-Umzug ausfallen. „Das brauch ich wirklich nicht“, so der 42-jährige Prinz.

Ratschläge vom Vater hat sich der Warendorfer Friseur trotzdem gerne geholt: Am Nachmittag vor der PriPro gönnten sich beide eine Auszeit in der Sauna: „Da hab` ich ihm ein bisschen was mit auf den Weg gegeben, vom Vater zum Sohn“, berichtet Vater Dieter Günnewig schmunzelnd: „Wir haben das ,Helau eingeübt.“

Schon vor diesem Wochenende hatte sich Prinz Christian vorbereitet: „Ich hab´ vergangene Woche vorgearbeitet, jeden Abend bis acht oder halb neun“. Die Zeit wird er demnächst brauchen, denn an Terminen mangelt es nicht. Aber der Prinz ist optimistisch: „Hakuna matata - alles wird gut“, laute seine Überzeugung. In der Hauptzeit der Karnevals-Session hat sich Günnewig außerdem eineinhalb Wochen Urlaub genommen.

Das Motto des Regenten ist kurz und griffig: „Karneval spontan“ propagiert der 42-jährige Friseurmeister. Das Motto widme er seiner Frau Birgit, die sich so spontan entschlossen habe, ihn als Prinz zu unterstützen. Zu seinen Unterstützern gehören laut Prinz Günnewig auch seine Familie, alte Freunde, sein närrisches Team, Nachbarn, die Mitspieler seiner Fußball-Mannschaft, Kollegen aus dem Friseur-Handwerk und sein Kegelverein „Irish Mucks“.

Mit so viel Unterstützung kann Warendorfs Narren-Chef nur optimistisch in die Session gehen. Das tut er auch: „Ich freue mich vor allem auf die menschliche Nähe zum karnevalistischen Volk. Und ich will Freude verbreiten.“

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