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Karneval in Münster

Prinz Karneval Michael II. auf Antrittsbesuch im Rathaus

Wolfgang Schemann

Münster - Als „Narr mit Führungsambitionen“, so gestand Dr. Michael Noelle, habe er schon immer davon geträumt, mal Prinz Karneval zu werden. Und jetzt ist er am Ziel. Am Dienstag machte Seine designierte Tollität – die offizielle Prinzenproklamation folgt am Samstag – seinen Antrittsbesuch bei Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann.

Schmunzelnd schilderte der 51-Jährige, im Hauptberuf Zahnarzt, wie er auf dieses Ziel hingearbeitet hat: Seit 1996 ist er in der KG Freudenthal, seit 2000 ist er im Elferrat, seit 2003 in der Prinzengarde. Und auch die Eröffnung seiner Praxis am Michaelisplatz habe nur dem Ziel gedient, „sich strategisch günstig direkt gegenüber dem Rathaus in Stellung zu bringen“.

Nun will Prinz Michael II. seinen Führungsanspruch natürlich auch aufs Rathaus ausdehnen – „und denen mal auf den Zahn fühlen“. Niemand solle allerdings erwarten, dass er dort die (Haushalts-)Löcher mit Gold fülle. „Das gibt das Gesundheitssystem nicht mehr her.“

Tillmann, der seine letzte Session als OB erlebt, nahm die prinzlichen Regierungsambitionen mit Gelassenheit zur Kenntnis: „Ihr wollt alle hier rein, und ich will auch hier raus – aber eben noch nicht am Karnevalssonntag.“

Natürlich war den Narren bewusst, dass das Tillmanns letzter Prinzen-Empfang war. Was aber auch sein Gutes habe, wie Generalprinzmarschall Andreas Wissing konstatierte – denn dann habe der OB ja mehr Zeit für den Karneval. Und man habe sich auch schon Gedanken gemacht, wo der Ex-OB eingesetzt werden solle: Er könne mithelfen, den „Fachkräftemangel an Tanzoffizieren“ zu beheben. Die Bürger hätten ihm ja oft genug auf dem Kopf herumgetanzt – jetzt sei es an der Zeit zurückzuschlagen.

Als Abschiedsgeschenk bekam der OB dann schon mal das passende Schuhwerk: ein paar orangefarbene Sambaschleicher – „hinten offen“, wie ein Prinzgardist flachste, „damit man besser zurücktreten kann“.

Tillmann revanchierte sich bei dem dentalen Prinzen, der das Rathaus stürmen will, mit einem nicht minder nützlichen Geschenk: ein Akkubohrer „für die schweren Fälle“.

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