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Super-Schwertransport

Pro Achse zehneinhalb Tonnen

Ralf Steinhorst

Ahlen - Spät kam er, fast im Morgengrauen. Gegen vier Uhr in der Nacht zu Mittwoch rollten die beiden Behälterapparate von Ennigerloh kommend über die Warendorfer Straße in Ahlen ein. 40 Minuten später hatten sie die Wersestadt über die Drensteinfurter Straße schon wieder Richtung Zwischenziel Münster Hiltrup verlassen. Die Durchquerung Ahlens verlief also reibungslos wie am Schnürchen.

Die beiden Schwertransporteinheiten waren je 36 Meter lang und 179 Tonnen schwer - damit waren sie fast doppelt so lang wie die zulässige Höchstlänge eines normalen Lkw. Und viereinhalbmal so schwer.

Am meisten Probleme bereitete aber die Höhe der beiden Behälterapparate, die 105 Tonnen schwer und 26 Meter lang waren und 6,30 Meter Durchmesser hatten. Gelagert waren sie auf Modulfahrwerken mit 16 beziehungsweise 17 Achsen.

Zwar starteten die beiden Transporter, begleitet von Polizei und Hilfsfahrzeugen, pünktlich um 22 Uhr bei der Firma Schrader Apparatebau in Ennigerloh, niedrige Stromleitungen und andere Hindernisse zogen die Fahrt bis nach Ahlen aber auf sechs Stunden. Zu lange, da hatten einige wartende Ahlener, die sich das Schauspiel gerne angesehen hätten, aufgegeben und die Bettruhe vorgezogen.

Die Fahrtroute innerhalb der Stadtgrenzen war ideal für die Giganten. Lediglich die Fußgängerampel auf der Warendorfer Straße und die Ampeln in den Kreuzungsbereichen Warendorfer Straße / Konrad-Adenauer-Ring und Konrad-Adenauer-Ring /Drensteinfurter Straße mussten bearbeitet und weggedreht werden, damit die Kolosse ihre benötigte Lufthoheit bekamen. Die waren auch gleichzeitig die Abbiegepunkte. Für die Spezialisten kein Problem, nur bei der Fußgängerampel an der Warendorfer Straße war allerdings mehr Aufwand notwendig, dort mussten auch Pflastersteine aufgenommen werden.

Als die Stadtgrenze Richtung Drensteinfurt überschritten war, durften sich die Begleiter des Schwertransports auf eine lange Pause freuen. Kurz vor der Brücke auf freier Strecke war nämlich Feierabend. Dort müssen jetzt zwei Kräne helfen, das Hindernis zu überwinden. Später wird dann der Hafen Münster-Hiltrup das nächste Zwischenziel sein. Von dort gehen die Behälter per Schiff auf die Reise nach Krefeld, ihrem Zielort. Sie werden von einem dort ansässigen Lebensmittelhersteller erwartet.

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