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Lenz-Thema

Projekte wecken Teamgeist und Motivation

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Wieviel sie mit ihrem Projekt bewegt hatten, ist Yannik Fleer bewusst geworden, als er eines Tages durch die Dülmener Innenstadt lief. Vor ihm einige Schüler. An ihren Handgelenken: die Festivalbändchen zur Aktion „Voll cool“, dem Projekt für verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol, das Yannik und die Bezirksschülervertretung Coesfeld an den Start gebracht und umgesetzt haben. Und das so weite Kreise in die Region hinein gezogen hat.

„Ausschlaggebend für die Kondition einer BSV ist, ob sie Projekte hat, an denen sie arbeitet“, erklärt Johannes Struzek. Der Ibbenbürener gehört der Landesschülervertretung NRW an und war bis vor kurzem selbst Schüler und Sprecher der Schülerschaft im Kreis Steinfurt. Vor gut drei Jahren aktivierte er das Gremium und betreut seitdem die BSVen im Regierungsbezirk Münster. Dabei hat er trotz der Kürze der Zeit erlebt, wie die Gremien arbeiten und auch wieder einschlummern. Wie zum Beispiel in Münster: Auf eine besonders aktive Phase folgte der Stillstand. Der Vorstand wurde nicht neugewählt. „Diese BSV ist eingeschlafen“, bilanziert Johannes.

Sie zu reaktivieren, sei aber nicht unmöglich. „Es braucht Leute, die sich einsetzen wollen und ein bis zwei Projektideen haben.“ Natürlich gehörten auch eher trockene Aufgaben wie das Schreiben und Verteilen von Einladungen zum Job. Aber: „Als ich damals die ersten 100 Briefumschläge eingetütet habe, wusste ich, dass ich damit die Leute erreiche.“ Zentral müsse der Gedanke sein, der alle Schülersprecher eine: An der Schule etwas verändern zu wollen. Auch gegen Widerstände.

Die Stimme der Schülervertretungen werde auf jeden Fall gehört. Die Landesschülervertretung, zu der die BSVen Delegierte entsenden, nehme Stellung zu Gesetzen und Verordnungen der Landesregierung. Und im Beispiel der Oberstufenreform hätte ihr Einwurf sogar zu einer Veränderung des Gesetzes geführt. Ab und zu seien Landesregierung und Schülerschaft sogar einer Meinung. Aber am engagiertesten sei der Einsatz doch immer dann, wenn ein akutes Problem in der Luft hänge. Wie beim Beispiel der Kopfnoten, als die Landesschülervertretung Tausende aus dem ganzen Bundesland für eine Demo mobilisierte.

Wie schwer es aber auch sein kann, eine Vertretung am Leben zu halten, erfährt gerade die BSV im Kreis Warendorf: Viele Vorstandsmitglieder sind nach dem Abi ausgeschieden, neue sind noch nicht gewählt. Diejenigen, die noch Schüler sind und zum Gremium gehören, finden nur schwer zueinander. „Man kennt sich privat nicht so sehr“, sagt Bezirksschülersprecher Helge Hüdepohl. Ein Treffen anzuleiern werde da zum großen Termin-Abstimmungsproblem, die Lust, etwas zu bewegen, bleibe auf der Strecke. Und die großen Entfernungen im Kreis seien auch nicht gerade einfach zu händeln. Immerhin: Spätestens im neuen Jahr sollen sich alle SVen des Kreises zusammenfinden und einen neuen Vorstand wählen. Schließlich, sagt Helge, gebe es eine Menge Projektideen. Und auf die kommt es eben an.

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