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Kreis Warendorf. Im Kreis Warendorf leben 50 000 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Um die Integration zu verbessern, macht Verena Schulte-Sienbeck Bestandsaufnahme. Denn der Kreis will wissen, wie die Lebenswelten der Menschen mit Migrationshintergrund aussehen. Mitte August würden über 100 Fragebögen verschickt. In den letzten Wochen haben Interviews mit 16 Freien Trägern und Migranten-Organisationen stattgefunden. Über erste Ergebnisse äußerte sich Verena Schulte-Sienbeck im Gespräch mit unserer Zeitung.

Frau Schulte-Sienbeck, was bezwecken Sie mit der Fragebogenaktion?

Schulte-Sienbeck: Ziel ist es, einen Überblick über die Trägerlandschaft zu bekommen, um Angebotslücken zu erkennen und eine bessere Vernetzung zu erreichen. Die Institutionen wurden nach ihren Konzepten und der Wirksamkeit ihrer Maßnahmen befragt. Wir wollen auch in Erfahrung bringen, welche Schwerpunkte der Kreis aus Sicht der Institutionen bei der Integrationsarbeit setzen sollte.

Wie war die Resonanz?

Schulte-Sienbeck: Der Rücklauf betrug etwa 50 Prozent.

Welche Hinweise haben Sie bekommen?

Schulte-Sienbeck: Der überwiegende Teil der Träger bietet Beratungsangebote für Frauen und Familien an. Bildung und Ausbildung werden als wichtige Themen genannt. Bei der Gestaltung der Integrationsarbeit wird die Priorität auf die Einbindung von Migranten gelegt. Sehr gefreut hat mich das große Interesse der Träger an kreisweiter Zusammenarbeit. Die Auswertung der Fragebogenaktion wird bis Mitte November vorliegen.

Worum ging es in den Interviews?

Schulte-Sienbeck: In den Interviews standen drei Themen im Vordergrund: 1. das Verständnis von Integration, 2. die Netzwerke der Integrationsarbeit und 3. Anregungen für das Integrationsprojekt des Kreises Warendorf.

Was haben Sie in den Interviews erfahren?

Schulte-Sienbeck: Integriert zu sein bedeutet für den überwiegenden Teil der Gesprächspartner, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Nicht erfolgreich verlaufende Integrationsarbeit wird auf mangelnde Kenntnisse kultureller Besonderheiten zurückgeführt. Es existiert eine Vielzahl an Netzwerken, die sehr gut funktionieren. Durch „Runde Tische“ werden Kontakte gepflegt. Das Netzwerk im Kreis lebt sehr stark vom ehrenamtlichen Engagement. Die religiös verankerten Migrantenvereinen zeichnen sich durch hohe Gruppenzugehörigkeit aus. Hier steht die Pflege der eigenen Kultur im Vordergrund.

Was ist der nächste Schritt beim Integrationsbericht?

Schulte-Sienbeck: Bis zum Jahresende finden Gespräche mit Gruppen von Zuwanderern statt. Wir wollen Meinungen und Erwartungen an das Integrationsprojekt erfragen. Zurzeit werden Datenrecherchen durchgeführt, um Anhaltspunkte für migrationsspezifische Problemlagen und Chancen zu erhalten. Die Ergebnisse werden Anfang nächsten Jahres vorliegen.

Wie geht es 2009 weiter?

Schulte-Sienbeck: Am 10. März laden wir zur ersten kreisweiten Integrationskonferenz auf Haus Nottbeck ein. Anschließend werden in allen Städten und Gemeinden Integrationsforen stattfinden. Hier wird es darum gehen, die Bevölkerung zur Mitwirkung zu motivieren. Wir wollen durch die thematische Arbeit in Planungsgruppen Impulse für die Weiterentwicklung der Integrationsarbeit geben. Die Gruppen werden sich mit Themenbereichen wie Arbeit, Bildung und Sprache befassen und konkrete Handlungsempfehlungen entwickeln.

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