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Münster. Nur fünf Wochen nach der Premiere von Puccinis großer China-Oper „Turandot“ folgt am morgigen Samstag im Großen Haus der Städtischen Bühnen die China-Operette des mit Puccini befreundeten Franz Lehár: „Das Land des Lächelns“ mit ihren Hits wie „Dein ist mein ganzes Herz“, „Meine Liebe, deine Liebe, die sind beide gleich“ oder „Immer nur lächeln“.

Für Inszenierung und Choreografie zeichnet die junge Regisseurin Helen Malkowsky verantwortlich, die von 2004 bis 2008 Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg war und als Gastregisseurin in Würzburg, Aachen, Chur, Bielefeld und bei der Münchner Biennale tätig war. Die musikalische Leitung liegt bei Thorsten Schmid-Kapfenburg..

Die Operette spielt im Wien des Jahres 1912. Lisa, die Tochter des Grafen Ferdinand Lichtenfels, verliebt sich in den chinesischen Prinzen Sou-Chong, der auf Bildungsreise nach Wien gelangt ist. Er erwidert ihre Gefühle, kann diese aber getreu seiner Devise „Immer nur lächeln und immer vergnügt“ nicht offen zeigen. Bei einem Tee à deux kommen sich die beiden näher. Da trifft die Botschaft ein, der Prinz sei zum Ministerpräsidenten gewählt worden und müsse deshalb unverzüglich in seine Heimat zurück. Lisa ist sofort bereit, ihm zu folgen. Die beiden beschließen zu heiraten. In China aber wird Lisa mit der Verwandtschaft Sou-Chongs konfrontiert, die auf der strengen Einhaltung traditioneller Werte besteht. Die Ehe mit einer Europäerin ist nach den Gesetzen des Landes nicht gültig, und Sou-Chong wird darauf verpflichtet, in einem Ritual vier chinesische Frauen zu heiraten . . .

„Die Verfassung des Publikums in unserer Zeit ermöglicht auch der Operette, sich von der Lüge des Happy-Ends abzuwenden“, meinte Lehár 1929 im Blick auf das melancholische Ende des Stückes. Und in seinem Werkverzeichnis nannte er „Das Land des Lächelns“ eine „große romantische Operette“.

Regisseurin Malkowsky spielt in ihrer Inszenierung mit verschiedenen China-Bildern: Im ersten Akt zeigt sie ein „chinesisches Fest“ in Wien und die damit verbundenen Klischeevorstellungen, die die Europäer von dem fernen Land haben. Diese Klischeebilder werden im zweiten Akt, der in China spielt, konterkariert.

Die Rolle des Prinzen Sou-Chong spielt der Koreaner Andrea Shin, die Rolle der Lisa Annette Johansson. Mi und Gustl werden von den beiden neuen fest engagierten Sängern Henrike Jacob und Fritz Steinbacher gesungen, die beide in dieser Inszenierung ihr Münsteraner Debüt geben.

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