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SC Greven 09

Qualität setzt sich durch

Winfried Kitzmann

Greven - In einem emotionsgeladenen Spiel unterlagen die Handballerinnen des SC Greven 09 in der Rönnehalle vor 587 Zuschauern mit 20:26 Toren. „Das waren ein paar Tore zu viel“, sagte 09-Trainerin Franzsika Heinz, die mit den ersten 55 Minuten sehr zufrieden war. Doch dann brachen alle Dämme.

Es war in der ersten Halbzeit ein Spiel zweier Deckungsreihen mit zwei super aufgelegten Torhüterinnen. Sowohl Pauline Radke im 09-Tor als auch Sabine Stockhorst beim TuS brachten die gegnerischen Spielerinnen schier zur Verzweiflung. „Wir haben zu viele Hundertprozentige verworfen“, äußerte Franziska Heinz nur einen Hauch von Kritik.

In der Tat landeten viele Bälle mit voller Wucht auf dem Körper von Sabine Stockhorst. Es schien, als wollten einige Spielerinnen die Torhüterin mit durchs Tor befördern. Und Ania Jas­zczuk schien Pfosten und Latte zerschmettern zu wollen. Hinzu kamen sehr viele technische Fehler. Allein fünf Mal traten die Außenspielerinnen in den Kreis.

Die Gastgeberinnen gingen trotzdem gleich zu Beginn in Führung, konnten den Vorsprung allerdings trotz bester Gelegenheiten nicht ausbauen, weil Sabine Stockhorst immer wieder glänzende Reflexe zeigt. Da auf der anderen Seite Pauline Radke ihr Tor auch weitgehend zunagelte, blieben Tore trotz des unglaublich schnellen Spiels Mangelware. In dieser Phase zeichnete sich Sarah Everding mit tollem Einsatz aus, warf nicht nur vier Tore, sondern holte noch einen Siebenmeter heraus. So lag 09 zur Halbzeit mit 11:9 Toren vorn. Die Mannschaft spielte bis dahin fast komplett durch, lediglich Monika Kornet kam für ein paar Spielminuten ins Match.

Wie stark auf der anderen Seite die Bank der Gastgeberinnen besetzt war, zeigte die Auswechslung von Annamaria Ilyes, die noch im vergangenen Jahr Torschützenkönigin der Zweiten Bundesliga, Gruppe Süd, war.

Nach dem Wiederbeginn pfiffen veranstalteten die guten Schiedsrichterinnen ein Siebenmeterfestival. Als Anika Ziercke mit einem Zaubertor auf 14:12 erhöhte, schien 09 das Spiel der ersten Hälfte fortsetzen zu können. Doch dann erfolgte ein Bruch im Spiel der Gastgeberinnen. Die TusSies, wie sie sich nennen, lagen in der 37. Minute noch mit 12:14 Toren hinten. Genau zehn Minuten Später hatten sie das Spiel gedreht, lagen mit 18:15 Toren in Führung. Die TuS-Spielerinnen freuten sich bei jedem Tor wie die kleinen Kinder bei Geburtstagsgeschenken, und ärgerten sich bei jedem Gegentreffer, als habe man ihr das gerade geschenkte Räppelchen wieder weggenommen

Die Heinz-Truppe gab aber nicht auf, kam durch Tore von Sarah Everding und Ulrike Glathe auf 17:18 heran. In dieser Phase pfiffen die Schiedsrichterinnen ein Siebenmetertor von Ania Jaszczuk zurück, denn sie war anscheinend übergetreten. Die Spielerin ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und markierte das Tor zum 18:19 ((54.).

Doch jetzt machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar. Im Angriff fehlte die Durchschlagskraft, die Würfe kamen zu unvorbereitet, sodass Metzingen leichtes Spiel hatte und per Gegenstoß den Sack zumachte. Kraft und Motivation ließen bei den 09-Spielerinnen, die jetzt kräftemäßig nicht mehr in der Lage waren, jedem Gegenstoß hinterherzusprinten, sodass die qualitativ besser besetzte „ungarische Auswahl“ am Ende verdient, aber um drei Tore zu hoch gewann.

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