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„Quantum“ braucht ein Quentchen Glück

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-aka- Ibbenbüren. Acht Monate Ungewissheit liegen hinter den Mitarbeitern der evangelischen Jugendhilfe Münsterland. Acht Monate Bangen, Warten und Hoffen. Und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Seit Juli diesen Jahres gibt es „Quantum“. Mit diesem Projekt, das sich besonders an Bezieher des Arbeitslosengeldes II (auch SGB II) und Jugendliche aus der Jugendhilfe wendet. Damit löst „Quantum“ „Telos“ ab, ein Projekt, das vor ziemlich genau einem Jahr auslief. Damals wusste niemand, weder Förderer noch Initiatoren, wie und ob es weitergeht mit der Hilfe für junge, schwervermittelbare Arbeitslose. Inzwischen ist die Unsicherheit Tatendrang und Zuversicht gewichen.

Dafür ist nicht zuletzt der Kreis Steinfurt verantwortlich. Dieser stellte nach einigem Hin und Her doch die erforderlichen Gelder für Eingliederungsmaßnahmen für SGB-II-Bezieher zur Verfügung. „Unser Konzept ist weitgehend gleich geblieben“, erklärt Projektleiterin und Hauswirtschafterin Inge Timpf. Neu sei lediglich, dass junge Asylsuchende bei „Quantum“ nicht teilnehmen können wie es noch bei „Telos“ der Fall war.

Bis August 2008 sollen die insgesamt 35 Teilnehmer in 20 Stunden pro Woche in den Arbeitsmarkt integriert werden. Viele haben keine Ausbildung, bei einigen fehlt sogar der Schulabschluss. Trotzdem seien sie keine hoffnungslosen Fälle, betonen die „Quantum“-Projektler. „Wir müssen ihnen das Selbstbewusstsein geben, dass sie etwas können und sie aus dem Trott des Nichtstuns heraus holen“, betont Diplom-Pädagoge Martin Fülbier.

Vielen biete das Projekt, das außer von der evangelischen Jugendhilfe auch vom Europäischen Sozialfonds, dem Kreis Steinfurt, der GAB (Gemeinsam für Arbeit und Beschäftigung) und der Stadt Ibbenbüren unterstützt wird, eine neue Perspektive. Durch angeleitete Tätigkeiten in den Bereichen Holzarbeiten, Garten- und Landschaftsbau, Hauswirtschaft und Hausmeister-Service erhalten die Teilnehmer Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder.

„Einige haben jetzt die theoretische Prüfung für den Staplerführerschein bestanden“, berichtet Inge Timpf stolz. Ein enormer Schritt, findet sie. Haben doch nicht wenige der jungen Menschen Probleme mit Konzentration und der Rechtschreibung. „Solche Erfolgserlebnisse bauen auf und machen Mut“, so Timpf und formuliert damit das größte Ziel von „Quantum“. Parallel wird an einer Übernahme in feste, sozialversicherungspflichtige Anstellungen und zusätzlichen Qualifizierungsmaßnahmen gearbeitet. Zudem wird eine sozialpädagogische Begleitung angeboten. Denn die Probleme, mit denen die Jugendlichen an die Bockradener Straße in die Projekträume kommen, sind vielfältig und zum Teil gravierend.

Nach fast fünf Monaten Arbeit fällt das Zwischenfazit positiv aus. „Der Bedarf ist da und es gibt auch genug Teilnehmer“, sagt Martin Fülbier. Daher hoffen alle auf eine nahtlose Weiterführung des Projekts ab September 2008 und keine erneute „Hängepartie“. „Das wäre auch im Sinne der Teilnehmer, die etwas länger brauchen, um sich an die neuen Rahmenbedingungen ihres Lebens zu gewöhnen“, so Fülbier.

Vielleicht habe „Quantum“ ja das berühmte Quentchen Glück.

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