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Rakete gegen Weltraummüll

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Was da so alles durch das Weltall fliegt . . . Experten schätzen, dass inzwischen mehr als 100 000 Teile Raumfahrtmüll die Erde umkreisen. Der Abfall stammt zum größten Teil aus fast 200 Explosionen von Raketen und Satelliten. Mit einer Geschwindigkeit von 28 000 Kilometern in der Stunde (da wird der Porsche-Fahrer neidisch) sausen aber auch Sachen wie Schraubenzieher und Handschuhe um die Erde, die Astronauten mal verloren haben.

Die meisten Teile sind ziemlich klein, höchstens so groß wie Kieselsteine. Die stellen auch keine Gefahr für die Erde und nützliche Satelliten dar – bevor sie auf die Erde stürzen könnten, würden sie verglühen. Manchmal aber sind auch große, gefährliche Teile unterwegs. Fast 10 000 haben einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern. Die werden ständig von US-amerikanischen und russischen Radaranlagen und Teleskopen überwacht.

Begeben sie sich auf eine Bahn, die einem Satelliten gefährlich werden könnte, fliegt der ein Ausweichmanöver.

Jetzt war es offenbar noch gefährlicher. Ein ganzer Satellit, den die USA zum Spionieren in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht hatte, war außer Kontrolle geraten. Der drohte nun auf die Erde zu stürzen. Und Experten der Nasa, der Weltraumbehörde der USA, glaubten, dass sein Tank auf den Erdboden fallen könnte. Das hätte zu einer Katastrophe werden können: In dem Tank war fast eine halbe Tonne hochgiftiger Treibstoff.

So weit hat es die Nasa nicht kommen lassen: In der Nacht zu gestern hat die Nasa den Satelliten mit einer Rakete abgeschossen. Die Einzelteile, die dabei übrig blieben, sollen jetzt verglühen, wenn sie in den nächsten Wochen nach und nach in die Erdatmosphäre eintreten. Eine teure Aktion: Der Abschuss hat so ungefähr 20 bis 27 Millionen Euro gekostet. Uwe Gebauer

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