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Rot Weiss Ahlen

Ratajczak heiß auf Ex-Club

Franz Prinz

Ahlen/Düsseldorf - Wenn Zweitliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf am Samstagmittag um 13 Uhr im Wersestadion zum sechsten Meisterschaftsspiel dieser Saison antritt, wird es für Michael Ratajczak ein ganz besonderes Spiel werden. Der 27-jährige Torhüter stand in den Spielzeiten 2003/04 bis 2005/06 bei den Ahlenern unter Vertrag, schaffte aber den Durchbruch in die Stammformation nicht. Deshalb folgte sein Wechsel nach Erfurt und von dort zu den Rheinländern, wo er nunmehr schon seit fünf Spielen Stamm-Keeper Michael Melka (31, nach Zeh-Problemen nicht fit), vertritt. Und beim vergangenen 1:1 gegen Augsburg segelte er mit diversen Glanz-Paraden zur Note eins. „Das war ein wichtiges Spiel für mich“, freute sich der Ex- Ahlener, der auch ein dickes Lob von seinem Chef erhielt. Trainer Norbert Meier (50): „Er hat richtig gut gehalten. Auch bei den Niederlagen in Duisburg (0:3) und Union Berlin (0:1) kann man Michael nichts anlasten. Ich bin froh, dass wir zwei so gute Jungs im Tor zur Verfügung haben.“

Kurios: Wenn alles normal gelaufen wäre, hätte Melka gegen Augsburg gespielt. Doch der Aufstiegs-Keeper meldete sich ab, weil er sich noch nicht richtig fit fühlte. Meier: „Es spricht für ihn, dass er so ehrlich zugibt, dass er noch nicht bei 100 Prozent ist. Das rechne ich ihm hoch an.“

Da Ratajczak aber glänzte und offen ist, ob Melka sich für die Partie im Wersestadion gesund meldet, wird Meier im Tor wohl nichts ändern. Zumal der Blondschopf gegen Ex-Club Ahlen besonders motiviert sein dürfte: „Das stimmt, aber unabhängig davon will ich meinen Teil dazu beitragen, dass wir als Team Erfolg haben. Dafür arbeite ich hart, und das ist letztlich entscheidend“, so Michael Ratajczak. Und auch die Fans sind begeistert. Nach dem gehaltenen „Elfer“ gegen den Augsburger Michael Thurk (34. Minute) feierte ihn der Fortuna- Anhang mit „Ratajczak“-Rufen. „Natürlich ist es schön, Lob zu bekommen. Aber noch mehr hätte es mich gefreut, wenn wir gewonnen hätten.“

Dennoch können er und seine Kollegen mit dem Auftakt in die Saison zufrieden sein. Nach jeweils zwei Siegen, zwei Niederlagen und einem Remis nimmt die Mannschaft von Norbert Meier mit sieben Punkten derzeit den zehnten Tabellenplatz ein und reist deshalb als Favorit in die Wersestadt, auch wenn Meier warnt: „Die Ahlener haben schon das erste Bewährungsjahr in der Zweiten Liga hinter sich, sind erfahrener als wir und deshalb nicht zu unterschätzen.“ Er selbst hat keine guten Erinnerungen an das Wersestadion, denn beim letzten Gastspiel - noch in der Regionalliga - wurde seine Mannschaft mit 5:1 vom Platz gefegt. Ein Spiel, an das sich die Rot-Weißen gerne zurückerinnern, war es doch ein vorentscheidender Erfolg im Kampf um den Aufstieg in die Zweite Liga. „Hoch verdient, klasse Leistung, das mussten wir damals nahtlos anerkennen“, erinnert sich Meier noch heute ungern an diese Niederlage zurück.

Diesmal wollen sich die Düsseldorfer nicht wieder so abschlachten lassen, sondern peilen mindestens einen Punkt an. „Am besten sogar drei, dann können wir wirklich von einem optimalen Start sprechen“, hofft Meier, in dessen Mannschaft mit Verteidiger Jens Langeneke (saß zuletzt aber nur auf der Bank) und Torjäger Ranisav Jovanovic übrigens zwei weitere ehemalige Ahlener Spieler stehen.

Fortuna Düsseldorf: Ratajczak - Weber, Langeneke, Cakir, van den Bergh - Fink, Sieger, Lambertz, Caillas - Bulykin, Jovanovic. Trainer: Meier

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